Frage von landau, 22

einkommensteuererklärung nach trennung

Seit Febr. 2014 leben mein Mann und ich getrennt. Seit August habe ich ein eigenes Einkommen. Muss ich jetzt meine eigene Einkommensteuererklärung abgeben oder geht das auch noch gemeinsam. Welche Vorteile oder Nachteile haben mein Mann und ich bei getrennter Veranlagung.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo landau,

Schau mal bitte hier:
einkommensteuer Einkommensteuererklärung

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 15
  1. in 2014 könnt ihr noch zusammenveranlagt werden, weil ihr ja am Anfang des Jahres die Voraussetzungen erfüllt habt.

  2. vermutlich wird die Zusammenveranlagung für Euch günstiger sein, denn Dein Einkommen war ja viel geringer als seins.

  3. Ihr müßt im Prinzip aushandeln, wie ihr den Steuervorteil aufteilen wollt. Ihr könnt auch beim Finanzamt, trotz Zusammenveranlagung, die getrennte Berechnung der Steuern anfordern.

Kommentar von wfwbinder ,

Auf Rückfrage eines einzelnen Herrn, hier kurz die Fundstelle aus der Hervorgeht, dass in diesen Fällen eine getrennte Ermittlung der Steuerschulden beantragt werden kann:

http://www.steuertipps.de/steuererklaerung-finanzamt/themen/scheidung-rueckwirke...

Man kann aber auch die Steuerschuld nach §§ 268 ff AO aufteilen lassen. Das ist zwar für Vollstreckungszwecke vorgesehen, erfüllt in diesen Fällen aber trotzdem den gleichen Zweck.

Kommentar von EnnoBecker ,

Zur Aufteilung der Steuerschuld:

Der Link gibt wieder, was man auch im Gesetz lesen kann, zuallererst dies:

kann jeder der Ex-Ehepartner nachträglich eine Aufteilung der Steuer schuld beantragen, solange diese noch nicht beglichen ist.

Das können nicht nur Ex-Ehepartner, sondern auch Partner einer laufenden Ehe.

§ 268 AO liest sich so:

Sind Personen Gesamtschuldner,....., so kann jeder von ihnen beantragen, dass die Vollstreckung wegen dieser Steuern jeweils auf den Betrag beschränkt wird, der sich nach Maßgabe der §§ 269 bis 278 bei einer Aufteilung der Steuern ergibt.

Nochmal zum Mitmeißeln:

"Sind Personen Gesamtschuldner" - Es muss also eine Steuerschuld bestehen. § 268 ff AO funktioniert in Erstattungsfällen also nicht.

"* dass die Vollstreckung ... beschränkt wird,*" - Der Betrag bzw. ein Teilbetrag darf also noch nicht bezahlt sein. Bezahlte Beträäge kann man nicht mehr vollstrecken.

In Erstattungsfällen müssen wir also anders vorgehen. Aus § 44 AO ergibt sich, dass es Gesamtschuldner gibt (das ist auch der Einstieg in §§ 268 ff AO). Eine gegenüberstehende Norm zum Gesamtgläubiger gibt es nicht, so dass das Finanzamt Erstattungen nur an denjenigen auszahlen kann, der der Berechtigte ist. Dies tut es in der Praxis, indem es die Angabe einer Bankverbindung auf dem Mantelbogen anfordert. Damit geben die Zusammenveranlagten bekannt: "Ja, Finanzamt, auf dieses Konto kannst du befreiend zahlen".

Will man das nicht, muss man einen entsprechenden formlosen Antrag stellen, denn man kann im Formular ja nur eine Bankverbindung angeben.

Kommentar von wfwbinder ,

Nach Prüfung stimme ich Dir zu, dass der Gesetzgeber "Steuerschuld" mit "noch offene Steuerschuld" gleichsetzt.

Was ich aber dann nicht ganz nachvollziehen kann, wie Du über den § 44 AO wieder in den § 268 AO willst, den Du ja für ungeeignet für Erstattungen ansiehst.

Was hältst Du von der Kette §§ 37 Abs. 2 , 218 Abs. 2 AO um das über einen Abrechnungsbescheid zu lösen.

Dieser Ansicht ist der BMF

http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/480-ehegatten...

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Gesamtschuldnerschaft (44) ist doch Voraussetzung für die Anwendung der 268ff.

Für Erstattungsfälle stimme ich die mit 37(2) zu, aber in den 218 (2) komme ich auch ganz ohne BMF:

"Dies gilt auch, wenn die Streitigkeit einen Erstattungsanspruch (§ 37 Abs. 2) betrifft."

Kommentar von wfwbinder ,
Die Gesamtschuldnerschaft (44) ist doch Voraussetzung für die Anwendung der 268ff.

Richtig, aber hier hattest Du ja § 268 ff abgelehnt mangels Steuer-/Nachzahlungsschuld.

Aber egal, auf jeden Fall sind wir uns ja einig, dass die Noch-Eheleute jeder die individuelle Steuerschuld(bzw. Erstattung) berechnet bekommen.

Wenn sie den Antrag selbst schreiben, gibt es nicht einmal ein Problem, weil ja ggf. umgedeutet werden muss.

Kommentar von EnnoBecker ,
Richtig, aber hier hattest Du ja § 268 ff abgelehnt mangels Steuer-/Nachzahlungsschuld.

Irgendwo hat einer von uns beiden eine Lücke.

Gerade weil 44 nicht einschlägig ist in Erstattungsfällen, komme ich nicht in den 268 (dort also doppelt nicht: keine Gesamtschuldner, keine Steuerschuld).

Wenn sie den Antrag selbst schreiben,

...dann braucht das Finanzamt dem doch nur zu folgen und alles ist schick.

Antwort
von gammoncrack, 13

Für 2014 könnt Ihr Euch noch gemeinsam veranlagen lassen.

Wer Vor- oder Nachteile davon hat, kann man ohne Daten nicht sagen. Im Regelfall gibt derjenige, der durch die Zusammenveranlagung gewinnt, 50% der Steuerersparnis an den Partner ab.

Antwort
von Schiko, 14

Ich würde in diesem Fall die getrennte Veranlagung vorziehen, damit Jeder sieht was für Ihn rauskommt. Natürlich ist die gemeinsame Veranlagung noch möglich, beide haben die Einkommensteuer Erklärung aber noch zu unterschreiben.

Kommentar von blackleather ,
damit Jeder sieht was für Ihn rauskommt.

Das sieht man doch auch auf einem Aufteilungsbescheid. Dazu sind Aufteilungsbescheide doch da.

Kommentar von EnnoBecker ,

Hinzu kommt die zivilrechtliche Verpflichtung der Schadensbegrenzung. die getrennte Veranlagung zu wählen..... bzw. ab 2013 die Einzelveranlagung... dürfte zu einem Schadensersatzanspruch bei demjenigen führen, der dadurch Steuern verliert.

Kommentar von gammoncrack ,

Muss ich jetzt meine eigene Einkommensteuererklärung abgeben oder geht das auch noch gemeinsam.

Ich glaube, dass die Frage nicht in Richtung der Möglichkeit einer getrennten Veranlagung ging.

Antwort
von billy, 10

1) ….oder geht das auch noch gemeinsam. - Ja geht für 2014 noch. 2) Welche Vorteile oder Nachteile haben mein Mann und ich bei getrennter Veranlagung. - Keiner von beiden hätte Vorteile.

Kommentar von gammoncrack ,

Keiner von beiden hätte Vorteile.

Kannst Du das einmal an einem Beispiel erklären?

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