Frage von alina1, 76

Wie ist ein Dienstwagen der beruflich genutzt werden muss zu besteuern?

Ein grosses Verlagshaus hat seine eigene Dienstwagenregelung die je ein Mitarbeiter gesehen, unterschrieben oder Teil eines Zusatzvertrages war. Der Geldwerte Vorteil richtet sich nicht nach dem Listenpreis sondern nach einem Leasingfaktor. Aktuelles Beispiel LP 38000€ hieraus ergibt sich der Geldwerte Vorteil von 416,11€ ?? (keine Zusatzausstattung) Dieser Betrag wird nicht auf den Tarifgebundenen Bruttolohn aufgeschlagen sondern Netto vom Gehalt abgezogen. Obwohl das Fahrzeug nicht als Werbeträger genutzt wird ist ein Verzicht auf eine private Nutzung auch ausgeschlossen. Laut Konzern ist das Rechtskonform und auch das Finanzamt sagt ist O.K. ebenso die Personalabteilung Dienstwagen werden so berechnet??. Dies wird seit 20 Jahren und mit zig Mitarbeitern so gehändelt. Auch sieht man auf der Lohnabrechnung nicht wie der Geldwerte Vorteil besteuert wird. Lediglich unter Be-und Abzüge Nutzungspausch.PKW 416,11€ Ist das Rechtskonform ????

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Antwort
von Valeskix, 34

Hallo,

die Grundsatzermittlung nach Bruttolistenpreis ist nach wie vor die Basis. Gemäß den Schilderungen handelt es sich um einen Nettolohnverzicht zur Zahlung der Mehr-Leasingrate. Diese wird vom geldwerten Vorteil (Bestandteil des Bruttolohns) weder mindernd berücksichtigt.

Siehe R 8.1 Absatz 9 Nr. 4 LStR (2015)

Kommentar von alina1 ,

Danke für die Antworten

hier die Antwort vom Bund der Steuerzahler

In der Konzernrichtlinie steht lediglich es wird nach der 1% Regelung vorgegangen. Ein Dienstwagen ist aber ein Sachbezug auf dem steuern zu entrichten sind. 1% des Listenpreises wird auf das normale Bruttogehalt aufgeschlagen und als Geldwerter Vorteil wieder vom Netto abgezogen. In unserem Fall wird nichts auf das normale Bruttogehalt aufgeschlagen sondern eine Nutzungspauschale in ungefährer Höhe der 1% des Listenpreises direkt vom Netto einbehalten.

Antwort vom Bund der Steuerzahler:
Bei der 1%-Regelung ist der
Brutto-Arbeitslohn zu erhöhen da es ein Sachbezug ist, dadurch wird der geldwerte Vorteil
versteuert. In Ihrem Fall kürzt Ihr Arbeitgeber den Arbeitslohn, so dass
von einem geldwerten Vorteil nicht gesprochen werden kann.
Hier wird keine
Versteuerung eines geldwerten Vorteils vorgenommen, vielmehr wird ein bestimmter
Betrag von Ihrem Arbeitslohn abgezogen. Dies ist nur möglich wenn der Arbeitnehmer der Unter/ Leasingnehmer ist und der Arbeitgeber sich lediglich daran beteiligt. Dies hat aber nichts mit der 1% Regelung zu tun.
BFH, Urteil v. 18.12.2014, VI R 75/13. Die kennt man aus dem sogenannten Behördenleasung. Als Angestellter im AD der für die Ausübung der Tätigkeit ein Dienstwagen nutzen muß ist dies aber nicht Rechtskonform. Es sei denn das diese außergewöhnliche Sonderregelung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Bestandteil eines Vertrages mit allen Rechten und Pflichten ist. Sie können, um Ihre Fragen zu beantworten, Ihre Mehrkosten durch den Leasingvertrag steuerlich leider nicht abzusetzen. Dies ist auch nicht das übliche Verfahren wie Dienstwagen generell abgerechnet sondern außergewöhnlich zu Lasten des Arbeitnehmers.

Der Arbeitgeber versteuert sehr wahrscheinlich nach Absprache mit dem Fiananzamt das Fahrzeug aus Ihrem normalen Bruttolohn. Ihre Problem ist ein rechtliches.
Ihr Tariflicher Bruttolohn ist um die Höhe der Nutzungspauschale wesentlich geringer. Reden Sie mit Ihrer Personalabteilung.Diese außergewöhnliche Sonderregelung ist sicherlich in einem Zusatz/Arbeitsvertrag fixiert.

Wie gesagt, u.E. erfolgt, soweit und Sachverhalt zutreffend dargelegt ist und wir diesen richtig verstehen. Bitte informieren Sie uns über den weiteren Verlauf.

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Diese außergewöhnliche Sonderregelung in einem Zusatz/Arbeitsvertrag gibt es aber nicht. Die Personalsbteilung reagiert nicht darauf. Der erste Kollege will Klage einreichen. Es schwer nachzuvollziehen das dies 20 Jahre so gemacht worden ist.

 

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Kommentar von Valeskix ,

Wenn die Private Nutzung ausgeschlossen ist, dann gibt es keinen geldwerten Vorteil, der auf den Bruttolohn zu rechnen wäre. Eine Zurechnung und der Abzug vom Entgelt beim Arbeitnehmer kann erfolgen, wenn er nach den Vertragsgestaltungen wirtschaftlicher Eigentümer ist. Die Kosten werden dann bei diesem belastet. Meist kann dafür aber das Fahrzeug günstiger geleast werden als Privat (unternehmerische Tarife sind deutlich günstiger).

Wird Ihnen das Fahrzeug auch zur Privatnutzung überlassen so IST der geldwerte Vorteil nach Bruttolistenpreis oder Fahrtenbuch zu ermitteln und zunächst auf den Bruttolohn aufzuschlagen.

Das von Ihnen o.g. Urteil mit Praxiserläuterungen gibt's nochmal hier:

https://www.steuerberater-verband.de/est-blog/index_dienstwagenstellung-052015.p...

Antwort
von wfwbinder, 57

Das geht, weil die Regelung schlechter ist, als die, die im Steuerrecht vorgesehen ist.

Schließlich bezahlt der Mitarbeiter die kompletten kosten aus seinem Netto. Es ist eine gute Regelung für den Arbeitgeber.

Was ich für rechtlich bedenklich halte ist, dass man auf die Regelung nicht verzichten kann.

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