Discounterkäufe unterm Strich doch teurer als Kauf im kleinen Einzelhandel ?

gefragt von Susanne1 am 12.02.2009 um 9:37 Uhr

stimmt es, daß man eigentlich Discounter meiden sollte, weil diese die Existenz der kleinen privaten Supermärkte gefährden. Und deren Schließung letzlich dann wieder alle betrifft und man dann unterm Strich draufzahlt? Oder ist das nur Panikmache?

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wfwbinder
beantwortet von wfwbinder am 12. Februar 2009 09:41
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Natürlich sind kleine Geschäfte durch die Discounter getroffen. Auch die Vollsortimenterketten (Edeka).

Aber willst Du 10 % mehr für Deine Einkäufe ausgeben, damit der Händler an der Ecke überlebt, der dann aber Dicht machen mußt, weil Du als einziger in der Straße so gedacht hat?


Spezi
beantwortet von Spezi am 12. Februar 2009 10:03
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Handelsstrukturen ändern sich. Aber alle die so beliebten Tante Emma Läden sind auch weg, das kann niemand aufhalten...


anonym
beantwortet von Biggi22 am 12. Februar 2009 11:43
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zuallererst ist mein eigenes portemonnaie wichtiger. aber im grundsatz stimmt es schon, das die großen ketten die kleinen läden kaputtmachen. dies wird zum einen durch den hohen absatz begründet, den aldi oder lidl durch die zahlreichen läden hervorrufen. ein kleiner tante-emma-laden fragt so z.b. waren im wert von 4000 euro ab, wohingegen die ketten satte rabatte durch abnahmen von 4 mio und mehr erzielen...


anonym
beantwortet von Kastanio am 14. Februar 2009 11:27
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Generell ist diese Frage folgendermaßen zu beantworten:

Der Fach-Einzelhandel wird durch folgende Aktionen regelrecht vernichtet: Billige Gebrauchs-Produkte (nur für diese Aktionen hergestellt, ähnlich den Regulären Waren, jedoch mit minderwertigen Materialien, was zur Folge hat, dass die Waren zum Teil nur kurze Zeit zu gebrauchen sind) werden bei sogenannten Aktionen äußerst billig, weit unter dem Einkaufspreis für den regulären Fach-Einzelhandel, für den Endverbraucher zur Verfügung gestellt. Nach dieser Aktion ist dieser Artikel auf geraume Zeit im Discounter nicht mehr verfügbar. Man deckt sich als Kunde also mehrfach ein. Der reguläre Einzelhandel kann mit diesen Angeboten nicht mithalten. Qualitätsware, die mehrere Jahre nutzbar ist und Ersatzteile längere Zeit zur Verfügung stehen, kann somit nicht mehr verkauft werden. Der Einzelhandel wird so systematisch zerstört.

Bei Lebensmittel ist das noch viel dramatischer. Gammel-Fleisch und andere Lebensmittel-Skandale werden nur von immer geringeren Preisen verursacht. Jeder versucht den anderen zu unterbieten was zwangsläufig zu absurden Produktionsfertigungen und dubiosen Geschäftspraktiken führt.

Generell gilt: große Handelsketten können zu Preisen einkaufen, die dem normalen Einzelhändler verwehrt bleiben, die Qualität bleibt auf der Strecke, der Verursacher ist der "Geizige" Kunde. Der vernünftige Kunde hat jedoch bald keine Wahl mehr, selbst wenn er bereit ist für Qualität, Umweltschutz und Respekt vor dem Tier angemessene Preise zu zahlen.

Bestes Beispiel: USA. Apotheken, Fach-Einzelhandel und gute Nahrungsmittel sind so gut wie nicht mehr zu finden, nur noch in privilegierten Wohn- und Einkaufsvierteln der oberen verdienenden Schichten.

Ein Umdenken nicht nur der Hersteller sondern vor allem der Kunden ist zwingend erforderlich, sonst sind am Ende diejenigen die Dummen, die jetzt so schlau nur auf den Preis achten. Jedoch für die unteren verdienenden Schichten, die keine Wahl haben als auf den Preis zu achten, sind die Discounter eine Möglichkeit ihre Familien zu ernähren. Vielleicht kann man in diesen Fällen über ein Umdenken auch dort mehr auf Qualität achten, denn auch wenig verdienende Familien haben ein Recht auf gesundes Essen und qualitativ angemessene Gebrauchsgüter.

Frei nach dem Motto: Lieber weniger, dafür besser. Denn Junkfood macht nachgewiesener Maßen langsamer satt und schneller wieder hungrig als "gesundes" natürliches Essen das selbst zubereitet wird. Eine Umerziehung der Kinder in den Kindergärten, Schulen und Jugendzentren würde auf lange Sicht einiges bewirken können. So könnten die Familien etwas länger mit ihrem Geld auskommen. Ich weiß von was ich spreche, ich bin selbst Sozialhilfeempfänger und habe das selbst ausprobiert.

Ich hoffe, diese Antwort ist nützlich.


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