Frage von BineF, 47

Drittjob im Beschäftigungsverbot? - Lohnsteuerklasse 6 oder freie Mitarbeiterin?

Hallo ihr Lieben,

für mich stellt sich im Moment die Frage, ob ich noch einen 3. Job annehmen sollte bzw. darf.

Ich bin Gärtnerin und aufgrund meiner Schwangerschaft habe ich ein Beschäftigungsverbot in meinem Hauptjob (da ich nun nicht mehr mit Dünger, Pflanzenschutzmittel, etc. umgehen darf).

Darf man einen weiteren Job im Beschäftigungsverbot annehmen? Der 400€ Job ist sowohl mit dem Arzt als auch mit dem Arbeitgeber abgeklärt.

Meinen 400€ ich aber wahrscheinlich zum 1.8 verlieren, da wir im Moment immer weniger Arbeit haben. Es existiert kein schriftlicher Vertrag zwischen mir und meinem Arbeitgeben, daher schätze ich das er mich trotz Schwangerschaft kündigen darf... Oder?

Jedenfalls wird mein Mann ab dem 1.7 auch keine Arbeit mehr haben. Er wird dann für 4 Monate ins Ausland gehen, weil er dort Aussichten auf einen Job hat, aber erst ab nächstem Jahr.

Mit wachsender Familie, steigt natürlich auch der finazielle Bedarf, nun sieht es bei uns aber eher schlecht damit aus.

Lohnt es sich einen Drittjob auf Lohnsteuerklasse 6 anzunehmen? Ich habe gehört, das die Abgaben aus der Lohnsteuerklasse 6 nicht im Lohnsteuerjahresausgleich berücksichtig werden.... Stimmt das?

Ich habe auch etwas von Pauschalbesteuerung/Kopfsteuer gehört? Kann mir das jemand erklären?

Und wie sähe die Situation aus, wenn ich als Freie Mitarbeiterin angestellt werden würde?

Danke im voraus!

Liebe Grüße :)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo BineF,

Schau mal bitte hier:
Steuern Steuererklärung

Antwort
von brunhilde, 47

Hallo BineF, ich würde mich als freie Mitarbeiterin anstellen lassen. Du musst vermutlich ein gewerbe anmelden. Da Du aber in deinem Hauptjob wesentlich mehr arbeitest, musst Du keine Beiträge zur Sozialversicherung leisten, da es sich nur um ein Nebengewerbe handelt. Versteuern musst Du allerdings die Einkünfte, Du zahlst aber keine Umsatzsteuerm wenn Du weniger als 17.500Euro pro Jahr umsetzt. Ausserdem kannst Du Deine Aufwendungen, die Du hast, dagegen rechnen. Lies mal nach unter "Klengewerbe". Rechnungen musst Du stellen.

Antwort
von Kevin1905, 39

Liegt kein spezifischer Arbeitsvertrag vor gelten die gesetzlichen Vorschriften. Daher darf er dir nicht kündigen.

Als freier Mitarbeiter kann man nicht angestellt sein, man ist dann selbständig mit einem Auftraggeber, was einen in die Gefahr der Scheinselbständigkeit bringt.

Beachte immer das Selbständige:

  • Selbst entscheiden welche Aufträge sie annehmen und welche nicht
  • Selbst entsscheiden wann sie arbeiten und wie viel
  • Selbst entscheiden, wann sie sich Urlaub nehmen und wie lange
  • Selbt über ihren Einsatzort entscheiden.

Selbständige mit einem Auftraggeber sind rentenversicherungspflichtig, nach Ablauf der befristeten Befreiung von 3 Jahren, wenn die Tätigkeit mehr als geringfügig ist.

Kommentar von BineF ,

Warum bringt es einen in die Gefahr Scheinselbstständig zu sein?

Dies hier ist das Stellenangebot:
Für unsere kontinuierlichen und interessanten Meinungsumfragen per Telefon in unseren Studios, suchen wir freie Mitarbeiter/innen.

Wir bieten interessierten Bewerbern Einblick in die empirische Markt- und Sozialforschung (repräsentative Bevölkerungs- und Zielgruppenerhebungen, computergestützte Interviews)

-ein leistungsorientiertes Honorar als freie/r Mitarbeiter/in
-eine flexible Zeiteinteilung (Montag bis Sonntag) sowie
-selbständiges Arbeiten an interessanten Projekten

Kommentar von Kevin1905 ,

Da es oft genug "freie Mitarbeiter" gibt die eben die letzten Beiden von dir genannten Punkte nicht erfüllt haben, das legt dann den Verdacht nahe dass der Auftraggeber im Grunde doch ein Arbeitgeber ist, der sich um die Abgaben drücken will.

Schön, dass es hier nicht so zu sein scheint.

Kommentar von BineF ,

Mir kommt die Frage zwar absolut blöd vor, aber ich stelle sie trotzdem mal... ^^´

Kann man denn eine Freie Mitarbeit auch als 400€ Job machen?

Kommentar von Kevin1905 ,

400,- € Jobs gibt es nicht (mehr). Ausnahme sind geringfügige Arbeitsverhältnisse, welche vor dem 01.01.2013 schon bestanden.

Minijjobs bis 450,- € Verdienst sind für den Arbeitnehmer abgabenfrei (Ausnahme: Rentenversicherungsbeitrag von 3,9%). Allerdings sind es eben abhängige Arbeitsverhältnisse und der Arbeitgeber trägt die Pauschalen an die Bundesknappschaft in Höhe von ca. 30%.

Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann maximal EIN abgabenfreier Minijob bestehen. Ein weiterer Minijob geht zwingend in die Lohnsteuerklasse 6.

Kommentar von BineF ,

Das man max. einen Minijob haben kann, weiß ich, ich möchte nur wissen ob man eine Freie Mitarbeit als Minijob machen kann. Aber das müsste ich dann vermutlich mit dem Unternehmen klären, ob sie es auch als Minijob anbieten würden.

Kommentar von Kevin1905 ,

Habe ich doch beantwortet.

Entweder ist man freier Mitarbeiter also selbständig oder man ist angestellt, ob als Minijobber, Teil- oder Vollzeitbeschäftigter.

Antwort
von Snooopy155, 35

Wenn Dein Arbeitgeber gegen den Nebenjob nichts einzuwenden hat und und Du auch die Arbeitsschutzregeln während des Mutterschutzes einhälst (Arbeitszeiten, Pausen .....) sollte erst einmal nichts dagegensprechen.

Lohnsteuerabzüge die aus nichtselbständigen Tätigkeiten herrühren - ausgenommen Minijobs die pauschaliert versteuert wurden - werden natürlich bei der Einkommenssteuererklärung berücksichtigt egal nach welchr Steuerklasse sich zunächst die Lohsteuer errechnet hat.

Den Weg der freien Mitarbeietrin würde ich nicht gehen, denn dort wirst Du nur für erbrachte Arbeitsleistung entlohnt, ausserdem fehlen die Beiträge zu Deiner Altersversorgung

Kommentar von BineF ,

Danke für die schnelle Antwort :)

Was die Beschäftigung als Freie Mitarbeiterin angeht:

Meine Frage war mehr steuerrechtlich gemeint.
Wie melde ich das dem Finanzamt?
Muss ich es auch der Krankenversicherung melden? Krankenversichert bin ich ja über meinen Hauptjob, also eigentlich nicht, oder?
Mit wievielen Steuerabzügen muss ich rechnen?

Ich habe gelesen, das ich als Freie Mitarbeiterin Rechnungen schreiben muss, aber das hab ich damals nicht machen müssen. Ich habe nämlich bereits als Schülerin bei diesem Unternehmen gearbeitet, bei dem ich nun wieder anfangen möchte. Ich habe ganz normale Lohnabrechnungen am Ende des Monats bekommen.

Bei diiesem Marktforschungsunternehmen kann ich mir meine Zeit frei einteilen und soviel oder sowenig arbeiten wie ich möchte, bzw. wie ich Zeit habe. Dort werde ich zum einen nach Stunden bezahlt, ein Stundenlohn mit dem ich leben kann, und bekomme Provision für jede Umfrage die ich abschließe.

Einen besseren Job werde ich in meiner Situation nicht finden. Wer nimmt schon eine schwangere Gärtnerin die noch zusätzlich keine schweren Arbeiten machen darf ;)

Kommentar von Kevin1905 ,
  • Ist die Tätigkeit gewerblich so ist ein Gewerbe anzumelden.
  • Melden wäre sinnvoll, relevant wird es aber nur wenn sich die Frage stellt was zeitlich und finanziell der Mittelpunkt deines Erwerbslebens ist (dann kann es einen Statuswechsel von pflichtversichert auf hauptberuflich Selbständig).
  • Welche Steuer meinst du?
  • Du kannst für deine Tätigkeit Rechnungen schreiben.
Kommentar von BineF ,
  • Jetzt bin ich verwirrter als zuvor ^^´ Also muss ich als freie Mitarbeiterin auf jedenfall ein Gewerbe anmelden?

  • Ich werde in meinem Hauptberuf definitiv mehr verdienen, als in der Nebentätigkeit als Freie Mitarbeiterin , aber trotzdem muss ich dem Finanzamt doch melden, das eine zusätzliche Einnahmequelle hinzukommt? Und ich bleibe bei meiner gesetzlichen Krankenkasse Pflichtversichert, oder? Ab wann muss ich mich Privat versichern lassen?

  • Ich meine die Einkommenssteuer .

  • Kann oder muss ich Rechnungen schreiben?? Ich erinnere mich nicht, das ich sowas je machen musste, in der Zeit als ich für das Unternehmen gearbeitet habe.

Kommentar von barmer ,

Hallo, wenn Du als Schülerin Lohnabrechnungen bekommen hast, warst Du Arbeitnehmerin und nicht freie Mitarbeiterin. Am besten fragst Du das Unternehmen nach dem genauen Status. Auch, ob sie einen Gewerbeschein sehen wollen.

Dem Finanzamt muss man es nicht melden, man muss aber die Einnahmen in der Einkommensteuererklärung angeben und versteuern. Wenn man ein Gewerbe anmeldet (ich bin auch nicht sicher, ob es bei dieser Arbeit nötig ist), meldet sich anschließend aber das Finanzamt bei Dir.

Man muss sich nie privat versichern lassen !! Wenn Arbeitszeit und Einkommen dem im Hauptberuf nahekommen, muss man sich mit der Krankenkasse über die Einstufung unterhalten. Dann könnte eine PKV in Frage kommen. Aber nur dann.

Viel Glück

Barmer

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