Frage von JimPanse, 262

Ehepartner Steuerklasse bei Krankengeld

Liebe Forenmitglieder,

folgende Situation:

Person A und B sind verheiratet. Person A hat ein Monatsbruttoeinkommen von 5000€. Person B ist längerfristig erkrankt und erhält (Brutto-)Krankengeld in Höhe von 2300€ von dem Sozialabgaben, aber keine Steuern abgezogen werden. Vor der Erkrankung hatten beide in etwa das selbe Einkommen, sodass Steuerklasse 4/4 sinnvoll war.

Frage:

Wie gestaltet es sich nun mit dem Krankengeld? Sollte jetzt Steuerklasse 3/5 beantragt werden? Geht das überhaupt, da Person B kein zu versteuerndes Einkommen hat?

Vielen Dank im Voraus!

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Antwort
von Mikkey, 262

Da Sozialabgaben und "nur" knapp die Hälfte vom Brutto, ist es wirklich Krankengeld, also von der GKV.

Die unterliegt dem Progressionsvorbehalt, die 5000 von A werden also mit dem Steuersatz versteuert, der sich aus der Splittingtabelle für mtl. 7300 ergibt.

Mit der Kombination 4/4 bekommt Ihr eine Erstattung, mit 3/5 wäre eine heftige Nachzahlung fällig.

Da Ihr vermutlich nicht Hunger leiden müsst, belasst es bei der jetzigen Konstellation.

Kommentar von JimPanse ,

Nur, dass ich das richtig verstehe:

Person A zahlt laut Grundtabelle bei einem Jahreseinkommen von 60000€, 16961€ Lohnsteuer (=28%) (https://www.bmf-steuerrechner.de/uebersicht_ekst/?)

Um den Steuersatz nach Ehegattensplitting zu ermitteln, schaue ich in die Splittingtabelle. Da das Krankengeld dem Progressionsvorbehalt unterliegt, schaue ich in dieser Tabelle bei 60000+12*2200=86400 nach (runden wir mal auf 85000). Daraus ergibt sich eine Steuerbelastung von 19714 € (=23%). Dieser Steuersatz wird nun auf das zu versteuernde Einkommen von Person A und B angewendet (=60000)???

Dann hat A doch durch Splitting (=Steuerklassen 3/5) einen geringeren Steuersatz und zahlt weniger Steuern?! Oder verstehe ich etwas falsch?

Kommentar von barmer ,

Ja, denn durch die Steuerklassen wird nur die Vorauszahlung geregelt. Nach der Einkommensteuererklärung kommts aufs gleiche hinaus. Mit der Folge, dass man mit 3/5 mit Nachzahlungen rechnen muss, weil zu wenig abgezogen wurde.

Antwort
von Tina34, 182

Für die Ermittlung des Arbeitsentgelts gilt der letzte vor dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum.

Was sollte sich durch die Steuerklassenwahl ändern??

Durch eure Steuererklärung wird alles richtig berechnet. Das was ihr momentan leistet ist doch nur eine "Vorausszahlung".

§ 47 SGB V Höhe und Berechnung des Krankengeldes

(1) Das Krankengeld beträgt 70 vom Hundert des erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelts und Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt (Regelentgelt). Das aus dem Arbeitsentgelt berechnete Krankengeld darf 90 vom Hundert des bei entsprechender Anwendung des Absatzes 2 berechneten Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen. Für die Berechnung des Nettoarbeitsentgelts nach Satz 2 ist der sich aus dem kalendertäglichen Hinzurechnungsbetrag nach Absatz 2 Satz 6 ergebende Anteil am Nettoarbeitsentgelt mit dem Vomhundertsatz anzusetzen, der sich aus dem Verhältnis des kalendertäglichen Regelentgeltbetrages nach Absatz 2 Satz 1 bis 5 zu dem sich aus diesem Regelentgeltbetrag ergebenden Nettoarbeitsentgelt ergibt. Das nach Satz 1 bis 3 berechnete kalendertägliche Krankengeld darf das sich aus dem Arbeitsentgelt nach Absatz 2 Satz 1 bis 5 ergebende kalendertägliche Nettoarbeitsentgelt nicht übersteigen. Das Regelentgelt wird nach den Absätzen 2, 4 und 6 berechnet. Das Krankengeld wird für Kalendertage gezahlt. Ist es für einen ganzen Kalendermonat zu zahlen, ist dieser mit dreißig Tagen anzusetzen. Bei der Berechnung des Regelentgelts nach Satz 1 und des Nettoarbeitsentgelts nach den Sätzen 2 und 4 sind die für die jeweilige Beitragsbemessung und Beitragstragung geltenden Besonderheiten der Gleitzone nach § 20 Abs. 2 des Vierten Buches nicht zu berücksichtigen.

(2) Für die Berechnung des Regelentgelts ist das von dem Versicherten im letzten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechneten Entgeltabrechnungszeitraum, mindestens das während der letzten abgerechneten vier Wochen (Bemessungszeitraum) erzielte und um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt verminderte Arbeitsentgelt durch die Zahl der Stunden zu teilen, für die es gezahlt wurde. Das Ergebnis ist mit der Zahl der sich aus dem Inhalt des Arbeitsverhältnisses ergebenden regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden zu vervielfachen und durch sieben zu teilen. Ist das Arbeitsentgelt nach Monaten bemessen oder ist eine Berechnung des Regelentgelts nach den Sätzen 1 und 2 nicht möglich, gilt der dreißigste Teil des im letzten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechneten Kalendermonat erzielten und um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt verminderten Arbeitsentgelts als Regelentgelt. Wenn mit einer Arbeitsleistung Arbeitsentgelt erzielt wird, das für Zeiten einer Freistellung vor oder nach dieser Arbeitsleistung fällig wird (Wertguthaben nach § 7b des Vierten Buches), ist für die Berechnung des Regelentgelts das im Bemessungszeitraum der Beitragsberechnung zugrundeliegende und um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt verminderte Arbeitsentgelt maßgebend; Wertguthaben, die nicht gemäß einer Vereinbarung über flexible Arbeitszeitregelungen verwendet werden (§ 23b Abs. 2 des Vierten Buches), bleiben außer Betracht. Bei der Anwendung des Satzes 1 gilt als regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit die Arbeitszeit, die dem gezahlten Arbeitsentgelt entspricht. Für die Berechnung des Regelentgelts ist der dreihundertsechzigste Teil des einmalig gezahlten Arbeitsentgelts, das in den letzten zwölf Kalendermonaten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit nach § 23a des Vierten Buches der Beitragsberechnung zugrunde gelegen hat, dem nach Satz 1 bis 5 berechneten Arbeitsentgelt hinzuzurechnen.

Kommentar von JimPanse ,

Was sollte sich durch die Steuerklassenwahl ändern??

Das Nettoeinkommen von Person A.

Da Krankengeld steuerfrei ist, ändert sich für Person B nichts unter der Annahme, dass für das Kalenderjahr keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte vorhanden sind. So zumindest mein Verständnis.

Antwort
von billy, 168

Auf die Höhe des Krankengeldes hätte ein Steuerklassenwechsel keine Auswirkungen da die Berechnungsgrundlage des KG in den letzten drei Monaten vor der Erkrankung liegt. Weshalb Person B unabhängig davon ob beide getrennt oder zusammen veranlagt werden, kein zu versteuerndes Einkommen haben soll erschließt sich mir nicht. 

Kommentar von JimPanse ,

Sagen wir, B bekommt im gesamten Kalenderjahr Krankengeld. Dann hätte B kein zu versteuerndes Einkommen für dieses Jahr. Da sich die Steuerklasse auf das Krankengeld nicht auswirkt, bleibt also nur noch die Frage, ob der Steuersatz für A nach dem Splitting geringer ausfällt...

Kommentar von billy ,

Das Krankengeld ist zwar steuerfrei aber es unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das heißt bei der üblichen Gemeinsamen Veranlagung der Ehegatten kann sogar eine höhere Steuerschuld heraus kommen. 

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