Frage von blackhawk, 34

Direktdepot Kirchensteuer frage

Hallo,

Ich habe heute eine Dividenden Gutschrft erhalten, nun steht da das keine Kirchensteuer einbehalten wurde. Wie ist nun zu verfahren? Ich bin röm.kath. und zahle sonst KStr. muss ich da jetzt selber was Nachzahlen oder wie verläuft das nun?

Wenn ich sie nicht zahle mache ich mich ja strafbar oder? Wie kann ich das machen das in Zukunft KStr. automatisch abgerechnet wird?

Ich bin Kunde der ING DIBA

Danke!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo blackhawk,

Schau mal bitte hier:
Steuern Recht

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 22

Du kannst Kirchensteuer nur für das Folgejahr anders regeln, d.h. rückwirkend ist dies nicht wie bei Freistellungsaufträgen mehr möglich. Ich vermute mal, daß Du keinen oder einen zu späten Antrag auf Kirchensteuerabzug gestellt hast. Prüfe das nochmals nach und stelle diesen Antrag ggf. neu für 2014 ff.

Im Rahmen der Einkommensteuererklärung des Folgejahres wird dies entsprechend veranlagt. Du machst Dich also nicht strafbar und es gibt auch keine weiteren Probleme, denn derzeit hast Du beide Optionen legalerweise.

Kommentar von LittleArrow ,

Einkommensteuererklärung des Folgejahres

Du meintest sicherlich die "Einkommensteuererklärung für das laufende Jahr im Folgejahr" oder?

Kommentar von gandalf94305 ,

Yep. Ich meinte die Einkommensteuererklärung für den aktuellen Veranlagungszeitraum, die im Folgejahr des jeweiligen Veranlagungsjahres abzugeben wäre :-)

Antwort
von SBerater, 21

hier gibt es weitere Infos zur Kirchensteuer: https://www.ing-diba.de/kundenservice/steuern/kirchensteuer/

Du kannst den Status bei der ING DiBa ändern, dann ziehen die die Steuer mit ab und führen sie ab.

Wenn ein Antrag rückwirkend nicht mehr greift, musst du bei der Steuererklärung deine Dividendenzahlung angeben. Dann wird die Kirchensteuerschuld berechnet.

Wenn ich sie nicht zahle mache ich mich ja strafbar oder?

Nachdem du in der Kirche bist, bist du auch verpflichtet, die Steuer zu entrichten. Die Gesetze sind hier klar.

Antwort
von Meandor, 20

Ab nächstem Jahr (oder übernächstes) haben die Banken Zugriff auf die KiSt-Merkmale. Dann gibt es das Problem nicht.

Bis dato müsstest Du die Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben damit die Kirchensteuer nacherhoben wird.

Tust Du das nicht, wäre das in 15 Bundesländern Kirchensteuerbetrug und in einem Kirchensteuerhinterziehung.

Die Finanzämter verfolgen jedoch keinen Kirchensteuerbetrug, da es keine Steuerstraftat ist. Und ich hab bis jetzt von keiner Kirche gehört, dass die es täte.

Kommentar von vulkanismus ,

Auch ein kleiner Tip: Die Finanzämter in Bayern z.B. haben mit der Kirchensteuer nur insweit etwas zu tun, als sie die Grundlagen für die KiSt-Bescheide liefern, die vom KiSt-Amt erstellt werden. Ggf. treiben sie auch die KiSt im Wege der Vollstreckungsersuchen bei (wenn´s geht).

Kommentar von Meandor ,

Darum hat Bayern ja auch Kirchensteuerämter.

Muss ein bayrischer Arbeitgeber die Kirchenlohnsteuer dann eigentlich bei den Kirchensteuerämtern anmelden? Dann müssten die Banken ja die Kirchenkapitalertragsteuer auch bei den Kirchensteuerämtern anmelden.

Kommentar von FREDL2 ,

@Meandor: Noi, um in Deiner Landessprache zu antworten. Das alles nimmt das FA entgegen und hält dafür den Klingelbeutel auf.

Kommentar von Meandor ,

Noi alleine gibt es nur selten. Es gibt eher "Ha, noi, nia itt."

Antwort
von vulkanismus, 17

Hier eine frühere Antwort von mir zur Strafbarkeit: "Nein, da die Verkürzung von Kirchensteuer vom Straftatbestand der Steuerhinterziehung (§ 370 AO) nicht erfasst wird. Der sachliche Anwendungsbereich der Abgabenordnung ist gemäß § 1 Abs. 1 AO nur für Steuern eröffnet, die durch Bundesrecht oder Recht der Europäischen Gemeinschaften geregelt ist, soweit sie durch Bundesfinanzbehörden oder durch Landesfinanzbehörden verwaltet werden. Hierzu gehört die Kirchensteuer nicht."

Kommentar von Meandor ,

Hmm, kleiner Tipp zur Korrektur.

Kirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Ihre Leitungsgremien erlassen erlassen einen Steuerbeschluss. Der Landtag des jeweiligen Landes stimmt diesem zu und wir haben eine öffentlich rechtliche Forderung die alle Voraussetzungen für eine Steuer erfüllt.

Alle Bundesländer bis auf Niedersachsen haben jedoch die Anwendbarkeit des achten Teils der AO in den Kirchensteuergesetzen ausgeschlossen, so dass man nur in Niedersachsen Kirchensteuer hinterziehen kann.

Kommentar von vulkanismus ,

Was aber nicht verfolgt wird.

Kommentar von Meandor ,

Sagen wir es so, es ist auch marketingtechnisch besser. Das fünfzehn Bundesländer die Mitgliedsbeiträge der Kirche festsetzen und auch vollstrecken reizt ja schon genug Personen in unserem Heimatland.

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