Frage von unkraut, 14

Elterndarlehen (verzinst) für Anschaffung Kapitalanlageimmobilie - steuerliche Behandlung?

Wenn man von seinen Eltern ein Darlehen erhält, um sich eine Wohnung zu kaufen und diese Wohnung vermietet, kann man dann die Zinsen für das Elterndarlehen mit den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gegenrechnen? Gleiche steuerliche Behandlung, wie wenn es ein Bankdarlehen wäre?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rat2010, 14

Bei dir macht es keinen Unterschied. Es sind also wie Bankzinsen Werbungskosten.

Bei deinen Eltern sind es allerdings Zinsen, die mit ihrem normalen Steuersatz versteuert werden müssen. Nicht mit dem wahrscheinlich für sie günstigeren Abgeltungssteuersatz.

Kommentar von EnnoBecker ,
Bei deinen Eltern sind es allerdings Zinsen, die mit ihrem normalen Steuersatz versteuert werden müssen.

Oh, einer hat es gewusst. Klasse.

Kommentar von Mikkey ,

Hat noch niemand versucht, das wegen Art 6 GG kassieren zu lassen?

Kommentar von Rat2010 ,

Es ist logisch, dass das so sein muss. Es würde sonst - am langen Ende - keiner irgendwann Eigekapital für sein Mietobjekt oder - problematischer - sein Unternehmen einsetzen sondern immer das der anderen. Stelle dir die Erbschaftsthemen bei der Unternehmensnachfolge vor!!!

Das ist also ein sehr, sehr wichtiger Paragraph. Da haben sie mitgedacht.

Kommentar von Mikkey ,

Es wäre sehr leicht, so eine Konstellation ohne Einbeziehung von Familienbanden herzustellen:

A leiht von B, B von C und C von A - vermittelt durch ein geeignetes Internetportal. Sicherheiten sind zwangsläufig ausreichend vorhanden. Jeder kann die gezahlten Zinsen absetzen und braucht die erhaltenen Zinsen nur mit 25% zu versteuern.

Kommentar von Rat2010 ,

Falsche Denke. Es ist meiner Meinung nach eines der besten Gesetze der letzten Jahre. Durch die "nahestehenden Personen" bist du wenn auf die Art Steuern gespart werden sollen im 42 AO.

Wenn es über irgendwelche Dritten läuft, hast du ein schönes Beispiel für das Lehrbuch.

Kommentar von EnnoBecker ,
Hat noch niemand versucht, das wegen Art 6 GG kassieren zu lassen?

Wieso wegen Artikel 6?

Das verstehe ich nicht.

Kommentar von Mikkey ,

Naja, wenn Du Deiner Tochter Geld leihst, musst Du die Zinsen mit normalem Steuersatz versteuern. Leihst Du mir das Geld, kommst Du mit 25% davon.

Vor bleibt da dann der "besondere Schutz der Familie"? - Von Gleichbehandlungsgrundsätzen mal ganz abgesehen.

Kommentar von Rat2010 ,

Die nahestehende Person ist in 138 AO aber nicht nur Familie.

Mit Freunden könnte man, weil aber wohl auch aus Sicht des Gesetzgebers beim Geld die Freundschaft aufhört, ist das kein Problem.

Kommentar von EnnoBecker ,
Naja, wenn Du Deiner Tochter Geld leihst, musst Du die Zinsen mit normalem Steuersatz versteuern. Leihst Du mir das Geld, kommst Du mit 25% davon.

Darin liegt aber keine Benachteiligung, denn der normale Steuersatz ist eben der normale. Die 25% sind das Besondere.

Der Haken liegt aber darin, dass der Kreditgeber ohne Zutun zu einer höheren Steuer gezwungen werden kann, wenn nämlich der Kreditnehmer (nahestehende Person) das Geld zu Einkunftszwecken einsetzt. Das ist eine Bombe.

Antwort
von Mikkey, 12

Aber sicher, allerdings sollten die Eltern ebenso ihre Zinseinnahmen versteuern.

Antwort
von Privatier59, 11

Da sollte mann aber genau überlegen: Finanzämter ziehen gerne Kontrollmitteilungen. Das dürfen sie, das ist kein Verstoß gegen das Steuergeheimnis. Kontrollmitteilung bedeutet: Wenn Kinder die Darlehenszinsen als Werbungskosten absetzen (was sie bei vermieteten Immobilien unzweifelhaft dürfen), dann landet die Information darüber in der Steuerakte der Eltern. Wehe, wenn die diese Einnahmen "vergessen" haben. Familienintern ist das also zumindest ein Nullsummenspiel: Die Steuern, die die Kinder sparen, müssen die Eltern zahlen. Wenn die Eltern ein höheres Einkommen und damit einen höheren Steuersatz haben, wird das sogar zum Zuschußgeschäft.

Kommentar von Privatier59 ,

Eine Korrektur: Die Eltern zahlen Steuern in Höhe von 25% zzgl. Soli und KiSt. Insofern also nicht den persönlichen Steuersatz.

Kommentar von EnnoBecker ,

Noch eine Korrektur: Die Eltern zahlen Steuern in Höhe des persönlichen Steuersatzes, also nicht 25%.

§ 32d (2) Nr. 1 Satz 1 Bu a) EStG.

Kommentar von Privatier59 ,

Verdammte Hacke! Man soll immer der ersten Eingebung folgen. Mach ich beim Geisterfahren ja auch!

Kommentar von EnnoBecker ,
Mach ich beim Geisterfahren ja auch!

Auf der A2?

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