Frage von ichbinwilli, 18

Eine aktuelle Zusammenstellung aller ETF´s, welche Performance-Indizes abbilden

Gibt es irgendwo so etwas? Dass es ca ein Dutzend Etf´s auf den Dax Perf.-Index gibt, ist mir bekannt. Auch dass es noch diverse Etf´s auf Dow-Jones-Europa-Indizes und Divid.-Indizes gibt. Aber wo gibt es eine komplette und aktuelle Zusammenstellung? Und ist es richtig, dass nur deutsche und einige gesamteurop. Indizes (Dj-Stoxx usw) in der Perf.-Index-Variante gibt?. Sämtliche großen US-Indizes und der msci-World, die gibt es nur als Kursindizes? Schon mal danke im Voraus für hilfreiche Antworten.

Antwort
von gandalf94305, 11

Ich verstehe den Sinn der Frage nicht ganz. Du kannst bei einschlägigen Portalen die ETFs, die es in Deutschland zu kaufen gibt, auflisten. Für jeden Index ist dann i.a. klar, ob es sich um einen Kurs- oder Performance-Index handelt bzw. welche Variante besteht. Es gibt eigentlich drei Varianten:

  • Price: ohne Dividenden
  • Gross oder Total Return: mit Dividenden
  • Net Return: mit Dividenden und Berücksichtigung von Steuern

Insbesondere die MSCI-Indices gibt es i.d.R. in allen drei Varianten. Nicht auf jeden Index gibt es ETFs.

Der S&P 500 ist ein Preisindex, jedoch können S&P 500 ETFs dennoch ausschütten, d.h. im Grunde wird ein Performanceindex abgebildet, da die Dividenden quartalsweise, halbjährlich oder jährlich ausgezahlt werden.

Wozu willst Du das denn wissen?

Kommentar von ichbinwilli ,

Herzlichen Dank für die Hinweise.

Ich möchte ganz langfristig in einen ETF auf einen Performance-Index investieren. Msci-World All Country oder Msci-World plus Msci Emerging Markets wären mir am liebsten. Evtl auch einen Etf auf einen anderen globalen Index (also nicht von Msci) 

Kommentar von gandalf94305 ,

Warum willst Du dann erst eine endlose Liste, aus der dann doch wieder nur ein bestimmter ETF auszuwählen ist?

Abgesehen davon, daß ich es für unsinnig halte, ETFs für Buy-and-Hold oder Sparpläne zu nehmen, kannst Du doch einfach für die genannten Indices passende ETFs suchen. Ich verstehe das Problem immer noch nicht.

Die Frage ist doch eher, was hier überhaupt passt. Willst Du eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung, Dividenden, Risiko oder anderen Kriterien? Willst Du eine Gleichgewichtung?

Der MSCI ACWI ist nicht die Welt, sondern primär Nordamerika. Der MSCI World noch mehr.

Kommentar von ichbinwilli ,

Also ich möchte mir geeignete ETF´s auf Performance-Indizes selbst heraussuchen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Da gibt es ggf. noch etwas Verwirrung, denn es gibt auch ETFs auf z.B. den Eurostoxx50, die ausschütten. Das sind dann effektiv ETFs auf einen Performance-Eurostoxx50. Dito für US-Indices und andere.

Daher würde ich zunächst mal das Anlagesegment identifizieren und darin die möglichen ETFs, die in Deutschland gehandelt werden und steuerlich transparent sind.

Es gibt zu viele Indices, für die überhaupt kein ETF existiert. Daher ist dieser Weg aus meiner Sicht nicht sehr vielversprechend.

Außerdem: wenn es einen Kursindex gibt, der die anderen Kurs- und Performanceindices schlagen würde, wäre das ja auch ok. Lege Dich also nicht von Anfang an auf einen Parameter fest, der erst später sinnvoll beurteilt werden kann.

Antwort
von LittleArrow, 9

Die Sparidee finde ich sehr gut. Allerdings hat die Anlage in ausländische thesaurierende Fonds bzw. ETFs ihre steuerlichen Tücken, wenn Du nach x Jahren das Wertpapier verkaufst. Lies mal hier:

https://www.test.de/Auslaendische-Investmentfonds-Blutige-Finger-vermeiden-42559...

