Frage von littletom, 42

Einkommenssteuer auf Umsatzsteuer

Ich bin von der Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen befreit worden, weil die vereinnahmte Umsatzsteuer unter 1000,00 € ist. Ich soll eine Umsatzsteuererklärung abgeben und den U - Steuerbescheid abwarten. Folglich habe ich auch keine U - Steuervorauszahlungen geleistet, die ich als Betriebsaugabe in der EÜR geltend machen kann. Muß ich auf die vereinnahmte U - Steuer Einkommenssteuer bezahlen und wenn ja kann ich das irgendwie abwenden ? Z.B. die U - Steuer noch in diesem Jahr überweisen, ohne Steuerbescheid o. ä. ? Ich hätte ja gerne Vorauszahlungen geleistet, ist mir aber vom Finanzamt untersagt worden.

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 42

Überlege erstmal, wieviel Gewinn Du dieses Jahr machen wirst und wie viel im nächsten.

Unter Umständen hilft Dir die Zahlung der Umsatzsteuerzahllast im nächsten Jahr mehr, als in diesem.

Ausserdem ging es bei den 1.000,- Euro nicht um die Höhe der vereinnahmten Umsatzsteuer, sondern um die Zahllast nach Abzug der Vorsteuer.

Eine Auswirkung hätte es praktisch nur, wenn Du z. B. in diesem Jahr einen Gewinn machst, der über 10.000,- Euro liegt und im nächsten Jahr einen Gewinn der unter 9.000,- (jeweils ohe weitere Einkünfte) ist, also die gezahlte Umsatzsteuer im nächsten Jahr als Betriebsausgabe "verpuffen" würde.

Wenn Du Dich von der Regelung benachteiligt fühlst, dann mache doch einfach Umsatzsteuervoranmeldungen für die ersten 3 Quartale und gibt sie ab, bei gleichzeitiger Zahlung der errechneten Zahllasten.

Antwort
von EnnoBecker, 21
U - Steuerbescheid abwarten

Oh, da produziert jemand Säumniszuschläge.

Es kommt kein UStB, und es steht auch in fetter Schrift auf der Umsatzsteuererklärung (sowohl Elster-Ausdruck als auch Formular USt 2 A), dass die USt automatisch einen Monat nach Abgabe fällig wird. Eine Mitteilung über die Abrechnung zur Umsatzsteuer ergeht nur, wenn das Finanzamt von der UStE abweicht.

Z.B. die U - Steuer noch in diesem Jahr überweisen, ohne Steuerbescheid o. ä.
?

Wenn du noch in diesem Jahr überweist, zahlst du ohne Grund und hast keine Aufwendungen, sondern eine Forderung gegenüber dem Finanzamt. Das ist durch § 11 (2) EStG nicht gedeckt und hat keinen Einfluss auf den Gewinn.

Um den Gewinn zu drücken, musst du dir für die letzten drei Wochen des Jahres etwas anderes einfallen lassen:

  • Geld für Ausgangsrechnungen erst 2015 vereinnahmen
  • ohnehin notwendige Ausgaben bereits 2014 erledigen (wirkt sich im Anlagevermögen allerdings kaum aus)
  • außerhalb der Gewinnermittlung: Einen Investitionsabzugsbetrag bilden
  • außerhalb der Gewinnermittlung: Von der Krankenkasse die Beiträge der nächsten zwei Jahre zur Basisversicherung noch in 2014 abbuchen lassen

So kommt man weiter.

http://www.dtp-blog.de/allgemein/typografische-verbrechen-plenken-und-klempen

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