Frage von Dave91, 74

Eigenschuld PKW Unfall Schadensregulierung beim Versicherer

Sehr geehrte Community,

am 18.07.2012 verursachte ich einen Unfall. Die Schuld gab ich zu. Am 20.07.2012 sendete mir der Geschädigte einen Kostenvoranschlag. Ich wartete bis sich die Versicherung meldet. Nachdem einige Zeit verstichen war informierte ich mich Januar 2013 bei meinem Versicherungsmakler ob die Versicherung an dem Fall arbeitet. Er konnte mir leider keine Antwort geben. Heute (07.05.2014) meldete sich die Versicherung mit der Aussage: "Es wurde ein neuer Kostenvoranschlag eingereicht, der im Vergleich zum Kostenvoranschlag von 2012 auch noch die Beschädigung einer Felge beinhaltet."

Nun meine Fragen:

Kann die Versichung mich nach fast 2 Jahren für den Schaden noch "bluten" lassen?

Und kann der Geschädigt nach fast 2 Jahren einen neuen Kostenvoranschlag einrichten? (eingereicht durch den Anwalt des Geschädigten)

Vielen Dank im Voraus für die Antworten

MfG

Antwort
von gandalf94305, 50

Mich wundert hier einiges.

Hast Du die Versicherung unmittelbar nach dem Unfall über diesen mit einem Unfallbericht informiert? Hast Du eine neue Schadensfreiheitseinstufung nach dem Unfall erhalten?

Warum wird ein neuer Kostenvoranschlag zwei Jahre nach dem Unfall eingereicht? Welches Datum trägt dieser? Wie wird bewiesen, daß hier kausal ein Zusammenhang zum Unfall überhaupt noch besteht?

Warum reicht der "Anwalt" des Geschädigten den Kostenvoranschlag ein? Woher weißt Du, daß es der Anwalt war? Warum hat dieser überhaupt einen Anwalt eingeschaltet? Hast Du hier ggf. Schreiben in der Zwischenzeit einfach ignoriert? Läuft hier parallel noch ein Straf- oder Zivilverfahren wegen dieses Unfalls?

Warum fragst Du den Versicherungsmakler? Warum nicht die Versicherung?

Die Versicherung wird Schäden regulieren, wenn Ansprüche bestehen. Da Du eine Schuld eingestanden hast, wird der Schaden des Geschädigten zu regulieren sein. Dies basiert auf einem zeitnah eingereichten Kostenvoranschlag bzw. tatsächlichen Reparaturkosten (per Kostenübernahmeerklärung der Versicherung). Das ist nicht "bluten lassen", sondern einfach eine Regulierung eines von Dir verursachten Schadens.

Antwort
von imager761, 37
Kann die Versichung mich nach fast 2 Jahren für den Schaden noch "bluten" lassen?

Hat sie den ersten Schaden reguliert und dich zurückgestuft, nicht stärker. Hast du den aus eigener Tasche bezahlt und reguliert sie jetzt, durch Rückstufung.

Und kann der Geschädigt nach fast 2 Jahren einen neuen Kostenvoranschlag einrichten? (eingereicht durch den Anwalt des Geschädigten)

Ja, die Verjährungsfrist für Forderungen beträgt 3 Jahre.

Kann der Geschädigte einen versteckten Haarriß geltend machen, den der TÜV nun monierte, kann er den nachreguliert verlangen. Fordert er äußere Beschädigungen behoben, die im Zeitpunkt des Unfalls nicht vorhanden waren, nicht.

Daruf würde ich meine Versicherung in der Stellungnahme mal hinweisen und abwarten. Wie gesagt, bei einer Nachregulierung ändert sich für dich nichts mehr; du wirst nicht wegen zweier Schadensmeldungen eines Unfalls erneut zurückgestuft :-O

G imager761

Antwort
von barmer, 28

Hallo,

in der Geschichte fehlt jeder zweite Satz.

Du hast doch sicher sofort die Versicherung informiert und nicht erst Anfang 2013. Gibt es kein abschließendes Schreiben der Versicherung über die Regulierung ?

Nach 2 Jahren etwas nachzuschieben ist unüblich, entweder wurde repariert oder fiktiv abgerechnet. In jedem Fall ist kaum noch zu belegen, dass die Felge etwas mit dem Unfall zu tun hat.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Dave91 ,

siehe Kommentar des 2. Beitrages. Danke

Antwort
von Privatier59, 19

Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. So lange kann der Geschädigte Ansprüche geltend machen, mit entsprechenden Folgen für Dich.

Antwort
von freelance, 19

so eine Geschichte habe ich noch nie gehört. Versicherungen schliessen Fälle nach kurzer Zeit, sicher nicht nach 2 Jahren.

Dass der Geschädigte einen Kostenvoranschlag an den Verursacher sendet, ist auch unüblich.

Versicherungen sind dazu da, Schäden abzuwickeln. Die kümmern sich um alles. Meist ist es mit einer Aussage zum Unfallhergang getan.

Ich würde mir das von der Versicherung erklären lassen, wie ein abgeschlossener Schaden jetzt noch relevant sein kann.

Andere Logik:

für den Schaden noch "bluten" lassen?

das kann insofern nicht sein, denn wenn der 2. Kostenvoranschlag eingereicht wird, dann bezieht sich das auf den Schaden in 2012. Und für den bist du rückgestuft worden. Damit sollte es hier keine erneute Rückstufung geben.

Kommentar von Dave91 ,

Danke für die Antwort. Was ich noch erwähnen sollte ist, dass die Versicherung bis jetzt keine Regulierung angefordert hat. Die Versicherung möchte nun nach fast 2 Jahren von mir wissen ob die Felge durch den Unfall beschädigt wurde. Nach meiner Antwort möchte die Versicherung die Regulierung durchführen.

Kommentar von freelance ,

damit ist doch die Sachlage eine ganz andere. Dann hat der Geschädigte wohl noch nichts eingefordert, sondern jetzt erst. Und damit wurdest du wohl auch noch nicht zurückgestuft.

Der Fall war wohl seit 2012 "ruhend". Das ist allemal eine schräge Vorgehensweise. Als Geschädigter sollte man doch Interesse haben, dass so ein Schaden schnell reguliert wird.

Wurdest du denn nicht in 2012 angeschrieben wegen des Falles? Üblich ist, dass man einen Schaden meldet bei der Versicherung und dann kommt binnen Tagen eine Aufforderung zur Schadensbeschreibung und zum Unfallhergang.

Würdest du dich nun nach fast 2 Jahren die Felge nicht zum Schaden erklären, dann wollte ich doch sehen, wie der Geschädigte nach dieser Zeit nachweisen will, dass die Felge Teil des Schadens ist.

Der Fall ist mehr als schräg und unüblich.

Wenn bis 2013 nichts passiert ist, hast wohl weder du noch der Geschädigte bei deiner Versicherung irgendeine Meldung gemacht.

Antwort
von mig112, 16
  1. Ja!

  2. Auch JA!

Drittens ist deine Fragestellung unvollständig. Detaillierte Antworten entsprechen eher "Nebelstocherei".

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