Frage von Schirmi1988, 115

Einrichtung Fondssparplan - Kapital Plus als Kern?!

Habe vor mir mit jetzt Mitte 20 mal langsam ein Fondsportfolio zusammenzustellen. Stück für Stück habe ich mich nun belesen und mir meine eigenen Vorstellungen gemacht. Ich möchte gerne Fonds monatlich besparen und habe mir schon viele davon angeschaut und mich über diverse Produkte informiert. Als Depotbasis habe ich mich auf den Kapital Plus von der Allianz versteift. Ich möchte diesen gerne mit 75 Euro im Monat besparen. Diesen würde ich ohne Ausgabeaufschlag erhalten. Zu den 75 Euro sollen dann noch weitere Investments folgen. Habe noch vor einen internationalen Aktienfonds, nen europäischen Aktienfonds, nen internationalen Mischfonds sowie nen Fonds für Schwellenländer mit einzubauen. Mag dann in der Summe 250 Euro im Monat in diese Fonds investieren. Darüber muss ich mir jedoch noch Gedanken machen.

Hat jemand Erfahrungen mit diesem Fonds? Ist dies ein gutes Basisinvestment? Der Fonds ist ausschüttend - gibt es Vorteile gegenüber thesaurierenden Fonds? Ich finde den Gedanken von regelmäßigen "Erträgen" eigentlich nicht übel. Macht es dann Sinn sich nur Fonds mit ausschüttenden Produkten zu suchen oder wie verhält sich das? Habt ihr Alternativen für ein gutes Basisinvestment?

Hoffe meine Vielzahl an Fragen sind verständlich und ich bedanke mich vorher schon mal für zahlreiche hoffentlich hilfreiche Antworten!

Antwort
von Springbutterfly, 115

Hallo Schirmi,

zunächst einmal Glückwunsch, dass Du Dich in Deinen jungen Jahren dazu entschlossen hast, einen Fondssparplan zu besparen und Dich informiert und belesen hast, wie Du vorgehen sollst! Damit bist Du in Deiner Altersgruppe sicherlich ein Exot, aber ein toller Exot!

Ich denke, Du bist mit Deinem Ansatz ganz gut unterwegs. Der Kapital Plus ist ein sehr guter Mischfonds, der in den letzten Jahren gut performt hat, bei relativ geringer Volatilität.

Versuche, die Kosten gering zu halten! Das ist sehr wichtig im Hinblick auf den langfristigen Vermögensaufbau. Deswegen rate ich Dir, zu Profinance-direkt zu gehen, das ist ein Fondsvermittler aus Berlin, über den Du über 7000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag erwerben kannst. Der Clou: Du bekommst einmal im Jahr eine Prämie für Deine Anlage gezahlt, die ab einer bestimmten Einlagenhöhe die Depot- und Transaktionskosten der angeschlossenen Frankfurter Fondsbank kompensiert - quasi ein kostenloses Fondskonto!

Auf den Seiten www.profinance-direkt.de gibt es auch eine Übersicht, welche Fonds für längerfristigen Vermögensaufbau geeignet sind, und welche Fonds die Kunden von Profinance-direkt so haben - da findet man nochmal den ein oder anderen guten Fonds, den man noch nicht im Blick hatte!

Viel Erfolg beim Sparen!

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 108

Zunächst mal: Basisinvestment sind - wenn entsprechend gut ausgewählt - alle genannten Bereiche: Aktien Welt (oder Industrieländer), Aktien Europa, Aktien Emerging/Frontier Markets, Mischfonds global (anstelle eines reinen Rentenfonds). Welche Position nimmt der Kapital Plus ein? Das wäre ja eher Mischfonds (primär Anleihen) Europa. Mit 75 EUR wäre er für ein Portfolio, das mit 250 EUR p.m. bespart wird, mit 30% sehr stark vertreten. Welche Anteile hätten denn die anderen Fonds?

Der Kapital Plus ist nicht schlecht, aber 30% wären mir zu prominent.

Nimmst Du beispielsweise Mischfonds primär Anleihen Europa 20%, Mischfonds ausgewogen global 20%, Aktien Welt/Industrieländer 20%, Aktien Europa 20%, Aktien Emerging/Frontier Markets 20%, so wären dies ca. 70-75% Aktienanteil und damit für jemanden Mitte 20 durchaus als Vermögensaufbau vertretbar.

Zum Thema der Ausschüttungen: der Kapital Plus ist in Deutschland aufgelegt, d.h. steuerlich macht es keinen Unterschied, ob der Fonds nun thesaurierend oder ausschüttend ist. Die Ausschüttungen selbst sind bei thesaurierenden Fonds ja auch vorhanden - nur eben direkt reinvestiert - vielleicht sogar kosteneffektiver als über Ausschüttung und Wiederanlage.

Die laufenden Erträge willst Du ja nicht wirklich haben - es kommt Dir zunächst auf den Vermögensaufbau an.

Also haben die Ausschüttungen nur den Zweck, einzelne Positionen nicht zu groß werden zu lassen, wenn sie gut laufen, da dies über Ausschüttungen wieder etwas reduziert wird. Ausschüttungen können also beim Rebalancing helfen, indem sie nicht in den gleichen, sondern in andere Fonds reinvestiert werden.

Für ausländische Fonds ist zu beachten, daß gerade bei lang laufenden Investments die thesaurierenden Fonds einen "Doppelbesteuerung" beim Verkauf vornehmen, d.h. es werden beim Verkauf nicht nur die Kursgewinne, sondern auch die thesaurierten Erträge aller Vorjahre seit Kauf versteuert. Da Du als ordentlicher Anleger diese Erträge jedoch bereich jährlich in den Vorjahren in den Einkommensteuererklärungen angegeben hast, wäre das doppelt. Du bekommst über die Einkommensteuererklärung für das Jahr, in dem so ein Verkauf stattgefunden hat, die Doppelzahlungen für die Vorjahre zurück.

Bei ausschüttenden Fonds wird die Besteuerung ausgeschütteter und thesaurierter Erträge bereits von der Depotbank vorgenommen, d.h. man hat hier keine Doppelbesteuerung zu befürchten. Das vereinfacht gerade bei langlaufenden Investments die Nachweise gegenüber dem Finanzamt.

Kommentar von Schirmi1988 ,

Also meine erste Idee der Zusammenstellung schaut wie folgt aus: Kapital Plus 75Euro im Monat, Flossbach von Storch Multiple Opportunieties 50Euro, Fidelity Global Dividend Fund 50 Euro (A1JSY0), Pioneer European Equity Target Income 50Euro (A1JPBJ) sowie Vontobel Emerging Markets Eqitity (972721) 25Euro. Also Europ.Mischfonds 30%, Internationaler Mischfonds 20%, Aktienfonds International 20%, Aktienfonds Europa 20%, Aktienfonds Emerging Markets 10%. Alle Fonds sind Ausschüttungen. Diese wollte ich dann gerne auf mein Tagesgeld bei Moneyou verschieben( so als Depotertragskonto). Ich habe mir so als Zielrendite 4-6 % p.a. nach Abzug aller Kosten vorgestellt. Ist das Risiko überschaubar bzw die Streuung ausreichend bzw ist das Ziel überhaupt realistisch? Den Kapital Plus würde ich ohne Ausgabeaufschlag erhalten und auf die restlichen 50% Rabatt. Als Anlagehorizont habe ich mir so überlegt etwa 10 Jahre zu besparen. Dann mal schauen. Im Moment komme ich mit meinem Geld gut hin. Versicherungen etc habe ich auch alles was ich brauche und benötige. Was haltet ihr von den oben genannten Fonds bzw von der Zusammenstellung?

Kommentar von gandalf94305 ,

Bevor ich mich dazu irgendwie äußere: wie kamst Du auf diese Fonds? Nach welchen Kriterien wurden diese ausgewählt?

Kapital Plus is praktisch ein Rentenfonds, kein wirklicher Mischfonds. Daher wäre mir der Anteil im Portfolio für diese Position immer noch zu prominent.

