Frage von LieberPapa,

Eigenheim ohne größere Rücklagen sinnvoll?

Hallo in die Runde,

zunächst vorweg, ich bin neu hier und verfasse hier meinen ersten Beitrag – über eventuelle Formfehler bitte ich daher wegzusehen :-)

Kurz zum Hintergrund: meine Frau und ich spielen mit den ersten Gedanken bezüglich einer Investition in ein Eigenheim. Wir sind noch recht jung (27 & 28) und haben einen fast 3 Jährigen Sohn. Im Vordergrund steht hierbei, dass das Eigenheim unsere private Altersvorsorge sein soll (oder besser gesagt ein großer Teil davon). Eigenkapital konnten wir uns auf Grund verschiedener Umstände in der Vergangenheit leider nicht zurück legen. Aktuell hab ich einen neuen Job begonnen, der uns jedoch den Gedanken an ein zum größten Teil fremd finanziertes Eigenheim erlaubt. Wir träumen nicht von einer 200 m² Luxusvilla mit riesigem Grundstück, eigenem Pool usw… Unser Eigenheim soll klein aber fein sein – wir planen mit ca. 100 m² Wohnfläche mit 3 oder 4 Zimmern. Ein entsprechendes Grundstück sollte um die 300 m² haben.

Unsere aktuelle Einnahmesituation sieht so aus, dass wir netto zusammen ca. 2.800 € monatlich zur Verfügung haben, zzgl. Kindergeld für unseren Sohn. Unsere aktuelle Kaltmiete unserer Wohnung liegt bei 390 €, warm bei 580 €. Fixe Kosten sind größtenteils Lebensunterhaltungskosten (Essen, Kleidung, Freizeit), Standard-Versicherungen wie Hausrat/Haftpflicht/Kfz. Weiterhin ca. 150 € monatliche Benzinkosten auf Grund meines Fahrtwegs zur Arbeit sowie Kita-Kosten für unseren Sohn von aktuell 202 € monatlich (ab August 110 €monatlich).

Wir möchten nichts überstürzen und wollen uns zunächst über alles einen Überblick verschaffen. Einer der wichtigsten Pfeiler hierbei ist die Finanzierung, sodass auch ungeplante Reparaturen oder ähnliches gedeckt werden können.

Könnt ihr mir/uns eine Empfehlung geben, ob es sich bei unseren Rahmenbedingungen lohnt den Gedanken weiterzuführen oder ob evtl. doch etwas Eigenkapital angespart werden sollte? Viele sagen ja, dass zumindest die Kaufnebenkosten wie Notar, Grunderwerbsteuer und ähnliches durch die Nebenkosten abgedeckt werden sollten.

Danke für euer Feedback!

Viele Grüße

Antwort
von Mikkey,

Den Gedanken weiterzuführen lohnt sich bestimmt, Pi mal Daumen habt Ihr 1000€ für Zins und Tilgung zur Verfügung und dabei noch einige Reserve.

Bei den aktuell niedrigen Zinsen solltet Ihr aber auf jeden Fall mit 3% Anfangstilgung kalkulieren (mehr machen die meisten Banken nicht) und ein weiteres Prozent auf die hohe Kante legen. Nach Eurer jetzigen Miete geschätzt, dürfte Euer Traum für weniger als eine Dreiviertelmillion zu bekommen sein.

Wenn Du den Job gerade erst begonnen hast, musst Du ohnehin den Ablauf der Probezeit abwarten, sonst wird sich gar keine Bank finden. Bis dahin könnt Ihr zumindest die Kaufnebenkosten ansparen.

Antwort
von LittleArrow,

Na gut, von einem Pool habe ich als Bestandteil meines Immobilienwunsches nie geträumt. Aber dafür habe ich immer ordentlich sicher gerechnet, wie z. B. die Hauskaufnebenkosten, das Zinsveränderungsrisiko für die potentielle Anschlussfinanzierung, die (gegenüber einer Mietwohnung) wesentlich erhöhten Nebenkosten bei einer eigenen Immobilie etc.

Spannende Frage: Wieviel Immobilie kann ich mir leisten? Diese wird hier annähernd beantwortet: http://www.test.de/Eigenheimfinanzierung-So-teuer-darf-Ihr-Haus-werden-4520153-0.... Die Gegend und die Lage bestimmen wesentlich den Immobilienpreis, aber natürlich auch die Hausqualität!

In Ermangelung von Eigenkapital sollte man zur Sicherheit eine sehr lange Zinsbindungsfrist und hohe anfängliche Tilgung wählen, um zu einem niedrigen Kreditrestsaldo zu kommen. Guck mal rechts in die Immobilienkauf-Bilder in die unten rechts angezeigte Tabelle zum Volltilgerdarlehn. Wegen der hohen Beleihung von ca. 100+ % ist Eure Finanzierung grundsätzlich erheblich teurer, als wenn Ihr 25 % Eigenkapital hättet. Aber genau deshalb geht mal von einem rechnerischen Zinssatz von 4 - 5 % p.a. aus mit mind. 20-jähriger Zinsfestschreibung. Da darf die Immobilie dann eben nicht soviel kosten!

