Frage von serendipity, 282

Ende Krankengeldzahlung - Beginn Rente

Eine Verwandte hat große Angst. Sie ist seit längerem krank und die Krankenkasse hat ihr jetzt 10 Wochen Zeit gegeben eine Reha oder Rentenantrag zu stellen, wobei gleich im Schreiben steht, dass eine Reha aussichtlos ist, das leuchtet ein, da sie sowieso bei der abschließenden ärztlichen Untersuchung als voll erwerbsunfähig ohne Aussicht auf Besserung beurteilt wurde. Sie hatte sowieso vor, Mitte nächsten Jahres, wenn sie 63 wird, einen Antrag auf Frührente (50 % Schwerbehinderung G) zu stellen, das wäre dann ohne Abzug gegangen, die KV zwingt aber jetzt, sonst werden wahrscheinlich die Krankengeldzahlungen eingestellt, die seit Anfang des Jahres laufen. Der Verlust scheint uns nicht so hoch, als dass wir uns da auf weitere Streitereien einlassen sollten, aber nun werden ihr von allen Seiten Horrorinformationen übermittelt, dass sie sobald der Rentenantrag gestellt worden ist, am besten so in 8 Wochen, ab dem Zeitpunkt keine Krankengeldzahlung mehr bekommt bis zur Auszahlung der 1. Rente. Somit müsste sie dann evtl. je nach Bearbeitungszeit 2 - 3 Monate ohne Geld leben, kann das wirklich sein? Es sind absolut keine Rücklagen vorhanden. Was stimmt denn nun wirklich und was wäre in dem Fall zu tun, wenn tatsächlich kein Geld für Monate da wäre? Ich weiß von einer Bekannten, deren Mann verstorben ist, dass sie 3 Monate nach Antragstellung auf die 1. Rentenzahlung der Rente ihres verstorbenen Mannes warten musste, sie hatte allerdings Rücklagen, so dass sie die 3 Monate davon leben konnte. Ist das wirklich Usus hier in Deutschland? Wann jetzt am besten den Rentenantrag stellen oder evtl. noch ein paar Wochen rauszögern, damit es dann doch noch ein paar Euro mehr Rente werden? Wir brauchen dringend Hilfe. Ich frage jetzt nach, weil meine Verwandte kein Internet hat und auch nicht damit umgehen kann, und ich mache mir auch große Sorgen! Danke für jede Hilfe.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 270

ab dem Zeitpunkt keine Krankengeldzahlung mehr bekommt bis zur Auszahlung der 1. Rente

Das ist totaler Quatsch, denn das Krankengeld wird bis zur Bewilligung der Rente gezahlt.

Den Rentenantrag hinauszögern kann man nicht, denn stellt Deine Verwandte innerhalb der vorgegebenen 10 Wochen keinen Antrag, so wird das zwangsweise von der Krankenkasse getan.

Eine Hinauszögerung um ein paar Monate zwecks Erhöhung der Rente würde auch nur ein paar Cent mehr bringen, lohnt sich also nicht.

Kommentar von serendipity ,

Erstmal danke für die Antwort. Dachte ich mir ja auch schon, aber viele andere haben ihr diesen Floh ins Ohr gesetzt, dass sie 3 Monate nichts zum Leben hat..... Dass die 10-Wochen-Frist nicht überschritten werden darf, ist klar, sonst würde meiner Meinung das Krankengeld gestrichen, es geht nur darum, vielleicht nicht sofort in den ersten Wochen, sondern vielleicht erst in der 8.oder 9. Woche, also zum Ende der 10-Wochen-Frist, sich einen Termin geben zu lassen und den Antrag zu stellen, um evtl. doch noch ein paar Cent rauszuholen. Die Rente wird sowieso viel zu wenig sein, so dass sie davon nicht leben kann und aufstocken lassen muss.

Kommentar von serendipity ,

Ich überlege gerade, ob es vielleicht sinnvoll wäre, erst eine Reha zu machen, um noch ein paar Wochen rauszuzögern? Es ist schon klar, dass die Reha nichts bringt und sie weiterhin voll erwerbsunfähig geschrieben wird....

Kommentar von charlottikaro ,

@Primus . Die Dame würde sicherlich erst eine EU-Rente erhalten und mit 63 ihre Regelaltersrente , Oder ??

