Frage von awb1966, 39

Eigentumsgemeinschaft

Geschwister besitzen ein Zweifamilienhaus. Einer möchte dieses Haus seit längerem Verkaufen da er es unter anderem durch berufliche Veränderung finanziell nicht halten kann und will. Der andere zahlt die Raten an die Bank gegen Willen des anderen alleine weiter, also dessen Anteil mit. Nun hat der zahlende einen Mahnbescheid erwirkt, in dem Zahlungen für Tilgung/Zinsraten eingefordert wird. Macht ein Widerspruch Sinn? Vielen Dank

Antwort
von Franzl0503, 35

awb: Wie hätte wohl der leistungsschwache Miteigentümer reagiert, wenn er statt des Mahnbescheides einen Antrag auf Teilungsversteigerung erhalten hätte, der weder einer Begründung noch dem Mitspracherecht eines Dritten bedurft hätte?

Lösung: Der Leistungsschwache soll dem Leistungsstarken den Verkauf seines MEA anbieten, vom Kaufpreis die vorgelegten Annuitätsraten abziehen und einem großzügigen Ratenplan zustimmen. Vorher wäre allerdings die Bank zu hören.

Kommentar von awb1966 ,

Danke für Deine Antwort. Eine Teilungsversteigerung werde wohl ich, in dem Fall der finanziell schwache Part in die Wege leiten müssen, da ich mich unbedingt entschulden will. Leider scheint es keinen anderen Weg zu geben.Es gab nach Gesprächen ein Kaufangebot der anderen Seite was bei ca. 40.000 € lag, das Grundstück alleine hat einen Wert von ca. 600.000 €uro. Nachdem ich dieses Angebot abgelehnt habe, kam dann der Vorschlag mich, aufgrund meiner derzeitigen finaziellen Situation ein " wenig mürbe" zu machen. Daher auch der Mahnbescheid und der Ursprung zu meiner Frage.

Kommentar von Franzl0503 ,

awb:

Derjenige, der den Antrag auf Teilungsversteigerung stellt oder einem bereits anhängigen Verfahren als Beteiligter beitritt, muss wissen, dass er nach dem Zwangsversteigerungsgesetz so behandelt wird, als betreibe er das Verfahren aus dem allerletzten Grundbuchrang. Das bedeutet:

Die den Anteil des Antragstellers belastende Rechte und die den Anteil des Antragstellers mitbelasteten Rechte an dem Grundstück (z.B. Hypotheken und Grundschulden) bleiben bestehen, sie werden durch das Verfahren nicht beeinträchtigt. Der Ersteher hat sie zu übernehmen. Bei hochbelasteten, insbesondere aber bei überschuldeten Objekten werden sich daher kaum Bieter finden mit der Folge, dass das Verfahren mangels zulässiger Gebote vom Gericht eingestellt wird. Dagegen ist bei unbelasteten oder gering belasteten marktgängigen Immobilien das Biet- und damit das Erwerbsinteresse allgemein größer.

Jeder kann mitbieten. Zur Versteigerung gelangt das gesamte Objekt, nicht etwa nur ein Anteil. Den Verkehrswert der Immobilie setzt das Vollstreckungsgericht auf der Grundlage eines Wertgutachten eines Sachverständigen fest. Der Bieter hat Bietsicherheit in Höhe von 10 % des Verkehrswerts ist zu leisten, wenn dies ein Beteiligter, dessen Recht durch Nichterfüllung des Gebots beeinträchtigt wäre, verlangt. Keine Sicherheit braucht er leisten, wenn ihm eine durch das Gebot ganz oder teilweise gedeckte Hypothek, Grundschuld oder Rentenschuld zusteht. Kein Grund zur Zuschlagsversagung ist das Nichterreichen der 7/10 Grenze, wie bei der Vollstreckungsversteigerung. Auf Antrag des Ehegatten oder eines früheren Ehegatten ist die einstweilige Einstellung des Verfahrens anzuordnen, wenn dies zur Abwendung einer ernsthaften Gefährdung des Wohls eines gemeinschaftlichen Kindes erforderlich ist. Die mehrfache Wiederholung – bis zu insgesamt fünf Jahren - ist möglich. Dem Antragsteller wird nur eine zeitweiliges Stillhalten unter Fortbestehen der Beschlagnahmewirkungen, nicht aber ein Verzicht auf die Vollstreckung zugemutet.

Antwort
von Privatier59, 25
Macht ein Widerspruch Sinn?

Ein Einspruch macht dann Sinn, wenn der geltend gemachte Anspruch unberechtigt ist, wenn also mehr verlangt wird als dem Beteiligungsanteil entspricht. Davon steht da nichts. Besonders drollig finde ich im übrigen die Formulierung "gegen Willen des anderen alleine weiter". Was wäre denn wohl die Konsequenz wenn er es nicht täte: Die Zwangsversteigerung und damit die Vernichtung wirtschaftlicher Werte, Dass man sich dann auch noch Beschwerden anhören muß und gezwungen ist, seine offenbar berechtigten Ansprüche gerichtlich beizutreiben, ist schon ein starkes Stück.

Kommentar von awb1966 ,

Drollig, ist an der Situation gar nichts. Und natürlich ist etwas gegen den Willen, wenn man sich entschulden will und ein anderer weiter zahlt. Die Zwangsversteigerung ist das was angestrebt werden wird, wenn man sich nicht einigen kann. Es beschwert sich auch niemand, im Gegenteil, es wird versucht nach Lösungen zu suchen.

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