Frage von LouisXV, 33

Differenzbesteuerung Antiquitäten, Gebrauchtwaren, ...

Hallo, §25 besagt, dass man Sammlergegenstände, Kunst, Antiquitäten und auch Gebrauchtgegenstände so besteuern kann, dass die 19% Ausbeutungssteuer nur aus der Differenz aus dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis berechnet wird. Dies wohl, weil ja bereits einmal Ausbeutungssteuern dafür bezahlt wurden. Da aber mal wieder die Tücke im Detail liegt und weder Google noch mein eigener StB hier eine befriedigende Antwort geben versuche ich mal, ob es hier heute wirkliche Fachleute oder Hobbygenies gibt, die meine Konstellation beantworten können, bevor ich mir für tausende Euro eine Auskunft von der Finanzbehörde selbst holen muss.

Mein Fall ist, dass ich Sammlerstücke/Antiquitäten/Kunst aus Ägypten kaufe (was auch immer da an Steuern bezahlt wurde hat ja wohl das deutsche FA nicht zu interessieren, ist Sache des Landes dort), verschiffe diese nach Belgien. Bisher läuft es so, dass die Waren einfach als Möbel zertifiziert in Containern im Hafen von Antwerpen ankommen und durch den Zoll sozusagen durchgewunken werden. Entgegen dem Usus, wie wenn die Container in BRD anlanden wird hier keine Umsatzseuer berechnet. Die muss ich erst zahlen, wenn ich die Stücke verkaufe.

Ich denke mir, dass die Zertifizierung als Gebraucht, bzw. Antiquität .. nun zu einer Differenzbesteuerung führen müsste. Dies scheint hier bei Kollegen von mir in Mode gekommen zu sein. Ich weiß von diesen auch, dass diese in Ägypten einkaufen. Die überholen mich im Verkauf nun deutliche, weil sie nach diesem Steuersparmodell natürlich leistungsfähiger sind. In den Ausführungen und Beispielen zu §25 wird immer die innergemeinschaftliche Lieferung beschreiben, d.h. eine Autohändler aus dem EU-Land x verkauft an einen Autohändler aus dem EU-Land Y und dieser muss dann nur die Differenz besteuern.

Mfg Peter Kemper

Antwort
von wfwbinder, 23

Wenn man den polemischen udn somit überflüssigen Teil der Frage wegläßt bleibt für mich als Sachverhalt übrig:

  1. Einkauf von gebrauchten Möbeln in Ägypten.

  2. Über Belgien werden diese Möbel ins Gemeinschaftsgebiet eingeführt.

  3. Verkauft wird das ganze dann in "D."

  4. Du bist Wiederverkäufer, weil Du mit diese Waren handelst (§ 25a Abs. 1 nr. 1. UStG)

  5. die WAren wurden jedoch m. E. nicht an Dich im Gemeinschaftsgebiet geliefert, weil Du selbst einführst, womit die zweite Voraussetzung (§ 25 a Abs. 1 Nr. 2 UStG entfällt.

  6. Damit ist es mit der Differenzbesteuerung aus meiner Ansicht nicht mehr machbar.

Mal sehen, was EnnoBecker, oder Blackleather dazu sagen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Danke für die Zusammenfassung, ich hatte echt Schwierigkeiten, dem Originaltext zu folgen. Insbesondere nach

ob es hier heute wirkliche Fachleute oder Hobbygenies gibt

wollten die Augen immer mehr abgleiten.

Ich nehm den so dargebotenen Sachverhalt mal so für meine eigene Antwort.

Kommentar von LouisXV ,

Hallo, und erst mal danke für die Antworten. Auch wenn ich hier wieder eine Schar von polarisierten menschen hinter mich herziehe. Ja, ich bin für viele bzgl. meiner Meinungen ein Extremist. Wobei ich es eher so sehe, dass die, die das sagen zu sehr angepasst sind. Aber egal. Aus dem was wfwbinder sagt, entnehme ich also, dass er der Meinung is, dass in der obigen 6-Punkte-Konstellation also die Geschichte erst weitergesponnen werden kann, wenn jemand anderes einführen würde. So weit war ich mit meinem StB auch schon. Nur stellt sich dann die Frage, wenn jemand anderes einführen würde, dann würde aber doch die Steuerlast einfach nur auf diesen abgewälzt. Dies wäre dann doch keine Lösung. Frage ist dann aber wieder, wie machen das all meine Koollegen, die jetzt bereits so versteuern. Dummerweise konnte ich nicht in Erfahrung bringen, welchen StB die haben. Das werden die auch nicht so einfach verraten. Wie geht es also weiter, wo ist der Weg aus dieser Geschichte. So wie ich es sehe, müsste der Gesetztgeber hier ja eine Möglichkeit vorgesehen habenkönnen, denn von der Logik her hat die Ware ja in Ägypten auch einer Versteuerung unterlegen. Zumindest muss man dies ja erst mal annehmen. Wir treiben ja Handel mit diesen Ländern und wir behandeln solche Länder rechtlich, steuerrechtlich, usw. nicht wie Länder dritter Klasse, sondern gleichwertig.

Kommentar von EnnoBecker ,
Ja, ich bin für viele bzgl. meiner Meinungen ein Extremist.

Das ist nicht der Punkt. Meiner Ansicht nach kannst du nur mit einer (aus dem 18. Jahrhundert stammenden) Pfauenfeder bekleidet in der U-Bahn sitzen - ich würde mich höchstens fragen, wo du wohl dein Ticket stecken habest.

