Frage von KlausT,

Eigenkündigung günstig bei Wunsch nach vorzeitigem Rentenbezug?

Ich bin Jahrgang 1956, würde also mit Ablauf des Dezember 2022 die Regelaltersgrenze erreichen (bei Jahrgang 1956 laut der Übergangsregelung: 65 Jahre + 10 Monate). Gehe ich früher, habe ich einen Abschlag von 0,3 Prozent je Monat, den ich vorzeitig gehe. Würde ich also zwei Jahre früher gehen (mit Ablauf des Dezember 2020), hätte ich bis zum Lebensende einen Rentenabschlag von 7,2 Prozent. Meine Frage: Wie wäre die Rechtslage insbes. die finanzielle Situation, wenn ich zum Ablauf des Dezember 2020 selbst kündigen würde? Wäre die finanzielle Situation, wenn man die gesamte Restlebenszeit berücksichtigt, möglicherweise nicht sogar günstiger mit einer derartigen Eigenkündigung? Sperrzeit 12 Wochen ohne jegliche Zahlung ist klar, aber danach bekäme ich doch Arbeitslosengeld und zwar bis zum Regelaltersgrenze, da sich die Bezugdauer für ältere Arbeitnehmer ab dem 58. Lebensjahr auf 24 Monate erhöht. Wäre die danach gezahlte Altersrente möglicherweise höher als die um 7,2 Prozent geminderte bei vorzeitigem Renteneintritt?

Antwort
von gammoncrack,

Wenn die Spezialisten hier sagen, das dass funktioniert, fahre ich gleich in de Baumarkt und hole mir einen Strick. Dann hätte ich ja alles verkehrt gemacht.

Ich bezweifel aber wirklich, dass sich das rechnet. Du, (bzw. ARGE), zahlst ja für diese Restjahre entsprechend weniger Beiträge. Wie die Auswirkung in % dann ist, kann ich Dir aber nicht sagen. Bist Du sicher, dass man dann! nicht versucht, Dich zu vermitteln und Du ggf. einen Job mit einem Gehalt in Höhe des ALG annehmen musst? Dann hast Du bei dieser Idee vermutlich verloren.

Du müsstest ja bei einer solchen Überlegung auch den Gehaltsverlust gegenrechnen und dabei auf die statische Lebenserwartung gem. Sterbetafel zurückgreifen.

Ich bin mal gespannt, was hierzu noch kommt.

Antwort
von Julia23,

Hallo KlausT, das ist interessante Frage! Hier meine Einschätzung:

  • wenn ALG1 gewährt wird, so gilt diese Zeit auch als Rentenbeitragszeit und erhöht somit Dein Rentenanspruch, bei Rentenbezug gibt es keine Ehöhung Deiner Rentenabsprüche mehr

  • es bleiben die 12 Wochen Sperrzeit als finanzielle Einbusen

  • und der unvermeidliche "Stress" mit dem Amt, (Weiter)Schulungen, Trainings, Bewerbungsgespäche/Nachweise usw. und die Gefahr der Zwangsverrentung

bin auf weitere Meinungen gespannt. Ist es heute die "Zwangsverrentung" von älteren Arbeitslosen immer noch üblich?

Kommentar von ellaluise ,

Ich weiß das ein ehemaliger Vorgesetzter das genauso geplant hat (hatte). Er hat seinen Job jetzt aber noch nicht aufgegeben, hat also seinen Plan noch nicht vollzogen. Das kam mal so im Gespräch also unsere Abteilung aufgelöst wurde, ich muß jetzt noch 2 Jahre arbeiten, dann kann ich 2 Jahre arbeitslos sein und dann gehe ich in Rente.

Kommentar von Julia23 ,

wie gesagt: neben der Sperrfrist vermute ich Ärger und Beschäftigung vom Amt, denn die wollen Ihre Statistik schön halten. Schlimmstenfalls wirst Du nach einigen Monaten ALG1-Bezugs zwangsverrentet ...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community