Frage von sturmtief,

DKV Köln erhöht zum 1.4.2013 massiv meinen Beitrag. Kann man sich wehren?

Ich bin seit über 30 Jahren bei der DKV versichert. Die Inanspruchnahme der Leistungen bewegte sich eher im unteren Bereich. In den letzten Jahren wurden die Beiträge fast jährlich jeweils zum 1. Jan. in zweistelligen Bereich erhöht.Auch die Selbstbeteiligung ging steil nach oben. Nun zum ersten Mal eine Beitragserhöhung von 20 % im laufenden Jahr ab 1.4.2013. Da in meinem Alter (ü50) ein Versicherungswechsel nahezu unmöglich ist, nutzt hier die DKV meiner Meinung nach die Situation aus. Gesetzliche Krankenkassen erwirtschaften Milliardenüberschüsse , die DKV Köln erhöht eiskalt kontinuierlich die Beitrage jedenfalls bei mir.

Eines kann ich sagen; mein Leben wäre ohne die DKV um einiges streßfreier verlaufen. Um zu meiner Frage zurückzukommen: Kann ich mich gegen diese meiner Ansicht nach unverhältnismäßigen ständigen Erhöhungen eigentlich wehren? Und wem ist das auch passiert, daß seine private KV nun schon unterm Jahr den Beitrag erhöht?

Danke für evtl. Antworten!

Antwort
von Tom61,

Hallo Sturmtief, es ist immer schön, wenn man Leid mit anderen teilen kann. Ich bin seit über 20 Jahren bei der DKV und muß seit einigen Jahren mit Besorgnis, aber leider auch mit Machlosigkeit anschauen wie die DKV uns Kunden als Selbstbedienungsladen betrachtet. Was können wir gegen diese drastischen Beitragserhöhungen tun??? Ich habe schon Erhöhung von knapp 30% erlebt. Jeder gesetzlich Versicherte würde einen Krieg anzetteln!!! Zumal die Vorteile einer privaten Versicherung lang nicht mehr die sind, wie noch vor 15 Jahren. In den meisten Arztpraxen werde ich mittlerweile wie ein gesetzlich Versicherter behandelt, trotz Rechnung mit Faktor 3,5. Ich habe jetzt auch die 50 überschritten, denke aber trotzdem nochmal über einen Wechsel nach. Denn alle DKV Mitglieder zu einem Generalstreik zu mobilisieren wird nicht gelingen. Wobei wir die Macht hätten. Mich jedenfalls kann die DKV langsam mal.......

Antwort
von Kevin1905,

Die Kosten im Gesundheitswesen kennen eben nur eine Richtung und die ist nach oben, daher bleibt der PKV nur die Beitragsanpassung.

Was dir bleibt wäre ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft. Alles andere wäre nicht besonders sinnvoll.

Antwort
von Sobeyda,

Soweit ich es verstanden habe, erhöht die DKV die Beiträge in diesem Jahr erst zum 01.04.2013 und nicht schon zum 01.01.2013. Das ist erlaubt.

Sich gegen diese Beitragserhöhungen zu wehren, ist schwierig, weil es eine gesetzliche Vorschrift (genannt Kalkulationsverordnung) gibt, die vorschreibt, wann und wie eine Beitragsanpassung zu erfolgen hat. Wehren könntest Du Dich nur, wenn Du nachweisen kannst, dass die DKV gegen diese Kalkulationsverordnung verstoßen hat, was konkret bedeutet, dass Du klagen müsstest - mit ungewissem Ausgang.

Konkret fallen mir für Dich zwei Möglichkeiten ein: Du könntest Dich beim Ombudsmann für die PKV beschweren, das ist kostenlos, dauert aber eine Weile.

Weiterhin könntest Du innerhalb der DKV in einen günstigeren Tarif wechseln. Aber Achtung, dann gibt es in der Regel auch weniger Leistung. Leider habe ich gerade von der DKV schon öfters gehört, dass sie bei derartigen Tarifwechseln wenig hilfsbereit ist, obwohl die Kunden darauf einen gesetzlichen Anspruch haben. (Ein Unternehmen der ERGO-Gruppe halt.) Ich würde daher zu einem Versicherungsberater gehen, der sich auf die PKV spezialisiert hat. Der arbeitet zwar auch nicht umsonst, aber er wird Dir einen vernünftigen Tarif raussuchen, so dass sich die Sache nach einiger Zeit rechnet.

Kommentar von alfalfa ,

Der Ombudsmann ist für diese Verfahren nicht zuständig. Der Tipp mit dem Versicherungsberater ist goldrichtig.

Antwort
von Niklaus,

Du kannst gegen die reguläre Beitragserhöhung nicht mehr machen als den Tarif innerhalb der Gesellschaft zu wechseln. Natürlich nur gegen einen Tarif mit den gleichen Leistungen sonst wäre es ja sinnlos. Viele Gesellschaften haben solche Tarife, die aber geschlossen sind. Vom Gesetz her hast du aber das Recht in einen solchen zu wechseln. Das ist allerdings nicht einfach. Es gibt spezialisierte Versicherungsberater, die Verlangen die Ersparnis für ein Jahr für diese Beratung. Sicherlich gibt es auch welche, die das billiger machen. Auch ein versierte auf KV spezialisierter Versicherungsmakler kann dir unter Umständen helfen. Das geht natürlich auch nicht kostenlos.

Antwort
von barmer,

Hallo,

die Anpassung erfolgt in diesem Jahr später als sonst, nämlich erst zum 1.4. statt zum 1.1.2013. Dagegen ist nichts zu sagen.

Die Anpassung hat nichts mit der persönlichen Inanspruchnahme zu tun, sondern wieviel die anderen in Deinem Tarif kosten, vor allem die im hohen Alter.

Was möglich ist, wäre eine Umstellung innerhalb der DKV. Darauf hast Du einen Anspruch. Wenn Du über 30 Jahre versichert bist, wird es ein M-Tarif sein. Da kann man eine Menge sparen, wenn man umstellt.

Frage Deinen Betreuer und wenn das nicht klappt, einen unabhängigen Versicherungsberater.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von gammoncrack,

Das ist ja das Leidige, dass die PKV'n in jungen Jahren sehr günstig sind, aber durch die teilweisen erheblichen Beitragsanpassungen im Alter richtig teuer werden.

Du solltest erst einmal dort fragen, was Du zahlen musst, wenn Du auf einen neuen Tarif bei denen umstellst (Tarifwechsel). Das können und dürfen die Dir nicht verwehren (weder die Frage, noch die Umstellung), sie müssen es nur nicht freiwillig anbieten. Es wird hierbei sehr häufig und teilweise auch erheblich günstiger.

Das Anzweifeln der Richtigkeit der Erhöhung bringt meistens nichts. Du könntest Dich beschwerend an das BaFin wenden. Die lassen sich dann die Kalkulationsgrundlage der DKV kommen, wenn sie die nicht sowieso schon haben. Ich persönlich gehe davon aus, dass die DKV hier schon im Rahmen der kalkulatorischen Möglichkeiten erhöht hat.

Antwort
von DerKaufmann,

Habe gestern die BAP bekommen 35 € mehr . In den letzten 4 Jahren musste ich eine Erhöhung von monatlich ca. 110 € hin nehmen. Ich bin 43 J. und seit 15 J. bei der DKV......Wie sollen wir die Beiträge im Rentenalter bezahlen...??? Bis zum 55 Lj. musst Du für 12 Monate sozialversicherungspflichtig angestellt sein, um somit in die GKV zu wechseln. Nach dem 55 Lj. hast Du keine Chance mehr....VG Stefan

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