Aber wenn du so schwätzt wie du schreibst, bin ich eingeschlafen, bevor ich den antiken Stuhl gesehen habe, den du mir verkaufen willst.

Aus meiner Sicht ist das Fachliche mittlerweile ohnehin geklärt.

Kommentar von wfwbinder ,

Ob Du als Extremist angesehen wirst, kann ich nicht beurteilen. Interessiert mich ehrlich auch nicht.

Dein Problem ist mit ca. 500 Euro (+ 19 % Umsatzsteuer) für Beratung und Abwicklung rein technisch zu lösen.

Dazu kommen vermutlich 500,- Zeitgebühr + 19%, weil man sich als Berater erstmal den Polemikteil anhören muss.

Aber lassen wir den Sarkasmusteil mal weg. Sei Deinem StB nicht gram, das Problem löst Dir komplett (Umsatzsteuer/Ertragsteuer) nur Jemand, der schon in mehreren Ländern gearbeitet hat.

Kommentar von EnnoBecker ,
nur Jemand, der schon in mehreren Ländern gearbeitet hat.

Nö. Für die deutschen Folgen genügt jemand, der sich mit deutschem Recht auskennt. Ich beispielsweise.

Kommentar von wfwbinder ,

Lieber Enno, das weiß ich.

Ich dachte eine Gesamtlösung für den Frager, weniger Steuerberatung (zur Feststellung der korrekten deutschen Steuerschuld, so gering wie zulässig), als mehr Steuervermeidungsberatung des Gesamtvorgangs vom Ausgangspunkt in Ägypten bis zum Endkunden in Deutschland.

jedoch macht mir die Formulierung:

Mein Fall ist, dass ich Sammlerstücke/Antiquitäten/Kunst aus Ägypten kaufe (was auch immer da an Steuern bezahlt wurde hat ja wohl das deutsche FA nicht zu interessieren, ist Sache des Landes dort), verschiffe diese nach Belgien.

Sorgen, denn da scheinen eventuell unrichtige Angaben gemacht zu werden, wenn so etwas "durchgewunken" wird.

Antwort
von EnnoBecker, 15

Also ich beziehe mich auf den Sachverhalt so, wie er von wfwbinder zusammgefasst wurde.

Die Einfuhr passiert demzufolge in Belgien, so dass dort die EUSt anfällt. Das Verbringen von BE nach DE ist aus belgischer Sicht eine Lieferung gegen Entgelt, wenn die Belgier nämlich das deutsche UStG hätten. Ob sie eine Norm haben, die dem deutschen § 3 (1a) UStG haben, weiß ich nicht, ich kenne mich im deutschen, nicht aber im belgischen Steuerrecht aus.

Gleichwohl haben wir in DE einen innergemeinschaftlichen Erwerb, § 1a (2) UStG.

Wo da jetzt die Differenzbesteuerung reinpassen soll, ist mir schleierhaft.

noch mein eigener StB hier eine befriedigende Antwort geben

Steueberater sind nicht zum Befriedigen da. Ich kenne nun dessen Antwort nicht, weil du sie nicht hingeschrieben hast. Oder hast du und meine Augen glitten weg?

Wenn dir seine Antwort nicht gefällt, liegt das entweder an der Qualität der Antwort oder an der Ausgestaltung des geltenden Rechts.

ob es hier heute wirkliche Fachleute oder Hobbygenies gibt

Junge, ich kann dir nur raten, dein hohes Ross schnell zu verlassen. Sonst fällt mir gleich ein dritter Grund ein, warum dein Steuerberater dir keine befriedigende Antwort erteilt.

Kommentar von vulkanismus ,

Schau Dir mal seine Internetseite an.

Kommentar von EnnoBecker ,

Würd ich glatt tun. Wo geht es denn lang?

Kommentar von vulkanismus ,

Peter Kemper Louis

Kommentar von EnnoBecker ,

Ungefähr 2.160.000 Ergebnisse (0,36 Sekunden)

Kommentar von vulkanismus ,

Nimm einfach das erste (LouisXV - wie das Kennwort)

Kommentar von EnnoBecker ,

Ah jetzt, ja.

Itzo nur noch spähen, wo dieses Bergkamen ist und warum das so heißt (weil sie vom Berg kamen?).... weia, ist das weit weg. Dass die da "Ausbeutungssteuer" sagen, tststs.

Kommentar von LouisXV ,

Also wenn jemand hier seine Meinung über den Staat kundtut, was hier bei uns in Deutschland Recht ist, dann werden also persönliche Beleidigungen und Drohungen ausgesprochen: "Junge, ich kann dir nur raten, dein hohes Ross schnell zu verlassen. Sonst fällt mir gleich ein dritter Grund ein, warum dein Steuerberater dir keine befriedigende Antwort erteilt." Und auch hier: "Steuerberater sind nicht zum Befriedigen da. Ich kenne nun dessen Antwort nicht, weil du sie nicht hingeschrieben hast. Oder hast du und meine Augen glitten weg?" Was für ein Satzkonglomerat ist das denn und was soll es aussagen? Eine "Befriedigende Antwort" ist doch ein normaler Sprachterminus, was ist daran auszusetzen. "Oder hast Du und meine Augen glitten weg?" Auch hier verstehe ich auch beim mehrfachen Um-die-Ecke-Denken keinen Sinn.

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