Frage von gulia,

Eigentumswohnung meiner Tante soll mn Altersvorsorge sein - wie schützen, z.B. vor Mietnomaden?

Meine Tante hat eine Eigentumwohnung, in der sie selbst wohnt. Sie möcte diese Eigentumswohnung als Altersvorsorge nutzten, das heisst von den Mieterträgen später im Alter leben, z.B. in einem Wohnheim. Wie schützt sie sich vor Mietnomaden, was ratet ihr? Kapitalverzehr durch Verkauf möchte sie nicht. Gibt es andere Möglichkeiten?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rat2010,

Ein Unternehmer kann sich nicht wirklich gegen das unternehmerische Risiko und ein Vermieter kann sich nicht gegen das Risiko schützen, das nunmal in einer Vermietung steckt.

Mietnomaden wird es bis dahin vielleicht nicht mehr geben. Dank einer längst überfälligen Gesetzesänderung (seit 1. Mai wirksam) wird deren "Geschäftsmodell" schwieriger und vermutlich auch selten. Ich finde die Gesetzesänderung so rund, dass es wahrscheinlich bis in ein oder zwei Jahren faktisch keine Mietnomaden mehr geben wird. Von den Änderugen profitiert aber nur, wer sich damit auskennt oder einen Anwalt nimmt.

Nur sind die Risiken vielfältig und eine Sucht, Schicksalsschlag, Krankheit oder sonstwas eines Mieters oder irgendwas in der Wohnung (falsch lüftender Mieter, gehäuft auftretende Überschwemmungen) oder am Haus kann nun mal passieren.

Wer z. B. mit 40 eine neue Wohnung zur Altersvorsorge kauft, sollte bedenken, dass er in 40 Jahren eine 40 Jahre alte Wohnung hat, bei der man sich - vielleicht - den Mieter nicht mehr aussuchen kann, was das Risiko, das dann kommt nicht gerade mindert.

Sich als alter Mensch in einem Wohnheim - mit zunehmendem geistigen und körperlichen Abbau - um eine Wohnung (mit Reparaturen) und deren Mieter kümmern zu wollen ist eh keine wirklich gute Idee. Das sind ja mehr die Fälle für den Enkeltrick, wie sollen sie da nicht auf Menschen, die es vielleicht nicht anders auf Betrug anlegen, hereinfallen?

Also so lange dort wohnen, wie es Sinn macht und dann Wohnung entweder von jemanden rundum betreuen lassen, der sich mit so was auskennt (und natürlich auch etwas dafür will) oder verkaufen. Theoretisch gibt es vom Verkauf auf Leibrentenbasis über die Verpachtung an einen kommerziellen Vermieter bis zur Betreuung der Wohnung durch eine Nichte sehr viele Möglichkeiten. Wenn es so weit ist, wird sie sich schon für irgendwas vernünftiges entscheiden.

Antwort
von Candlejack,

Vor Mietnomaden kann man sich eigentlich besser schützen als gedacht und es kommt auch nicht so häufig vor, wie einem das TV das weis machen will :-)

Schufaauskunft, Mieterselbstauskunft, Bestätigung des letzten Vermieters, dass keine Mietschulden bestanden, Gehaltsnachweise und damit sollten die meisten Nomaden außen vor sein. Sowas hat man mit mir auch vor Jahren gemacht. Erst habe ich nicht verstanden, was das alles sollte, dann fand ich durch Nachbarn heraus, wer da vor mir gewohnt hatte und wußste, woher der Wind weht...

Antwort
von Privatier59,

Wie schützt sie sich vor Mietnomaden, was ratet ihr?

Das engt das Problem ein: Mietnomaden gehen gezielt auf Suche nach Vermietern die sie schädigen können. Meist ist bei diesen Leuten die Schufa-Auskunft so schlecht, dass man ohnehin schon von einer Vermietung Abstand nimmt. Allerdings muß man eben auf Vorlage von solchen Unterlagen bestehen und das machen viele Vermieter nicht.

Erster Rat an die Tante ist also, Vermietungssachen durch Profis erledigen zu lassen, z.B. durch Makler.

Allerdings gibt es Fälle, wo Mieter erst während des Mietverhältnisses in finanzielle Nöte kommen. Davor gibt es keine Schutz. Mietausfallversicherungen, die zuweilen angeboten werden, sind teuer und haben immer irgendwelche Einschränkungen.

Offenbar überhaupt nicht auf den Radar habt Ihr, dass es noch weit schlimmere Sachen als Mietnomaden geben könnte: Ich denke da zum Beispiel an aus Sachmängeln resultierende Zahlungsverpflichtungen. In einem mir bekannten Fall aus Köln etwa sollen die Eigentümer für die Sanierung maroder Balkonbrüstungen bis zu 70.000,--€ zahlen und das pro Wohnung. Da haben viele Eigentümer aus finanziellen Gründen garkeine Alternative mehr als sich von ihrer Wohnung zu trennen.

Die bei Euch hier bestehende Vorstellung, eine vermietete ETW sei eine Art Sparbuch mit monatlich gleichbleibenden Auszahlungen hat mit der Realität nichts zu tun.

Antwort
von gammoncrack,

Selbstauskunft der Schufa und ein Solvenzcheck über Haus und Grund.

Natürlich wäre auch eine Auskunft des derzeitigen Vermieters hilfreich, ob der allerdings ehrlich ist, wenn er den Mieter loswerden will, ist dann wiederum die Frage.

Antwort
von Niklaus,

Die Wahrscheinlichkeit Mietnomaden als Mieter zu bekommen ist nicht so dramatisch hoch wie in der Presse dargestellt wird. Bester Schutz ist

  • Mieterselbstauskunft
  • Schufaauskunft.
  • Kaution in Bar zahlen lassen
  • Strikt an die Regeln halten. Bei zwei Monate Mietrückstand kündigen.
Kommentar von NasiGoreng ,
  • Gehaltsnachweis
Antwort
von qtbasket,

Einen absoluten Schutz vor Mietnomaden gibt es nicht.

Entscheidend ist die Reputation des potentiellen Mieters, entscheidend sind also die Nachweisbarkeit seiner finanziellen Leistungsfähigkeit - die Schufaeigenauskunft ist da nur eine Möglichkeit.

Antwort
von obelix,

wenn sie jetzt drin wohnt, hat sie das Problem nicht, denke ich.... Und wie will sie von Mieterträgen leben, wenn eine Alternative die ist, dass sie nicht ins Wohnheim geht?

Egal! Gehen wir davon aus, dass sie in Zukunft Mieterträge hat und sie solvente Mieter suchen muss.

Sie kann sich Nachweise geben lassen von den Mietern: Schufaauskunft, Bankauskunft, Kontakt zu ehemaligen Vermietern aufnehmen, Gehalts-/ Einkommensnachweis.

Antwort
von alfalfa,

Ergänzend hierzu:

-Rechtschutzversicherung -Mietausfallversicherung z.B. von der R+V Mietschutzpolice. Aber auch andere Versicherer haben ähnliche Angebote.

http://www.ruv.de/de/privatkunden/haus-und-wohnen/mietschutz/index.jsp

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