Frage von jerezblau, 1.236

Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit in der Schweiz in dt. Steuererklärung richtig angeben

Hallo, ich hatte in 2012 neben meinen nichtselbstständigen Einkünften in Deutschland (ganzjährig) zusätzlich nichtselbstständige Einkünfte in der Schweiz (als Angestellter eines Kulturunternehmens, befristeter Zeitraum von Juni-August, einmalige Tätigkeit). Von diesem Verdienst wurde die Quellensteuer abgezogen. Ich habe meinen ständigen Wohnsitz in Deutschland und habe nur während der o.g. Tätigkeit in der Schweiz gewohnt (Gästewohnung). Dazu habe ich folgende Fragen:

  1. Ist es korrekt, wenn ich diesen Verdienst unter "ausländische Einkünfte aus nichtselbstst. Arbeit" als "steuerfreien Arbeitslohn nach DBA angebe?"
  2. Dieses Einkommen (in SFR) gebe ich in Euro an und zwar mit dem derzeit aktuellen Umrechnungskurs, richtig?
  3. Kann ich die einbehaltene Quellensteuer und die Beiträge zur schweizerischen Pensionskasse abziehen? Oder interessiert tatsächlich nur der Bruttoverdienst?
  4. Kann ich für die Tätigkeit in der Schweiz Werbungskosten geltend machen(in der dt. Steuererklärung)? Vielen Dank für die Hilfe.
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Antwort
von angelikamueller, 1.236

Hallo, die Antworten von EnnoBecker sind teilweise richtig. Der steuerfreie Arbeitslohn aus der Schweiz wird in der Anlage N-AUS aufgeführt. Der Umrechnungskurs für 2012 ist 82,5; dies ist vom Finanzamt vorgegeben (Bsp:: 20000 SFR - 20000 x 82,5 ./. 100 ergibt 16500 Euro. Dies wird unter Zeile 36 in der Anlage N-AUS eingeben. Die Werbungskosten hier werden in Zeile 71 aufgeführt. Solltest Du einen zweiten Wohnsitz in der Schweiz gehabt haben, kannst Du für den steuerfreien Lohn auch die doppelte Hausgaltsführung absetzen und dort erfassen. Das übrigbleibende Einkommen wird dann steuerfrei, allerdings in der Progression angerechnet. Da dies nicht ganz einfach in der Umsetzung sein kann, rate ich hier zu einem Steuerberater in der Grenzregion oder einem Lohnsteuerhilfeverein in dieser Gegend. Die haben öfter mit solchen Fällen zu tun.

Kommentar von jerezblau ,

Vielen vielen Dank, für die hilfreichen Antworten! Damit komme ich weiter!!!

Kommentar von angelikamueller ,

Herr EnnoBecker kann sich wegen der vorgegeben jährlichen Umrechnungskurse gerne mit dem Finanzamt in Verbindung setzen! Dies ist in den Verwaltungsrichtlinien so festgelegt. Grenzgänger sind nicht immer im Grundhandwerk der Steuerberater vorhanden. Ich denke, dass in Bayern weniger Steuerpflichtige aus der Schweiz veranlagt werden als im Grenzgebiet Baden-Württemberg!

Kommentar von EnnoBecker ,

Herr EnnoBecker kann sich wegen der vorgegeben jährlichen Umrechnungskurse gerne mit dem Finanzamt in Verbindung setzen! Dies ist in den Verwaltungsrichtlinien so festgelegt

Und hier geht es zu den hierzu ergangenen BMF- Schreiben: http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Steuern/Steuerarten/Umsatzst...

Was ich jetzt nur noch nicht verstanden habe, ist, warum die Umsatzsteuer-Umrechnungskurse irgendeinen Einfluss auf die hier zu beurteilende Einkommensteuer haben sollte. Und selbst wenn man hier über Umsatzsteuer reden will, warum sollte man sich an diese Zahlen halten, wenn man besseres Datenmaterial, nämlich den centgenauen Geldeingang auf dem eigenen Konto, zur Verfügung hat?