Die meisten ETFs haben eine Luxemburger ISIN. Aus diesem Grund wäre es ratsam, keinen Performanceindex zu wählen, sondern einen ausschüttenden und die ausgeschütteten Erträge wieder anzulegen.

Antwort
von Tritur, 7

Von ETFs sollte der kluge Anleger die Finger lassen.

  1. Die Entwicklung eines ETF ist immer um die Höhe seiner Verwaltungskosten schlechter als das abgebildete Marktsegment. Ein ETF kann die Performance eines aktiv verwalteten Depots des gleichen Marktsegments nur dann übertreffen, wenn letzterer entweder ein schlechtes Management oder viel zu hohe Kosten hat.

  2. ETF bilden meist kapitalgewichtete Indizes ab (MSCI -World , DAX, S +P 500). Deren Zusammensetzung richtet sich nach der Marktkapitalisierung und dem Freefloat. Das führt dazu, dass überbewertete Aktien höher und unterbewertete niedriger gewichtet sind, als es angemessen wäre.

  3. In der Vergangenheit vergleichsweise stark gestiegenen Aktien rücken in die Indizes auf und Aktien mit einer in der Vergangenheit schwachen Kursentwicklung fallen aus dem Index heraus. Dies impliziert eine extrem prozyklische Anlagepolitik der ETFs. Beispiele: MLP, Epcos, Infinion. Diese Werte wurden in den DAX aufgenommen nachdem Sie extrem gestiegen waren und fielen dann um bis zu 99%, bevor sie wieder aus dem DAX herausgenommen wurden.

  4. In vielen ETFs befinden sich keine nach Branchen breit gestreute Aktien (Sachwert), sondern nur „virtuelle“ Abbildungen von Aktien. Diese Abbildungen werden von der Finanzindustrie untereinander durch allerlei Derivate und Swaps erzeugt und sind keine Sachwerte, sondern Forderungen gegenüber der überdurchschnittlich riskanten Finanzbranche. Solche ETF sind nur Investments in den Finanzsektor und verstoßen damit, ohne dass es der gutgläubige Anleger merkt, gegen den Grundsatz einer breiten Branchenstreuung.

Kommentar von ichbinwilli ,

Ich seh das relativ unvoreingenommen. Mal sind aktiv geman. Fonds geeigneter, mal Etfs.

Kommentar von gandalf94305 ,

    Der kluge Anleger wird sich die Instrumente suchen, die passen. Dererlei kann es viele geben - ebenso wie es viele kluge Anleger gibt.

    ad 1) Die Entwicklung eines ETF ist nicht schlechter als der Referenzindex. Eine Reihe von db x-trackers ETFs haben das sehr eindrucksvoll gezeigt - sie outperformen sogar ihre Indices. Weiterhin gibt es genügend partiell replizierende ETFs, die durch Wahl ihrer Selektion von Titeln sogar eine Outperformance erreichen können. Drittens gibt es Indices, die speziell für ETFs konstruiert werden und damit bereits die Strategie im Index abbilden. Schließlich ist Dir ja auch klar, daß eine Indexstrategie nur eine von vielen möglichen Strategien ist. Ob also ein indextreuer Fonds mit 1,5% Verwaltungsgebühr und 5% Ausgabeaufschlag wirklich besser als ein ETF auf den gleichen Index mit 0,6% Kosten und ca. 0,25% Transaktionsgebühren ist, wage ich zu bezweifeln. Nicht Äpfel mit Birnen mischen.

    ad 2) Was verleitet Dich zur Annahme, daß hochkapitalisierte Aktien überbewertet und niedrig kapitalisierte unterbewertet sind? Das kommt auf die reale Bewertung an, die ja - wie Dir auch klar ist - vom Markt abhängt. Wer keine marktkapitalisierten Indices haben will, sucht andere Indexstrategien. Es gibt genügend.

