Frage von Kapinga,

doppelte haushaltsführung im Ausland

Seit Anfang des Jahres lebe ich im außereuropäischen Ausland. Mein Mann arbeitet an einer deutschen Schule als Lehrer. Ich arbeite für meinen deutschen Arbeitgeber (weiter mit meinem bisherigen Vertrag) in meinem Homeoffice im Ausland. Vertragsergänzung: 2 bis 3 Anwesenheitsphasen (3-4 Wochen) in Deutschland. In Deutschland wohne ich im eignen Haus, im Ausland haben wir ein Haus gemietet. Wo ist der Lebensmittelpunkt? Wie kann ich doppelte Haushaltsführung absetzen? Sind die Flüge nach D Wege zur Arbeit?

Antwort von FREDL2,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Deine Ausführungen lassen wichtige Fragen offen. Ich kann damit nicht festmachen, ob Du in D überhaupt steuerpflichtig bist.

Handelt es sich um Arbeitnehmerentsendung? Die liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer mit Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in D Im Auftrag seines inländischen Arbeitgebers im Ausland eine Beschäftigung für diesen ausübt. Auch wenn der Arbeitnehmer im Inland eigens für eine Arbeit im Ausland eingestellt wird, liegt Entsendung vor. Wenn Du jedoch bereits im Ausland einen Wohnsitz hattest bzw. dort beschäftigt warst und von dort aus die Arbeit für den deutschen Arbeitgeber aufgenommen hast, ist das keine Entsendung.

Die Arbeit im Ausland muss im Voraus zeitlich begrenzt sein. Die zeitliche Begrenzung kann sich aus der Art der Beschäftigung wie z.B. der Ausführung eines bestimmten Projektes oder aus einer vertraglichen Vereinbarung ergeben.

Bei einer Entsendung von mehr als 6 Monaten bist Du in der Regel im Gastland steuerpflichtig. Hier käme dann ein evtl. Doppelbesteuerungsabkommen ins Spiel. Um welches Land es geht, weiss ich aber nicht, deswegen ist der Satz hier zu Ende.

Für Deine Frage sind derart viele Details von Wichtigkeit - ich empfehle Dir, einen Steuerberater zu beauftragen. Hier würde es nur Frage-Gegenfrage geben und wie Du siehst, sprengt bereits meine jetzige Antwort den hier üblichen Rahmen und das ohne dass Du recht viel weiter gekommen bist.

Kommentar von Kapinga,

Danke für deine Antwort! Ich wohne z.Z. überwiegend im südlichen Afrika - bin aber in Deutschland steuerpflichtig! Es gibt ein DBA aber da mein Einkommen nicht hier im Land generiert wird fällt die Steuerpflicht zurück nach Deutschland. In D habe ich weiter einen Wohnsitz. Es handelt sich nicht um eine Entsendung - ich habe meinen Arbeitgeber darum gebeten meinen Job von Namibia aus machen zu können. Mein dt. Arbeitsvertrag hat lediglich eine zusätzliche Vereinbarung für 3 Jahre: ich arbeite überwiegend im Homeoffice im Ausland und 2 -3 Mal im Jahr für einige Wochen in Deutschland. Dises Konstrukt ist wohl eher ungewöhnlich, aber veilleicht gibt es ja jemand in ähnlicher Arbeitssituation.

Kommentar von FREDL2,

@Kapinga: ich gebe zu bedenken, dass ein dopp. HH nur dann steuerlich zu berücksichtigen ist, wenn er beruflich veranlasst ist.

Beruflich veranlasst heisst: wegen einer Versetzung, wegen eines Wechsels des Arbeitgebers oder durch erstmalige Aufnahme einer Beschäftigung.

Nichts davon kommt m. E. bei Dir zum Tragen.

Antwort von AlNeu,

Hallo Kapinga,

ich stehe seit heute als Arbeitgeber vor einer ähnlichen Fragestellung. Der Partner einer guten Mitarbeiterin ist Lehrer und wird mit der Familie für drei Jahre ins Ausland gehen. Ich suche für sie ein Auslands-Home Office Modell. Gibt es eine Möglichkeit, mehr über die arbeitesrechtliche Umsetzung zu erfahren? Sie sehen, ich bin noch am Anfang der Frage. Etwas Hilfestellung wäre nett und käme einer Frau in der gleichen Situation zu Gute.

Vielen Dank vorab

AlNeu

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