Frage von jowaku, 34

Einkommen/Steuer in Deutschland und Österreich

Fall 2012: Eine duale Studentin studiert u. arbeitet 9 Monate in Deutschland. Sie hat Einkünfte durch ihren Arbeitgeber, mit Steuerabzügen in Deutschland. Gleichzeitig hat sie durch Studium und Praktika usw. hohe Werbungskosten.

Die restlichen 3 Monate wohnt und arbeitet sie in Österreich (kaum Werbungskosten), macht dort auch für diese 3 Monate eine Steuererklärung und bekommt einen österreichischen Steuerbescheid. Sie bleibt auch 2013 weiterhin in Ö.

Was muss sie in ihre deutsche EinkommensteuerErklärung 2012 schreiben? Die deutschen Einkünfte sicher wie üblich in Anlage N. Aber in welche Anlage und wohin dort die österreichischen Einkünfte?

Und was wird dort eingetragen? Das ö. Brutto, oder die in ö. zu versteuernden Einkünfte, oder ...?

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von EnnoBecker, 29

Was muss sie in ihre deutsche EinkommensteuerErklärung 2012 schreiben?

Ich würde ja zunächst einmal klären, welchem Staat für die österreichischen Einkünfte das Besteuerungsrecht zusteht. Erst dann kann man gucken, was ins Formular kommt.

Kommentar von jowaku ,

Ich war inzwischen beim hiesigen (D) FA. Sie hatten gerade offen.

Sie meinten, das Ö Einkommen sei schon versteuert und somit hier steuerfrei, stehe aber unter Progressionsvorbehalt.

Es sei eine deutsche Steuererklärung nötig: Deutsches Einkommen und WK in Anlage N

und ö. Einkommen in Anlage N-Aus. Aber was muss da wohin?

Antwort
von bobbyC, 24

Zunächst feststellen, ob für den Zeitraum in Deutschland eine unbeschränkte Steuerpflicht vorliegt (Wohnsitz gemäß Abgabenordnung in Deutschland, Einkommen im Ausland geringer (Grenzwerte googeln).

Ist das der Fall, dann normale Steuererklärung in Deutschland machen, incl. aller absetzbaren Werbungskosten und Sonderausgaben.

Zusätzlich das Formblatt "EU/EWR" besorgen und ausfüllen. Hier kommen die Brutto-Einkünfte des "Ansässigkeitsstaates" rein und der ist dafür Österreich (weil auch künftig dort verblieben).

Jetzt kommt eine Besonderheit: bei Werbungskosten könnte man die WK einsetzen, die in Deutschland absetzbar wären (in Österreich geht meist weniger). Der Unterschied dürfte aber im geschilderten Fall wenig ausmachen, also einfach alle Abzüge aus der ja bereits erfolgten Steuerabrechnung in Österreich übernehmen.

Jetzt hat man das Nettoeinkommen ausgerechnet. Mit dem unterschriebenen Formular in Österreich zum Finanzamt und abstempeln lassen, dann der deutschen Steuererklärung beilegen und fertig.

Das FA in D prüft jetzt, ob unbeschränkte Steuerpflicht vorliegt und wenn ja, verwendet es die Anlage EU/EWR zur Berechnung des Progressionsvorbehaltes. Versteuert wird vom österreichischen Einkommen in Deutschland nichts mehr.

Kommentar von bobbyC ,

Kurzer Nachtrag: wenn es sich um einen dauernden Umzug nach den 9 Monaten in Deutschland handelt und nicht um ein jedes Jahr wiederkehrendes Ereignis, dann ist die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland leichter zu begründen, denn die Bedingungen müssen nur in dem Zeitraum existieren, in dem in Deutschland Einkommen erzielt wurde.

Kommentar von jowaku ,

Die ersten 9 Monate wurde in D gewohnt, und es wurde in den 9 D-Monaten etwas mehr verdient als in den 3 Ö-Monaten. Es ist ein dauernder Umzug nach Ö.

Kommentar von bobbyC ,

Schön, dann wie besprochen vorgehen: Steuererklärung in D mit allen in D erzielten Einkommen und allen Werbungskosten, Sonderausgaben usw. und dazu die Bescheinigung EU/EWR. Viel Glück!

Kommentar von jowaku ,

Das deutsche FA wollte es anders: Es lief so, wie von mir im Kommentar zu EnnoBeckers Antwort beschrieben.

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