Frage von doniell,

Entscheidungsverzögerung bei Kleinunternehmerregelung

Seit letztem Jahr arbeite ich freiberuflich, es läuft also langsam an. Ich überlege, ob ich dieses Jahr dazu optiere, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten. Es ist möglich, dass ich dieses Jahr investieren werde, es ist aber nicht sicher. Auch von den Kunden her ist es noch unentschieden. Auch wenn momentan ein Großteil des Einkommens von Geschäftskunden kommt, habe ich auch Privatkunden und ich weiß nicht, wie sich das entwickeln wird.

Jetzt meine Frage. Ist es möglich, auf den ersten Rechnungen die USt. auszuweisen und auch abzuführen, aber bei eigenen Investitionen nicht vom Vorsteuerabzug gebrauch zu machen, und sich dadurch die Option zu bewahren, weiterhin von der Kleinunternehmerregelung gebrauch zu machen? Oder sind mit dem ersten Ausweisen bzw. Nichtausweisen von USt. die Würfel gefallen?

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Antwort
von blackleather,

§ 19 Abs. 2 Satz 1 UStG: "Der Unternehmer kann dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 18 Abs. 3 und 4) erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet."

Damit ist gemeint, du kannst es dir so lange hin und her überlegen, wie noch kein Umsatzsteuerbescheid für das Jahr ergangen ist oder das Finanzamt noch nicht erklärt hat, dass es sich deiner Umsatzsteuererklärung anschließt (§§ 164 Abs. 2 Satz 1, 168 Satz 1 AO i. V. m. § 18 Abs. 3 Satz 1 UStG).

Je später du dich entscheidest, umso schwieriger wird allerdings das Handling der ganzen Angelegenheit. Du müsstest nämlich, wenn du anfängst, auf den Rechnungen USt auszuweisen, aber dir erst gegen Ende des Jahres (oder gar erst nach dessen Ablauf) überlegst, doch lieber Kleinunternehmer zu bleiben, alle Rechnungen berichtigen (§ 14c Abs. 2 Satz 3 UStG). Außerdem machst du dich damit bei deinen Kunden unbeliebt, die dann ggf. die bereits erhaltene Vorsteuer an das Finanzamt zurückzuzahlen haben (§ 14c Abs. 2 Satz 4 UStG).

Mit deinem eigenen Vorsteuerabzug hat das alles übrigens überhaupt nichts zu tun. Ein Zusammenhang besteht allenfalls insoweit, als du nur dann zum Vorsteuerabzug berechtigt bist, wenn du nicht Kleinunternehmer bist. Aber selbst dann musst du keine Vorsteuer geltend machen. Das bleibt deine freie Entscheidung; du kannst auch darauf verzichten und mit deinen Vorsteuerbeträgen den Afghanistan-Feldzug finanzieren helfen. Schließlich fängt § 15 Abs. 1 Satz 1 UStG ja mit den Worten an "Der Unternehmer kann die folgenden Vorsteuerbeträge abziehen...". Von Müssen ist da keine Rede.

Antwort
von SBerater,

du kannst nicht das eine nehmen, das andere nicht. Entweder du bist KU und dann kannst du die die Vorsteuer nicht ziehen oder du bist es nicht. Oder sagen wir anders: du kannst im Laufe des Jahres Rechnungen ohne USt schreiben als KU, dann entscheiden, dass du wechseln willst. Aber dann muss du alle Rechnungen, die bisher geschrieben sind, modifizieren und mit den Rechnungsempfängern entsprechend die Fälle klären.

Daher klar entscheiden, was du denn willst: KU oder nicht. Alles andere macht (für mich) keinen Sinn.

Kommentar von ChrissiL ,

Schließe mich hier an. Du kannst lediglich, aber wenn dann auch nur vorher entscheiden, ob Du Umsatzsteierbefreit arbeiten möchtest oder nicht: Pro und Contras.

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