Frage von manuelamanuela, 80

Einkommenssteuererklärung Abfindung, 5tel Regelung, Lohnersatzleistungen - HILFE

Hallo zusammen, ich "brüte" gerade über der Einkommensteuererklärung 2012. Ich hoffe, von Ihnen evtl. einen Rat zu bekommen... Kurz zu meiner Situation: Ich wurde im September`12 betriebsbedingt zum 31.12.12 gekündigt. Und ein Vergleich bei Gericht protokolliert. (Beschluss erfolgte Mitte Januar 13) U.a. wurde dort vereinbart, dass für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung in Höhe von 8000€ am 01.01.13 gezahlt wird. Ich bekam Anfang Januar den Ausdruck der elektr. Lohnsteuerbescheinigung mit dem"normalen" zu versteuernden Einkommen über 40.000€. Die Abfindung wurde Ende Januar dann überwiesen und ich erhielt eine neuen neuen Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung von 2012, wo in Zeile 10 die Abfindung und in Zeile 11 und 12 die Steuer und der Solibetrag bereits abgeführt wurde...

Weder mein ehemaliger Arbeitsgeber, noch mein Rechtsanwalt interessieren sich für den offensichtlichen Fehler und wurden bislang tätig. Ich habe mehrmals mit dem Finanzamt telefoniert, aber dort konnte man mir auch nicht zusichern, dass der zuständige Finanzamt die Angaben korrigiert, da immer die Berechnungsgrundlage die Übermittlung des A.-gebers ist. Aber ich könnte einen Brief & Kontoauszug mit dazu legen und es versuchen, ggfs. Widerspruch einlegen - tolle Aussage!

Nun meine vielen Fragen: 1. Würde ich nicht die gesamte Summe der Steuern & Soli für die Abfindung wiederbekommen?
2. sollte ich lieber einen 2ten Anwalt einschalten, der sich darum kümmert, dass die Angaben vor Abgabe der Erklärung korrigiert werden?

Versteuert werden muss die Abfindung ja dann in 2013. In diesem Jahr werde ich vorraussichtlich nur Lohnersatzleistungen erhalten in Form von Krankengeld. Und bin zur Abgabe verpflichtet. Und jetzt meine nächsten Fragen:

  1. Krankengeld - progressionsvorbehalt - brutto ca. 70€/Tag. Und Abfindung 8.000€ als ermässigtes Einkommen-erwirtschaftet über mehrere Jahre?

  2. Wie hoch ist der Steuersatz in 2013? 70€ x 365 Tage = 25.500 € durch das Krankengeld?? Den Steuersatz der daraus resultiert, als Steuersatz für die Abfindung? 5-tel. Regelung möglich? Krankheitskosten, Krankenhaustagegeld, Reha, Fahrten zum Arzt, etc... als aussergewönliche Belastung absetzbar?

  3. Schiesse ich mir letztendlich selber ins Knie, wenn ich überhaupt alles versuchen lasse zu korrigieren? Für letztes Jahr alles wieder zurück und für dieses Jahr nachbezahlen, in welcher Höhe? Ich verstehe es nicht mehr und brauche dringend Profis

Danke im voraus Manuela

Antwort
von blackleather, 32

Würde ich nicht die gesamte Summe der Steuern & Soli für die Abfindung wiederbekommen?

Das kann man noch nicht wissen. Das Jahr 2013 ist ja noch nicht um und wer weiß, welche Einkünfte du in diesem Jahr noch hast.

sollte ich lieber einen 2ten Anwalt einschalten, der sich darum kümmert, dass die Angaben vor Abgabe der Erklärung korrigiert werden?

Nein. Wenn schon, dann einen Steuerberater. Und da gibt es nichts vor Abgabe der Erklärung zu korrigieren, sondern vielmehr nach der Abgabe im Rahmen der Veranlagung.

Krankengeld - progressionsvorbehalt - brutto ca. 70€/Tag. Und Abfindung 8.000€ als ermässigtes Einkommen-erwirtschaftet über mehrere Jahre?

Ja.

Wie hoch ist der Steuersatz in 2013?

*Schultern zuck.

Das kommt doch auf dein zu versteuerndes Einkommen an (zur Definition dieses Begriffes siehe § 2 Abs. 5 Abs. 1 Satz 1 EStG), und zu dem hast du bisher keine ausreichenden Angaben gemacht. Maximal läge der Steuersatz bei 45 % (§ 32a Abs. 1 EStG).

Den Steuersatz der daraus resultiert, als Steuersatz für die Abfindung?

Nein. Die Fünftel-Regelung auf die Abfindung ist zur Ermittlung des Steuersatzes einzubeziehen.

5-tel. Regelung möglich?

Ja.

Krankheitskosten, Krankenhaustagegeld, Reha, Fahrten zum Arzt, etc... als aussergewönliche Belastung absetzbar?

Grundsätzlich immer. Ob sie sich auswirken, steht auf einem ganz anderen Blatt (Seitenzahl: § 33a Abs. 1 u. Abs. 3 EStG).

Schiesse ich mir letztendlich selber ins Knie, wenn ich überhaupt alles versuchen lasse zu korrigieren?

Um Gottes Willen, dann würden die Arztkosten ja noch höher - Schussverletzungen sind mitunter schwierig zu behandeln.

Für letztes Jahr alles wieder zurück und für dieses Jahr nachbezahlen, in welcher Höhe?

Lt. Steuerbescheid. Sage mir, wie hoch dein zu versteuerndes Einkommen 2013 ist und welche Steuern du darauf vorauszahlst, und ich sage dir, wie hoch deine Nachzahlung ist.

Ich verstehe es nicht mehr und brauche dringend Profis

Und warum fragst du dann hier? Für solche Fälle wurde der Berufsstand der Steuerberater geschaffen.

Kommentar von manuelamanuela ,

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Bis ich einen Termin beim Steuerberater bekomme, sind meine Augen wund-gegoogelt und ich gehe davon aus, dass sich Personen mit meiner Frage auseinandersetzen, die davon Ahnung haben, deswegen sind es meine Profis ;)

Ich habe inzwischen neue Erkenntnisse, mein AG wird mir für 2012 eine korrigierte Lohnsteuerbescheinigung für 2012, sowie eine für 2013 (Abfindung) zukommen lassen & übermitteln. Also für 2012 läuft alles ganz normal...

2013 stehen die Chancen auf ein weiteres Einkommen (ob nun mit oder ohne (Einschusslöchern) ausser Krankengeldbezug (brutto um die 25500€ ) und die Abfindung 8000 € gen null. Krankengeld zahle ich keine Einkommenssteuer - nur jetzt ca. 2000€ (richtig?) auf die zu versteuernde Abfindung.

Kommentar von jowaku ,

Na, dann ist es ja jetzt wohl ordentlich auseinandersortiert.

Hier gibt es einen Steuerrechner dazu: http://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Steuerberechnung/Progre...

Von den Einkünften müssen vermutlich erst mal Krankenkasse, Versicherungen und falls möglich außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden, um auf das zu versteuernde Einkommen zu kommen.

Antwort
von FREDL2, 26

Kurz und bündig. Wir haben in Deutschland das Zuflussprinzip. Ist Dir der Betrag erst in 2013 zugeflossen, wird er auch in dem Jahr versteuert. Der Nachweis des Zuflusses dürfte nicht schwer sein.

Die Fünftelregel ist übrigens nicht anwendbar. Das wäre der Fall, wenn die Abfindung höher gewesen wäre als das normale Steuerbrutto. 8.000 versus 40.000 also.

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