Frage von mikodjan, 131

Dürfen Sozialhilfeempfänger Soziale Arbeit / 1-Euro-Jobs leisten?

Ich habe eine dringende Frage: Mein Onkel, schwerbehindert, erhält Sozialhilfe. Nebenher leistet er Soziale Arbeit / einen 1-Euro-Job, täglich 4 Stunden von Montags-Freitags, wofür er nochmal 128 Euro monatlich erhält.

Kürzlich kam es im Sozialamt zu einem Leitungswechsel (der alte Leiter ging in Rente). Die neue Chefin teilte meinem Onkel heute mit, dass es Sozialhilfeempfängern nicht gestattet ist, Soziale Arbeit zu leisten.

Meine Frage: Ist dies rechtens? Er hat doch vorher genauso vom Sozialamt sowohl Sozialhilfe als auch die Entlohnung für die SA erhalten. Gab es eine neue Verordnung in der Zwischenzeit oder hat die neue Leiterin des Sozialamtes eine willkürliche Entscheidung getroffen? Was ihn am meisten stört, ist nicht das Geld, dass er dadurch verliert, sondern, dass ihm die einzige Beschäftigung genommen wird.

Für Antworten wär ich sehr dankbar. Beste Grüße

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59, 131
Entlohnung für die SA

Manche Abkürzungen können ganz schön ins Auge gehen.

Aber zur Sache selber: Die sog. 1-Euro-Jobs sollen dazu dienen, auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten und ich glaube, da ist das Problem. Dein Onkel scheint nicht mehr arbeitsfähig zu sein und hätte an sich niemals eine solche Beschäftigung bekommen dürfen.

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/1-ein-euro-job.html

Kommentar von mikodjan ,

Er ist noch arbeitsfähig, jedoch kann er keine körperlich sehr schweren Arbeiten ausüben. Hier liegt das Problem also nicht.

Nur ist er vom 1-Euro-Job nie zu einer normalen Beschäftigung / normalen Arbeit gewechselt, sondern hat immer von der Summe aus Euro-Job und Sozialhilfe gelebt. Dieses Standbein bricht ihm nun weg.

Jedoch hat man ihm beim Sozialamt mitgeteilt, dass er keinen 1-Euro-Job ausüben darf, wenn er Sozialhilfeempfänger ist, was in meinen Augen jedoch nicht richtig ist, da die Soziale Arbeit ja genau für Arbeitslose gedacht ist oder nicht?

Kommentar von Privatier59 ,

Wer von den Behörden als noch arbeitsfähig eingeschätzt wird, bezieht ALG2. Wer Sozialhilfe bezieht wird eben als nicht mehr für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehend angesehen. Dass die Betroffenen das manchmal anders einschätzen, ist zu verstehen.

Und die 1-Euro-Jobs werden ja ohnehin mit Skepsis betrachtet: Es gibt ganz wenige Betroffene die sich über diese Tätigkeit freuen, die meisten sehen sie als Zumutung und es wird immer befürchtet, dass dadurch reguläre Arbeitsplätze verloren gehen.

Antwort
von Primus, 99
sondern hat immer von der Summe aus Euro-Job und Sozialhilfe gelebt. Dieses Standbein bricht ihm nun weg.

Also ich finde, dass Sozialhilfe und ein zusätzlicher 1€ Job kein Standbein sein dürfte.

Dein Onkel ist also in der Lage 4 Std. täglich zu arbeiten und bezieht Sozialhilfe, obwohl es so ist, dass eine Erwerbstätigkeit eines Sozialhilfeempfängers einen geringeren Umfang als 3 Stunden pro Tag haben darf, hmmmm.....

Bei höherer Leistungsfähigkeit würde er eigentlich in den Leistungsbereich des SGB II, also in Hartz IV übergehen.

Aber auch als Sozialhilfeempfänger dürfte er mehr als 128 € dazuverdienen, denn Sozialhilfeempfänger können 30 % des aus Erwerbstätigkeit erzielten Einkommens, höchstens jedoch 195,50 € (= 50 % der Regelbedarfsstufe 1) für sich behalten.

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Sozialhilfe-368.html

Antwort
von findus, 93

Wenn Dein Onkel Sozialhilfe bezieht, dann ist er nicht mehr arbeitsfähig. Soweit ich weiß, wird ihm das verdiente Geld auf die Sozialhilfe angerechnet. Das würde aber bedeuten, er kann dort weiter arbeiten, muss es sich aber anrechnen lassen. Liege ich richtig? Weitere Antworten wären toll!

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