Und es muss noch im finanziellen Monatsbudget Platz für weitere finanzielle Belastungen bleiben, z. B. Hausreparaturen, Autokauf, Kindererziehung/-ausbildung, vielleicht auch noch eine Risikolebensversicherung (bloss keine Kapitallebensversicherung). Wenn diese finanziellen Belastungen - glücklicherweise - nicht so eintreten und es auch noch Weihnachtsgeld gibt, dann sollte man trotzdem finanzielle Reserven anlegen und gelegentlich Gebrauch von einer vertraglich vereinbarten Sondertilgung (bis zu mind. 5 o. 10 % vom Anfangsdarlehn) machen.

Keiner weiß, wo in 10 Jahren nach Kreditvollauszahlung das Zinsniveau liegt. Sollte es so niedrig sein wie heute, besteht ein normales Schuldnerkündigungsrecht, um auf ein niedrigeres Zinsniveau umzuschulden. Sollte es höher sein, dann ist es gut, die noch andauernde Zinsbindung zu genießen, während andere vielleicht die Belastung einer Anschlussfinanzierung nicht mehr stemmen können und ihre Immobilie (in einem ungünstigen Marktumfeld) verlustbringend verkaufen müssen.

Antwort
von Primus,

Über eventuelle Formfehler bitte ich daher wegzusehen > Also dazu kann ich nur sagen, dass Dein Text Balsam für die Augen ist ;-))

Zu Deiner Frage: Ich würde Euch raten, Gespräche mit verschiedenen Banken zu führen, um Eure Situation zu schildern.

Ich kenne aus dem Bekanntenkreis eine fast identische Geschichte, in der eine junge Familie ein Haus von 100qm gekauft hat. Bei einem Eigenkapital von 10.000 €, KFW- Förderung und Wohnriestervertrag haben sie ein super Finanzierungsangebot bekommen und nutzen dieses nun auch.

Ich würde sagen, dass eine unverbindliche Information Euch bei Eurer Planung weiterhilft.

Viel Glück ;-))

Antwort
von diekert,

Ich rate dir zunächst einmal die Entwicklung deiner beruflichen Laufbahn abzuwarten und in der Zeit Eigenkapital zu bilden, ganz abgesehen davon, dass es schwierig sein wird, bei den Rahmenbedingungen eine Finanzierung zu bekommen.

Antwort
von Baufinanzierer,

Gerne können Sie mich anrufen und ich helfe Ihnen bei den Fragen, ich bin Immobilien - und Baufinanzierer und gehöre zudem keiner Bank an. Klar ist es meist so, dass die Banken Eigenkapitaleinsatz begrüßen. Allerdings kann man genauso gut eine Finanzierung darstellen ohne EINSATZ von Eigenkapital.

Deniz Kursun 01523-3736436. Freue mich auf ein Gespräch.

Antwort
von Franzl0503,

Lieber Papa,

eine Menge guter Ratschläge hast du bereits gelesen. Ich beschränke mich auf die Grösse. 100 qm sind m. E. entschieden zu wenig.

Bedarfsermittlung: Wohnzimmer 25, Essen 8, Eltern 18, Kind 15, Gast/Kind 2 15, Küche 9, Bad/Wanne 8, 2. Bad/Dusche für Gast/Kind 6 (besonders wichtig), Gästetoilette 4, Windfang/Diele/Garderobe 10, Abstellkammer 4, Balkon/Loggia/Terrasse 10: macht summa summarum 132 qm.

Spätestens drei Jahre nach Bezug wirst du erkennen, ob der heute geplante Platzbedarf richtig war..

Kommentar von Primus ,

Du glaubst gar nicht, wie groß ein 100qm großes Haus mit Wohn-Esszimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Küche, Diele, Bad und Abstellraumsein kann. Hätte ich es nicht gesehen, würde ich es auch nicht glauben ;-))

Vor allem, wenn kein 2. Kind geplant ist.

Antwort
von Privatier59,

ob evtl. doch etwas Eigenkapital angespart werden sollte?

Streich das "sollte" und schreibe "muß" dahin. Wieso? Nun ja, Banken finanzieren üblicherweise nur bis 60% bis 80% des Verkehrswertes, wobei bei Euch eher die untere Grenze in Frage kommt. Die Kaufnebenkosten, immerhin bis zu 15% des Kaufpreises, muß man zusätzlich bezahlen können. Ohne ausreichendes Eigenkapital bekommt Ihr keine Finanzierung zusammen.

Was ausreichendes Eigenkapital ist, hängt von der Region ab in der Ihr bauen wollt. In beliebtester Lage der Stadt Köln, um nur ein mir bekanntes Beispiel zu nennen, käme ein Neubau mit den von Euch genannten Daten auf bis zu 750.000,-- Euro Kaufpreis, in weniger beliebter Lage kommt man mit einen sanierungsbedürftigen Altbau mit einem Drittel der Summe aus. Ist man bereit 70km aufs Land zu fahren, in die Eifel, tut es schon ein fünfstelliger Kaufpreis.

Fangt mit Euren Planungen so an, dass Ihr Euch umschaut, was Euer Traumhaus am Ort so kostet und dann wißt Ihr, wieviel Ihr sparen müßt und das solltet Ihr dann auch machen.

Antwort
von althaus,

Mit 3.000 netto und Familie ohne Eigenlapital solltest Du nicht an einem Eigenheim denken. Spare erst einmal 50.000 Euro an, habe einen sicheren Job und frage dann nochmal.

Antwort
von Vanny01,

Vorher informieren heißt später weniger Ärger! Du kannst ja auch einfach mal Deine Daten in einen Finanzierungsrechner stecken und schauen was dabei heraus kommt.

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