    ad 3) Dennoch sind DAX und MDAX gute Beispiele für gut laufende Indices, da die Marktkapitalisierung dazu führt, daß sie in gewisser Weise repräsentativ für eine Wirtschaft sind. Der DAX hat leider nur 30 Werte, so daß ein gewisser Bias entsteht. Es gibt aber nicht viele Fonds, die den MDAX schlagen. Daher ist für einen Anleger, der mit einer hinreichend guten Strategie zufrieden ist, ein MDAX-ETF vielleicht schon für den deutschen Markt ok.

    ad 4) Das ist ein Mythos, der immer verbreitet wird. Nenne mir einen ETF, der "virtuelle Abbildungen von Aktien" enthält. Ich glaube, das ist Dir selbst nicht ganz klar, was das sein soll. ETFs, die synthetisch Ihren Index abbilden, enthalten ebenso Aktien - nur eben andere. Es wird überhaupt nicht gegen eine Branchenstreuung verstoßen, sondern die Performance eines ggf. schwer abzubildenden Segments hergestellt, indem man über Swaps (die zudem normalerweise überbesichert sind) die Performance erreicht.

    Mit ETFs gibt es noch ganz andere Probleme, auf die Du nicht eingehst. Diese Probleme liegen jedoch nicht in der Konstruktion der ETFs selbst, sondern bei den Anlegern, die mit einer vermeintlich guten "Geiz ist geil" Mentalität auf ETFs setzen wollen und damit Buy-and-Hold umsetzen. Das wird nicht funktionieren. Es gibt eine Untersuchung von Morningstar, die belegt, daß ETF-Portfolios schlechter laufen als solche herkömmlicher Fonds, da die ETF-Anleger zu viel umschichten.

    Auch die Thematik der Korrelation von Konstituenten in ETFs adressierst Du nicht, obwohl das ein ganz wesentlicher Punkt ist, der bei naiven Anlegern zu Problemen führen kann.

    Vorurteile gegenüber ETFs helfen nicht weiter. Man muß verstehen, in was man investiert. Versteht man ETFs nicht, sollte man die Finger davon lassen.

Antwort
von billy, 6

Probier doch mal Deine Frage hier einzustellen. http://www.wertpapier-forum.de/topic/41225-gesucht-etf-auf-dividenden-performance-indem 

Kommentar von gandalf94305 ,

Nein. Er stellt seine Frage hier rein und bekommt auch hier eine Antwort.

Kommentar von billy ,

Willst Du dem Fragesteller vorschreiben wo er seine Fragen einstellt? 

Kommentar von gandalf94305 ,

Mitnichten. Er hat seine Frage hier schon reingestellt und sie wird auch beantwortet.

Du willst ihn jedoch auf ein anderes Forum umleiten.

Kommentar von ichbinwilli ,

Dieses Wertpapier-Forum hat mir vor 1 oder 2 Jahren überhaupt nicht gefallen. Da war irgendein ETF-Pusher unterwegs, der in ca. jeden 3 Thread reingemüllt hat, dass aktiv gemanagte Fonds schlecht sein, ETFs einzig glücklich machend sind, usw, usw.

Hab mir den Nick von dem Typ nicht gemerkt (ich glaube, Otto oder Willi oder irgendwas einfaches). Aber die Moderatoren haben Ihn gewähren lassen, obwohl jedem klar sein musste, dass das ein Pusher oder irgendein Vertreter der ETF-Branche sein musste. Dann wurde auch noch der Arero auf ca 199 Seiten hochgejubelt u. v. a. m.

Mir hat dieses Wertpapier-Forum überhaupt nicht gefallen, weil ich unabhängige Infos über Kapitalanlagen haben will und keine Werbung von irgendwelchen Verkäufern oder Branchenvertretern.

Antwort
von ichbinwilli, 6

ergänzend: hab im Etf-Magazin 4-2014 eine mehrseitige Aufstellung über div. Etfs auf Indizes gefunden. Leider ohne Vermerk dabei, ob es sich um Perf.-Indizes handelt. So etwas suche ich.

Kommentar von ffsupport ,

Hallo ichbinwilli,

beachte bitte, daß Du Ergänzungen zu Deiner Frage nicht als Antwort einstellst, sondern über den Link "Antwort kommentieren". So ist sichergestellt, daß der Zusammenhang im Nachhinein nicht verloren geht.

Danke und viel Grüße

Ria vom finanzfrage.net-Support

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