Kommentar von Schirmi1988 ,

Ich habe zuerst mir die ungefähre Verteilung überlegt und dann nach passenden Fonds gesucht. Dabei habe ich mich auf ausschüttende Fonds konzentriert. Bei der DAB auf der Internetseite habe ich den Pioneer European entdeckt. Der ist dort als Fondsidee ausgeschrieben oder so. Der gefiel mir dann ganz gut. Den Fidelity habe ich in einer Zeitschrift gefunden. Hat mir ebenfalls zugesagt. Hinzu kam, dass ich international keine für mich so überzeugenden Fonds im Sparplan gefunden habe. Dann hatte ich als Alternative noch den DWS Top Dividende. Ich habe dann aber aufgrund der höheren Ausschüttung und des niedrigeren Fondsvolumens den Fidelity bevorzugt. Auf der Suche nach nen internationalen Mischfonds wollte ich gerne einen haben, der auch in Edelmetalle investiert und eher aktienlastig ist da der Kapital Plus ja eher Anleihenlastig ist. So bin ich auf den FvS gekommen. Wobei mir da auch die Performance gut gefallen hat. Auf einen reinen Rentenfonds wollte ich gerne verzichten da ja auch das Zinsumfeld dagegen spricht. Habe mir dann jeweills im Internet noch weitere Informationen gesammelt und fand dann die Idee von regelmäßigen Ausschüttungen so als Absicherung vor Verlusten ganz gut. Die Manager der Fonds sollen auch nicht so die schlechtesten sein.

Kommentar von gandalf94305 ,

Diese Art von Auswahlverfahren hatte ich befürchtet.

Fidelity Global Dividend: ein Fonds ist nicht dadurch besser, weil er höhere Ausschüttungen tätigt, sondern die Gesamtperformance muß betrachtet werden. Wenn Du 60 Jahre alt wärst und nun ein Zusatzeinkommen über Fondsausschüttungen planen müßtest, dann könnte ich das noch verstehen.

Pioneer European Equity Target Income: der Fonds wurde erst 2011 aufgelegt und ist damit recht neu. Er klammert sich in seiner bisherigen Performance stark an den Eurostoxx 50. Jetzt schau mal diesen Vergleich des Eurostoxx 50 mit verschiedenen Fonds an. Die blaue Linie ganz unten ist der Eurostoxx 50 :-)

http://www.ariva.de/eurostoxx-50-index/chart?compare=None&compare=856075&...

Fällt Dir etwas auf? Die Dividendenrendite ist ok, aber das ist die eines entsprechenden ETF auch. Wie reagierten die Fonds 2009? Wie im August 2011? Wie jetzt auf die Ukraine-Krise? Hmm...

Du hast ein paar Ideen und ein paar Vorstellungen... dennoch brauchst Du eigentlich dringend Beratung, um das Fondsuniversum anhand klarer Kriterien zu durchforsten und einen Mix für Dich zu finden, der heute paßt, jedoch auch mit professioneller Hilfe irgendwann umgeschichtet werden kann, wenn das notwendig sein sollte. Von der von Dir genannten Zusammenstellung würde ich abraten - nicht nur, weil das zu anleihenlastig ist, sondern auch da die Fondsauswahl meines Erachtens nicht wohlfundiert erfolgte.

Antwort
von Rat2010, 100

Wenn du davon ausgehst, dass alles ganz anders kommt und du deine Sparpläne bald wieder beendest, kannst du den Kapital Plus, den M&G Optimal Income, DNCA Eurose, ARTY oder was in der Richtung nehmen.

Sollte das ganze eine Strategie sein, bietet sich etwas an, das nicht vor allem in Renten gehen muss. Die hatten viele Jahre Rückenwind und können - bei steigenden Zinsen - auch viele Jahre Gegenwind oder geringe Renditen vor sich haben. Die Renditen kommen bei lange laufenden Sparplänen von Aktien und wenn du das mit weniger Risiko willst, gibt es ja auch noch dne Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, FvS Equity Opportunities und zig andere.

Als Basisinvestments sind Fnds, die nicht so festgelegt sindund vor allem wesentlich mehr in Aktien investieren können, deutlich interessanter.

Den Rest hat gandalf beantwortet.

Antwort
von Niklaus, 90

Bei mir gibt es eine fundierte Beratung mit 15 jährigem Fondshintergrund. Eine dauerhafte Betreuung. Es gibt über 7.000 Fonds und ein sehr günstiges Depot mit online-Einsicht und -Handelsmöglichkeit. Keine Transaktionskosten. Aber 5 % Ausgabeaufschlag und das ist gut so.

Denn was nutzt ein kostenloser Fonds, wenn es vielleicht der Falsche ist.

