Frage von c0cllc, 44

Einkommensteuervorauszahlungen bei getrennter Veranlagung

Hallo,

ich bin Freiberufler und meine Frau Angestellte und Steuerklasse 5. Wir bekommen jährlich immer etwas Geld zurück. Gewählt haben wir bisher die Zusammenveranlagung. Ich musste bisher keine Einkommensteuervorauszahlungen leisten, da das FA wohl eben erkennt, dass wir am Ende des Jahres umter dem Strich eine Steuererstattung bekommen. Nun ist es aber so, dass mir das Steuerprogramm als Beispiel für eine getrennte Veranlagung anzeigt, dass ich X€ nachzahlen muss, meine Frau Y€ zurückbekommt und unterm Strich so ca. 100€ mehr Erstattung erfolgt als bei der Zusammenveranlagung. So war es auch die letzten Jahre, ich habe jedoch trotzdem immer blind die Zusammenveranlagung gewählt.

Meine Frage ist jetzt folgende: wenn wir zur getrennten Veranlagung wechseln sollten, werde ich dann plötzlich Einkommensteuervorauszahlungen zahlen müssen, da das FA nicht mehr beide Ehepartner betrachtet, sondern jeden Einzeln? Oder ändert sich in diesem Punkt Nichts? Besten Dank vorab.

Antwort
von wfwbinder, 32

Das Ergebnis des Steuerrechners wundert mich zwar etwas, denn normaler Weise ist die Gesamtsteuerschuld bei Zusammenveranlagung mehr, oder weniger günstiger, als die Einzelveranlagung (getrennte gibt es nicht mehr).

Wenn Ihr keine Vorauszahlungen lsitet, müssen Deine Gewinne als Freiberufler sehr gering sein, wenn denn die Lohnsteuerabzüge Deiner Frau hoch genug sind.

Die Steuerklasse V für Deine Frau beruht übrigens auf einem Irrtum, denn weil für Dich keine ELSTAM Daten abgerufen werden, müsste Deine Frau eigentlich nach Steuerklasse III abgerechnet werden.

Ich würde das Ergebnis Deines "Steuerprogramms" noch mal mit Elster überprüfen, nur zur Sicherheit.

Antwort
von Primus, 25

Sieh mal, hier hat Kollege EnnoBecker die Frage auch schon einmal ausführlich beantwortet:

https://www.finanzfrage.net/frage/steuer-bei-verheiratetem-freiberufler-mit--ang...

Antwort
von EnnoBecker, 18
meine Frau Angestellte und Steuerklasse 5.

Was eigentlich nicht möglich sein dürfte, § 38b (1) Nr. 3 Bu a) DoBu aa) EStG. Aber da das nicht kontrolliert wird, ist die Norm ein stumpfes Schwert und meiner Ansicht nach auch so wichtig wie ein Kropf.

dass wir am Ende des Jahres umter dem Strich eine Steuererstattung bekommen.

Am Ende des Jahren wohl sicherlich nicht. Und auch nicht "ihr" bekommt die Erstattung, sondern deine Frau. Du schreibst ja selbst, dass keine EStVZ festgesetzt wurden.

ich habe jedoch trotzdem immer blind die Zusammenveranlagung gewählt.

Wieder falsch. Der Zusammenveranlagung müssen beide zustimmen.

werde ich dann plötzlich Einkommensteuervorauszahlungen zahlen müssen

Wenn § 37 (5) EStG erfüllt ist, ja. Warum auch nicht? Es fallen ja Steuern an auf dein Einkommen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten