Frage von gurusucher, 4

Einigung mit Griechenland steht bevor, wäre es deshalb ein guter Zeitpunkt, um in Bundfuture-Short-ETF (ETF 562) einzusteigen?

Guter Zeitpunkt, um in Bundfuture-Short-ETF(Etf562) einzusteigen Wegen einer möglichen Einigung i.S. Griechenland bis Ende Juni und wegen der EZB-Maßnahmen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 4

Zu spät. Du hättest das tun sollen, als der Bund-Future bei 160 Punkten lag. Da war klar, daß es nun irgendwie etwas zurückgehen musste. Inzwischen sind wir auf einem komfortablen Niveau, das sich wohl nicht so schnell ändern muss.

Sollte Griechenland eine Einigung erzielen, die teilweise zu Lasten der EU-Mitgliedstaaten geht, könnte der Bund-Future sogar wieder steigen, da Deutschland die paar Mrd EUR verkraften könnte, während andere Staaten da schon etwas enger aufgestellt sind. Es könnte also ein stärkerer Andrang auf sichere Bonds stattfinden.

Sollte Griechenland die Einigung nicht erzielen und tatsächlich ein Grexit geplant werden, könnte das kurzfristig Volatiliäten produzieren, mittelfristig wäre es aus meiner Sicht jedoch sogar positiv und könnte die EU gestärkt aus dem Schlamassel hervorgehen lassen. Deutschland als sicherer Hafen würde wieder profitieren.

Die ECB-Maßnahmen sorgen für eine Abflachung der Zinskurve am langen Ende. Deutsche Anleihen sind insbesondere prominent auch darunter. Es wäre daher eher nach Ende einer ECB-Maßnahme damit zu rechnen, daß Renditen wieder marktgerecht ausgerichtet sein werden.

Meine Meinung wäre daher, daß der Bund-Future vielleicht noch in den Bereich um 145 Punkte zurück gehen könnte, dann aber nicht deutlich stärker nachgibt. Die Veränderungen durch am langen Ende steigende Zinsen dürften in den Aktienmärkten deutlicher und schneller zu spüren sein (und sind es schon). Wenn überhaupt, dann würde ich eher auf steigende Volatilität im Bund-Future setzen, nicht jedoch mit dem genannten ETF auf fallende Kurse spekulieren.

Antwort
von Martin2307, 4

Meines Erachtens sind Tsipras und Varoufakis zwei ausgebuffte Profi-Politiker, die die gesamte EU an der Nase herumführen. Der Grexit ist seit Regierungsübernahme im Februar beschlossene Sache. Es geht den beiden nur darum, durch emotionale Spielchen (heiß-kalt) den Griechen Zeit zu verschaffen, ihr Euro-Geld außer Landes zu bringen. Dadurch steht den Griechen nach dem Grexit das Geld in voller Höhe bei den ausländischen Banken zur Verfügung. 

Als angenehmen Nebeneffekt erhöhen die Forderungen das Drohpotenzial der Griechen von Tag zu Tag, was der griechischen Regierung eine gewisse Genugtuung und Tsipras Rückhalt in den eigenen Reihen bescheren dürfte. 

Hätten die Griechen gleich nach dem Regierungswechsel die Option Grexit gewählt, wäre dieses Geld (immerhin mehrere Millionen Euro pro Tag, die die Griechen nach wie vor auf Kosten der europäischen Steuerzahler in Sicherheit bringen können) verloren gewesen. 

Wie gut dieses Heiß-Kalt-Spielchen funktioniert sah man kürzlich recht gut an Juncker, der noch am Wochenende den Bockig-Beleidigten gab und seinen Freund Tsipras heute schon wieder herzlich umarmt. Ähnlich ist es mit dem IWF, der vorerst heute abgereist ist - und sobald Tsipras mit dem Finger schnippen wird- wieder Gewehr-bei-Fuß auf der Matte stehen wird. Oder auch nicht, wenn Tsipras nicht will. Eigentlich sollten die Geldgeber den Ton und die Marschrichtung angeben. Aber die haben so viel Angst vor einem Grexit, dass sie wie das Kaninchen vor einer Schlange -irrational und scheinbar alternativlos- agieren. 

Tspiras und Varoufakis kam/kommt es von Anfang an also nicht auf eine Einigung an, sondern darauf, mit starken Emotionen (Reparationsforderungen in mehrfacher Milliardenhöhe, Zwist säen unter den EU-Staaten/IWF, Na-zi-Vergleiche, persönlicher Angriff auf Schäuble durch Varoufakis, Verlegung der Verhandlungen nach Brüssel, Einschleimen bei Junckers, auf den Arm nehmen Lagardes, Merkel soll Rede in GR halten etc.) von der eigentlichen Sache ("Verhandlungen") abzulenken und auf Zeit zu spielen und damit das Bestmögliche für ihr Land herauszuholen um nach dem Grexit die bestmögliche Startposition zu haben. 

Ich würde also keineswegs davon ausgehen, dass es zu einer "Einigung" kommt, sondern davon, dass die Troika (die sich von Tsipras hat umbenennen lassen und sich monatelang mit ihm ergebnislos abgemüht hat) ziemlich dumm aus der Wäsche schaut.

Was den Bund-Future angeht, gehe ich von steigenden Renditen aus, da meines Erachtens die EZB -nicht zuletzt durch eine vollkommene Fehleinschätzung der Gesamtsituation- die Kontrolle über die Geschehnisse nach und nach zu verlieren scheint. Die Abschreibungen durch die ELA-Kredite und die Target-II-Salden würden einen enormen Vertrauensverlust für die EZB bedeuten - was sich normalerweise in steigenden Zinsen spiegeln müsste. Aber der Markt ist so stark manipuliert, dass man mit einem Loswurf richtiger liegen dürfte als mit rationalen Prognoseversuchen. 

Antwort
von Finanzschlumpf, 4

Sehe das auch als eher spät.

Zumal die Verbindung mit Griechenland sich mir nicht wirklich erschließt.

Vorhin z.B. gab es eine von diesen "angeblich" Meldungen, die sich nirgends wiederfinden lassen, wonach Deutschland aufgibt und Griechenland ohne Auflagen helfen wird.

Folge : DAX explodiert ( nachdem er eh schon satt im Plus war ) nochmal um mehr als 1 Prozent in wenigen Minuten. BUFU ein paar pips - nach oben !!!

Mitten in einer von aberwitzigen Volumen und ungesundem Leverage getragenen Finanzblase ist jede Logik fehl am Platze.

Einfach zocken ! Und da kann alles richtig oder falsch sein. Glück muss halt haben. Alles andere ist nebensächlich.

Antwort
von betroffen, 4

Einigung ist ein relativer Begriff.

Solltest du schon wissen wie die Einigung ausfällt solltest du kaufe. Oder nicht kaufen. Je nach dem.

Antwort
von gurusucher, 3

@gandalf: klasse Antwort. Danke für dein Statement!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten