Frage von ClaireE,

Ehegattensplitting bei Wohnsitz im Ausland ( Frankreich)

Ich wohne seit 7 Jahren in Frankreich, beziehe meine Rente aus Deutschland , habe einen Englaender geeiratet, der seine Arbeit verloren hat.In Deutschland waere ein Ehegattensplitting bei der Steuererklaerung moeglich, gilt das auch bei Wohnsitz in EU-Land? Rentnern, die Deutschland den Ruecken gekehrt haben und anderswo in der EU leben , wird schon der Altersfreibetrag gestrichen -
Wer hat Erfahrungen?

Antwort
von EnnoBecker,

Wer hat Erfahrungen?

Was soll so eine Frage? Man muss doch nur einen Blick ins Gesetz werfen, um zu wissen, dass es nicht funktioniert.

Es scheitert daran, dass beide Ehepartner in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind, § 26 EStG.

Diese Frage haben wir in diesem Jahr aber nun wahrlich oft genug ausführlich beantwortet. Und hier in diesem Fall drängen sich aber ganz andere Probleme bei der Besteuerung auf - und die beinhalten das Wort "Neubrandenburg".

Kommentar von gammoncrack ,

@ EnnoBecker

Ich habe, nachdem die Frage eingestellt wurde, rumgegoogled wie nichts Gutes. Und weil ich aus den ganzen Sachen nicht schlau geworden bin, irgendwann das Handtuch geworfen und auf den Spezialisten gewartet.

Was mich jetzt irritiert, ist das Ergebnis, dass das daran scheitert, dass beide Ehepartner in Deutschland steuerpflichtig sind. Wie kann ein Engländer, der in Frankreich lebt, hier steuerpflichtig sein? Dann habe ich noch irgend etwas von 90% des Haushaltseinkommens gefunden. Kannst Du das vielleicht für mich noch einmal erläutern, obwohl ich im Moment nicht daran denke auszuwandern.

Und eine kleine Anmerkung: Was das für manche aus Brandenburg kommt, ist schon richtig bitter, insbesondere, wenn es sich um kleinere Renten handelt. Was man da lesen konnte, wie weit die gehen (100-jährige, etc.), frage ich micb schon, was das wirklich soll.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Fragestellrin hat im April die Frage bereits gestellt gehabt.

Um zu einer Ehegattenveranlagung zu kommen (und damit zum Spiltting), müssen diese drei Voraussetzungen an mindestens einem Tag im Jahr erfüllt sein:

  1. Beide Ehepartner sind verheiratet, und zwas miteinander(!)
  2. sie leben nicht dauernd voneinander getrennt
  3. Sie sind beide in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig

Nur in Deutschland wegen inländischer Renten Steuern zu zahlen genügt nicht, wenn man in Deutschland keinen Wohnsitz hat.

Und im April haben wir geklärt, dass es ausreicht, nach § 1 (3) wie ein unbeschränkt Steuerpflichtiger behandelt zu werden.

§1 (3) - da kommen die 90% her. Der Steuerpflichtige muss mindestens 90% (oder mehr als 90%? - muss bei Gelegenheit mal ins Gesetz gucken) Einkünfte beziehen, die in Deutschland steuerpflichtig sind.

wie weit die gehen (100-jährige, etc.

Ich fände es absurder, wenn man Leute allein wegen ihres Lebensalters anders behandeln würde. Das würde gegen Artikel 3 GG verstoßen.

Kommentar von gammoncrack ,

Vielen Dank.

Die Beispiele, die man teilweise in den Gazetten gefunden hat, haben mich einfach stutzig werden lassen. Natürlich sind 100 Jahre kein Grund, aber wie kommen die z. B. bei diesem Fall

http://www.welt.de/finanzen/article106163689/Deutsche-Auslandsrentner-in-der-Ste...

darauf, dass eine Steuernachzahlung erforderlich ist? Die kennen doch die Rentenhöhe.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ziemlich reißerischer Artikel, aber ich denke, wenn es möglich ist, der 101jährigen Frau die Steuern zu ersparen, hätte ich das auch gekonnt. Einstieg in diesen Fall wäre tatsächlich der § 1 (3) EStG.

Das Problem besteht darin, dass beschränkt Steuerpflichtige keinen rundfreibetrag haben und auch die meisten Abzugsbeträge entfallen. Inhaltlich logisch, denn diese ganzen Sachen hat derjenige ja bereits in seinem Wohnsitzland. Deswegen sind auch Minirenten zu versteuern.

Mit 1 (3) wäre das aber aushebelbar. Und das wird der "deutschsprachigerSteuerberate..., der sich mit dem Wust an Formularen und Gesetzesregeln auskannte" getan haben.

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