Kommentar von Schirmi1988 ,

Wie legt denn der Berater den richtigen Fonds fest und was ist wenn es im Anschluss doch der Falsche ist?

Kommentar von Niklaus ,

Die Fonds werden anhand verschiedener Auswahlkriterien festgelegt. Wenn der Fonds nicht mehr passt wird er getauscht. Übrigens zu deinem Fondssparplan. Ein Fondssparplan ist von Natur aus eine Langzeitinvestment. Da kannst du ganz beruht nur Aktienfonds ansparen, du solltest sogar einen Teil in Rohstoffe oder Emerging Marktes ansparen. Aber nicht in Rentenfonds oder Mischfonds.

Kommentar von althaus ,

Keine Beratung rechtfertigt einen Ausgabeaufschlag von 5%.

Kommentar von Niklaus ,

Sorry aber das wirklich absoluter Blödsinn.

Jetzt verrate ich dir mein Geheimnis wie ich reich werde.

Fondssparplan 100 € /Monat Ausgabeaufschlag 5 %, davon 4,5 % also gleich 4,50 € /Monat für mich.

Die Beratung ist fast kostenlos, aber nicht umsonst.

Antwort
von althaus, 85

Als Basis ist der Kapital Plus keine schlechte Idee. Den kannst Du nehmen. Den Fonds gibt es über einen Vermittler (z.B. Experte 24) bei der FFB (Frankfurter Fondsbank) ohne Aufschlag zu erwerben.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ich verstehe nicht, warum immer diese Experte24 durch die Gegend geistert. Diese Klitsche hat nicht einmal eine vernünftige Homepage mit einem Angebot für Fonds. Außerdem sind die Konditionen schlechter als bei entsprechender Vermittlung über Fidelity selbst.

Kommentar von althaus ,

Bin damals bei Experte24 gelandet und sehr zufrieden. Alle meine Fonds sind dort ohne Ausgabeaufschlag. Zudem sind die immer erreichbar gewesen. Habe immer dieselbe Person am Telefon, der mit bei verschiedenen Dingen gut ausgeholfen hat. Wieso soll ich den dann nicht weiterempfehlen? Die Konditionen sind meiner Ansicht gut. Zahle keine Depotkosten. Zahle beim Einzelfondskauf gerade mal 2,- Euro. Beim Fondssparplan habe ich die Kosten nicht. Was wäre denn schlecht?

Kommentar von Rat2010 ,

@ althaus

die 2 € sind schlecht. Dass du mit deinen Anlagen nicht glücklich bist, weil du nicht beraten wirst - was auch in Verbingung mit besseren Kondtionen geht - ist auch schlecht.

Du bist Banken gewöhnt und deshalb mit nichts zufrieden. Das hat aber wenig damit zu tun, dass du den Laden empfehlen kannst denn nichts können alle. Das können sogar die, die dir auch noch einen Teil der Bestandsvergütung weitergeben.

Kommentar von Rat2010 ,

@gandalf: Fidelity ist nicht "selbst" sondern ein Vermittler, der nur bei einer Plattform vermittelt. Wenn du dir die Standardkonditionen anschaust, sind die nicht konkurrenzfähig. Nicht mal mit Expert24.

Kommentar von althaus ,

Fidelity: 2 € je Kauf und Verkauf Pläne sind kostenfrei,-----im Grunde genauso wie bei Experte 24. Ich sehe keinen Vorteil bei Fidelity.

Kommentar von gandalf94305 ,

Fidelity ist in diesem Fall ein Vermittler, aber auch Fidelity selbst, da die FFB zu Fidelity gehört. Ach ja, und ich zahle keine 2 EUR je Transaktion.

Aber darum ging es mir ja gar nicht, sondern um die Frage, warum in exponierter Form ein Zwerganbieter hier genannt wird, der nicht einmal einen vernünftigen Website hat, wenn es auch andere Vermittler mit sinnvollen Angeboten gibt - auch mit anderen Fondsbanken.

Letztendlich geht es entweder um eine klare Kosten- und Leistungsumfangsoptimierung (sinnvoll für qualifizierte Selbstentscheider, die mit ihren Eigenentscheidungen zufrieden sind) oder um eine qualitativ gute Beratung und weitere Begleitung (sinnvoll für alle anderen, d.h. also die meisten Anleger).

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