Aber vielleicht wird mir das ja noch erläutert, ich lerne gern dazu.

Grenzgänger sind nicht immer im Grundhandwerk der Steuerberater vorhanden.

Erstens haben wir hier keine Grenzgängersituation (es fehlt an der regelmäßigen Heimkehr) und zweitens dürftest du mit deiner Einschätzung, dass es Steuerberater gibt, die diesen Stoff nicht draufhaben, sogar richtig liegen.

Mir ist nur nicht klar, warum dies geografisch verteilt sein sollte.

Kommentar von EnnoBecker ,

Der Umrechnungskurs für 2012 ist 82,5; dies ist vom Finanzamt vorgegeben

Wo denn?

die Antworten von EnnoBecker sind teilweise richtig

Da bitte ich um Erläuterung zu den unrichtigen Antworten.

rate ich hier zu einem Steuerberater in der Grenzregion

Warum in der Grenzregion? Das ist gutes Handwerkszeug eines jeden Steuerberaters.

Kommentar von momo1 ,

sieh mal hieir nach www.grenzgaenger.de

Antwort
von momo1, 1.037

Ich kann Dir (als schweizer Fachmann) nur in einem Punkt weiterhelfen: Dein schweizer Arbeitgeber muss Dir die abgezogene Quellensteuer auf dem dafür vorgesehenen Formular (s. Internetseite der zuständigen AHV Zweigstelle) bescheinigen. Diese Besheinigung ist dem zuständigen (deutschen) Finanzamt einzureichen, Der in der Schweiz bezahlte Betrag wird dann direkt mit der zu zahlenden Steuer verrechnet (gemäss DBA CH-DE).

Antwort
von EnnoBecker, 756

befristeter Zeitraum von Juni-August, einmalige Tätigkeit

Daraus ist zu schließen, dass du nicht Grenzgänger warst.

Welcher Staat hier das Besteuerungsrecht hat, kann man bei der dünnen Sachverhaltslage nicht bestimmen. Ist aber auch egal, weil die Rechtsfolge dieselbe ist.

Die aus der Schweiz stammenden Arbeitslöhne werden von der Besteuerung ausgenommen, aber dem Progressionsvorbehalt unterworfen, es sei denn, es handelt sich um Künstler, Sportler oder Artisten. Bei Künstlern, Sportlern und Artisten wird die schweizer Steuer angerechnet.

Ist es korrekt, wenn ich diesen Verdienst unter "ausländische Einkünfte aus nichtselbstst. Arbeit" als "steuerfreien Arbeitslohn nach DBA angebe?"

Keine Ahnung, wo du das gefunden hast. Die schweizer Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gehören in die Anlage N-AUS.

Dieses Einkommen (in SFR) gebe ich in Euro an und zwar mit dem derzeit aktuellen Umrechnungskurs, richtig?

Nein, sondern mit dem, was du tatsächlich bekommen hast. Da musst du also notfalls monatsgenau umrechnen.

Kann ich die einbehaltene Quellensteuer und die Beiträge zur schweizerischen Pensionskasse abziehen?

Verstehe ich nicht. Was meinst du mit Quellensteuer?

Oder interessiert tatsächlich nur der Bruttoverdienst?

Nein, sondern die Einkünfte, also Einnahmen minus Werbungskosten. Dabei ist selbstverständlich nach deutschen Grundsätzen zu verfahren. Außerdem ist zu beachten, dass der WK-Pauschbetrag von 1.000 Euro nur insoweit in Anspruch genommen werden kann, wie er bei den deutschen Arbeitseinkünften nicht ausgeschöpft wurde.

Kann ich für die Tätigkeit in der Schweiz Werbungskosten geltend machen(in der dt. Steuererklärung)?

Die Frage dürfte sich dann erledigt haben.

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