Frage von SchumisBack,

Dienstwagen und Anzahl der Fahrten zur Arbeit. Unterschied bei der Besteuerung?

wenn man einen Dienstwagen nimmt, diesen pauschal durch die 1%-Regelung versteuert über sein Gehalt, dann fliessen ja die Distanz-KM von Wohnung zu Arbeit mit ein (0,03% je km).

Wirken sich die Anzahl der Fahrten pro Monat zur Arbeit bei der Besteuerung mit aus. Macht es also steuerlich einen Unterschied, ob ich im Monat 5, 10, 15 oder 20-mal in die Arbeit fahre?

Hilfreichste Antwort von LittleArrow,
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Ja, es macht einen erheblichen Unterschied aus. Zitat:

"Fahren Sie z.B. als Außendienstmitarbeiter mit Ihrem Firmenwagen nicht täglich an Ihre regelmäßige Arbeitsstätte im Betrieb, sind in bestimmten Fällen jeden Monat nicht 0,03 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer zu versteuern, sondern nur die tatsächlich durchgeführten Fahrten jeweils mit 0,002 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer (BFH-Urteil vom 4.4.2008, VI R 85/04, BStBl. 2008 II S. 887). Laut BFH ist diese günstige Besteuerung jedenfalls in den Fällen anzuwenden, in denen der Firmenwagen monatlich an weniger als 15 Tagen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genutzt wird (BFH-Urteil vom 4.4.2008, VI R 52/07, BStBl. 2009 II S. 280). Beide Urteile hat die Finanzverwaltung mit einem Nichtanwendungserlass belegt, wendet sie also nicht allgemein an (BMF-Schreiben vom 23.10.2008, BStBl. 2008 I S. 961; BMF-Schreiben vom 12.3.2009, BStBl. 2009 I S. 500). Zu dieser Frage ist erneut eine Revision beim BFH anhängig, auf die Sie sich per Einspruch berufen können (Az. VI R 57/09). Oder Sie wechseln zur Nachweismethode."

Quelle: http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-10103.xhtml?currentModule=home

Danach komme ich zu einer anderen Bewertung wie z. B. gandalf.

Kommentar von SchumisBack,

lese ich mir das unter dem Link genau durch, dann ist zwar auch höchstrichterlich klar, dass 15 Fahrten die Basis sind, aber wenn es weniger sein sollten, dann ist noch eine Revision anhängig. Und das heisst für mich: vorerst 0,03% - ausser es wird das Ist nachgewiesen über Fahrtenbuch.

Kommentar von LittleArrow,

Du solltest Dich im Bedarfsfall an die ausstehenden Revisionen anhängen, ehe Du Dir die Führung eines Fahrtenbuches antust. Aber diese Mühe musst Du selber abschätzen.

Antwort von gandalf94305,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das wirkt sich natürlich aus, denn während die Besteuerung des geldwerten Vorteils fix ist, variiert ggf. die Anzahl der anzusetzenden Tage, an denen Du zur Arbeit fährst. Je häufiger, desto besser, denn dann können die Fahrten zur Arbeit mehr abgesetzt werden.

Daher lohnt sich die Privatnutzbarkeit eines Dienstwagens umso weniger, je höher der km-Privatanteil bzw. je kürzer die Distanz zur Arbeit bzw. je geringer die Anzahl der Tage mit Fahrten zur Arbeits ist.

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