Kommentar von Primus ,

@serendipity: Wichtig ist, die Frist nicht zu überschreiten. Also kann der Rentenantrag auch am letzten Tag der angesetzten 10 Wochen gestellt werden ;-))

@ charlottikaro: So ist es.

Kommentar von serendipity ,

Muss sie sich einen Antrag zuschicken lassen, ausfüllen und dann dort direkt abgeben oder kann sie dort anrufen, sich einen Termin geben lassen und zusammen mit einem der Sachbearbeiter die Rentenformulare ausfüllen? Bin mir aber nicht sicher, ob die das überhaupt machen..... Tatsache ist, dass sie eine regelrechte Formular-Phobie hat, sicher könnte ich ihr dabei helfen, aber sicherer wäre die Hilfe durch einen Mitarbeiter der LVA. Sollte sie sich vielleicht doch schon jetzt die Formulare zuschicken lassen, um zu sehen, was sie alles mit einreichen muss, oder wie es am besten? Bin selber etwas überfordert, ich denke mal, für einen Rentenantrag müssen doch alle möglichen Unterlagen mit eingereicht werden, oder täusche ich mich? Außerdem könnte sie ja auch innerhalb der 10-Wochen-Frist noch so krank werden, so dass sie ins Krankenhaus müsste, und dann wäre die Frist auch verstrichen, was man ja nicht heraufbeschwören will. Aber die Angelegenheit ist so wichtig, dass man alles genau bedenken muss, und dann hat man ja auch noch die 10-Wochen-Frist im Nacken.....

Kommentar von Primus ,

@serendipity: Man kann sogar online einen Termin beim Rentenversicherer buchen. Die LVA und BfA sind nun zusammengefasst zum Deutsche Rentenversicherung Bund.

Hingehen, Personalausweis mitnehmen und der Mitarbeiter macht alles Weitere. Meist hat er alle Daten Deiner Verwandten gespeichert. Sie muss nur mündliche Angaben machen und unterschreiben.

Kommentar von serendipity ,

Danke, Primus, das hilft sehr.

Kommentar von serendipity ,

Inzwischen habe ich erfahren, dass innerhalb der 10-Wochen-Frist ein Wust von Unterlagen (z.B. auch Bescheinigungen von den Ärzten) bei der KV eingereicht werden muss und nicht beim Rentenversicherungsträger. Jetzt macht sie sich total verrückt, weil sie Angst hat, dass die Frist abläuft und irgendwelche Unterlagen bei Einreichung nicht vollständig sind und dann das Geld abläuft. Ich verstehe auch nicht, warum die KV ca. 30 DIN-A-4-Seiten geschickt hat und der Antrag dann doch bei der KV und nicht beim Rentenversicherungsträger gestellt werden muss. Ich kann leider die Unterlagen auch nicht einsehen, sondern nur per Telefon mit ihr kommunizieren. Habe gesagt, sie soll ca. 1 Woche vor Ablauf der Zeit den Antrag kpl. bei der KV einreichen (die Bescheinigungen der Ärzte kann sie sich ja jetzt schon ausfüllen lassen), und dann hätte sie ja noch 1 Woche Zeit, um evtl. Fehlendes noch nachzureichen. Außerdem würde ich gleichzeitig mich schon an den Rentenversicherungsträger wenden und mich dort beraten lassen, was alles zu tun ist, damit kein wichtiger Termin versäumt wird, oder wenigstens 1 Kopie der an die KV gesandten Anträge auch schon dem Rentenversicherungsträger einreichen, damit beide gleichzeitig die Anträge vorliegen haben und da nichts mehr schiefläuft. Was für ein Tohuwabohu..... ich kann ihr die Existenzangst nicht wirklich nehmen.......

Ach so, ab wann gilt die 10-Wochen-Frist, ab Datum des Schreibens oder ab Datum des Erhalts durch den Empfänger (meine Meinung!), darum werden die Briefe ja auch per Einschreiben geschickt?

Kommentar von serendipity ,

Also, es war eine Rente mit 63 aufgrund von 50%iger Schwerbehinderung geplant, die dann ja sowieso ohne Abzüge stattgefunden hätte. Leider will die Krankenkasse nach ein paar Monaten (also ca. 1/2 Jahr) Krankengeldzahlung) nicht mehr diese Zeit abwarten, obwohl sie von 78 Wochen Krankengeldzahlung noch WEIT entfernt ist und hat jetzt zur Rente aufgefordert, da sie wie gesagt "kaputtgeschrieben" worden ist ohne Aussicht auf Besserung.

Kommentar von Primus ,

ohne Aussicht auf Besserung.

Genau das ist das Problem, warum die Krankenkasse darauf besteht. Sie wissen genau, dass die Bewilligung erfolgt und da sie das Krankengeld nur anteilmäßig zurück bekommen, wollen sie so wenig wie möglich zahlen.

Meist wird eine Reha gar nicht bewilligt, weil eben keine Besserung erzielt werden kann.

Kommentar von blnsteglitz ,

damit könnte sie doch aber den Rentenantrag hinaus zögern...?????? Oder? Antrag stellen - Bescheid abwarten- In den Widerspruch gehen- erneuten Bescheid abwarten......

Und wieder sind ein paar Wochen Monate gewonnen.....

;-)

Kommentar von Zitterbacke ,

Na , na . Das macht ihr wohl in Steglitz so ??? :-))))

Kommentar von blnsteglitz ,

ja klar - das ist völlig legitim....

;-))))

Kommentar von serendipity ,

Ja klar, das war doch ein HickHack von Anfang an, ständig musste sie zum Vertrauensarzt, ständig diese Krankschreibungen besorgen, ständig dieses Theater... die Krankengeldzahlungen liefen teilweise unkorrekt, und sie musste manchmal bis zu 10 Tage auf ihre Bezüge waren, wenn sie die Krankschreibung eingereicht hatte. Aber wehe, die Krankenkasse hat Geld zu bekommen...... Sie ist nicht der einzige Fall in meinem Verwandtenkreis, da hat es zur Zeit noch andere erwischt, die weit über 40 Jahre gearbeitet haben und niemals krank waren. 1 x schwer krank geworden, so dass Krankengeld bezogen werden muss, und dann werden sie rausgeekelt! Aber was heißt eigentlich, die Krankenkassen bekommen nur anteilmäßig das Geld zurück? Da wird doch den Betroffenen nichts in Abzug gebracht, oder? Tja, Widerspruch! Ich weiß nicht, was diese Aufregung bringen soll, außer eben Aufregung und den möglichen Tod für die Betroffene durch die Aufregung. Hat das überhaupt Sinn, Widerspruch zu erheben und wogegen? Gegen die Feststellung der vollen Erwerbsminderung oder dass eine Reha nichts bringen würde?

Kommentar von blnsteglitz ,

nee ich meinte das so: Reha Antrag stellen (bei der DRV) - Bescheid der DRV abwarten, wenn der ablehnend ausfällt - - in den Widerspruch gehen , sie will ja schließlich wieder arbeitsfähig werden ;-) , wehe einer behauptet was anderes.

dann gibt es einen neuen Bescheid.... entweder fährt sie dann zur Reha oder es wird wieder abgelehnt. Dann kann sie immer noch den Rentenantrag stellen. Aber sie hat wieder Zeit gewonnen und sie bezieht weiterhin Krankengeld......

Kommentar von serendipity ,

Aha, das leuchtet mir ein.

Kommentar von Primus ,

Die Rente wird ab Antragstellung bewilligt und bis zur Auszahlung aufgerechnet. Von diesem Betrag bekommt die KK einen Teil erstattet.

Die Antragsteller brauchen nichts zurückzahlen.

Was blnsteglitz meinte ist: Rehaantrag stellen, bei Ablehnung Widerspruch einreichen. Bis die Entscheidung kommt, ist wieder Zeit vergangen, in der man noch keinen Rentenantrag stellen muss ;-))

Kommentar von serendipity ,

Danke, Primus, Du machst Deinem Namen alle Ehre......

Kommentar von Primus ,

Nicht so viel dickes ;-))

Kommentar von serendipity ,

Ha, ha, ha.... aber war schon ernst gemeint!

Antwort
von blnsteglitz, 218

http://kehlkopfoperiert.de/Unterlagen_10_05/6_Medienhinweise/6340_Gestaltungsrec...

ich habe mir das gerade mal angesehen- ich finde das einleuchtend erklärt.

Also keine Panik!

Kommentar von serendipity ,

Danke, das hilft schon sehr.

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