Frage von sieTrenn,

die Börse als Alternative zu Sparbuch & Co

auf Spar- oder Tagesgeldkonten bekommt man fast nichts mehr. Die Inflation ist höher.

Ist die Börse wirklich eine Alternative? Und warum scheuen so vielen Deutsche die Börse?

Wenn man langfristig denkt (mehr als 10 Jahre), dann müssten doch auch jetzt Aktien oder Anleihen sinnvoll sein. Wenn man risikoscheu ist, welche Mischung von Anleihen und Aktien sollte man dann nehmen? 50 : 50?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bond007,

ich sehe das als Problem. Hier sollte ein Umdenken erfolgen. Das Risiko ist sicherlich ein Thema, aber wenn man sich die Renditechancen ansieht, dann halte ich die Risiken für überschaubar.

Kennt man sich nicht aus, dann sollte man einen unabhängigen Berater aufsuchen und sich beraten lassen.

Sinn macht für mich ein guter Mischfonds, derzeit keines Falls mehr als 50% Anleihen. Anleihen rentieren niedrig und sind zinssensibel.

Mit einer höheren Gewichtung von Aktien hat man höhere Chancen, aber auch Risiken.

Es gibt sehr gute Mischfonds wie z.B. einen von Carmingnac. Lege langfristig an, stecke nicht alles in die Börse und überlege, ob ein Sparplan sinnvoll sein könnte.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Wem nützt ein unendliches Aufblasen der Aktienmärkte außer denen, die schon drin sind ? Der Fall wird dann nur um so tiefer und schärfer.....

Antwort
von gandalf94305,

Generell ist es sinnvoll, in Aktien und Anleihen zu investieren, da diese eine Partizipation an der Wirtschaftsleistung Deutschlands, Europas und vieler anderer Länder ermöglichen. Der Return von Aktien hängt vom Erfolg der jeweiligen Unternehmen ab. In Wachstumsmärkten profitiert man zusätzlich von neuen Kundengruppen, Geschäftsbereichen, Produkten, Branchen und Technologien. Anleihen reflektieren den Kapitalbedarf von Unternehmen und Staaten, um Wachstum zu finanzieren und stabiles Geschäfts auszudehnen. Man muß unterscheiden zwischen

  • Return on Investment: Dividenden, Zinsen und Ausschüttungen liefern über die Haltedauer eines Wertpapiers Erträge. Im Idealfall würde das schon die Inflationsrate kompensieren.

  • Return of Investment: die Rückzahlung der Nominale einer Anleihe am Laufzeitende oder der Verkauf einer Aktie mit Kursgewinnen liefern das eingesetzte Kapital zurück. Insolvenzen oder Marktturbulenzen können hier natürlich auch zu Verluste führen.

Langfristig wird man daher diversifizieren - über mehrere Aktien/Anleihen im Portfolio oder über Fonds - um das Risiko zu verteilen und damit zu minimieren. Unterschiedliche Allokationen der Anlageklassen in Abhängigkeit von Marktsituationen führen dazu, daß man Kursrückschläge nicht so sehr mitmacht, jedoch bei Kurssteigerungen dabei ist.

Sparpläne helfen, bei niedrigen Kursen mehr nachzukaufen und bei höheren Kursen weniger. So mittelt man Volatilitäten heraus und partizipiert an langfristigen Aufwärtstrends.

Aktien und Anleihen waren vor 50 Jahren schon das Mittel der Wahl für den Vermögensaufbau - heute sind sie es ebenso. Man kann jedoch nicht erwarten, daß der Kauf einer zufälligen Aktie oder eines zufälligen Fonds auf 30 Jahre zu Wertsteigerungen von 5% p.a. führen wird. Es kommt auf die Auswahl der geeigneten Instrumente an. Wird das mit hinreichend Erfahrung und Disziplin angegangen, so sind recht sicher 4-6% Rendite p.a. im Mittel über Zeitraume von 15+ Jahren zu erreichen. Rückschläge sind Gelegenheiten für Nachkäufe, nicht Grund zur Panik.

In Deutschland ist es schlimm, wenn etwas nicht funktioniert. Jemand, der ein Startup gründet und dies zur Insolvenz führt, hat ein schlechtes Ansehen. Wer alle fünf Jahre seinen Job wechselt, macht irgendetwas falsch oder die Unternehmen wollen den Arbeitnehmer wohl nicht. Übersetzt man das alles auf die USA, dann ist eine Kette von Startup-Versuchen ein positives Zeichen von Unternehmertum und der ständige Jobwechsel hilft, neue Herausforderungen zu finden und besser zu werden. Stimmt, das ist etwas polarisiert, aber im Grunde ist es schon so. Die Deutschen mögen alles mit Garantie, Schutzfunktion und Versicherung. Am besten sogar eine Versicherung dafür, daß die Versicherung ausfällt :-)

Aktien und überhaupt Börsengeschäfte waren lange Zeit den Wohlhabenden vorbehalten. Sie haben den Geruch des Esoterischen, Spekulativen und irgendwie Kapitalistischen. Lieber lästert man am Stammtisch über die bösen Fondsgesellschaften, die gerade wieder zeigen, daß man 50% mit Fonds verlieren kann, als sich Gedanken zu machen, nach den ersten 20% den unterirdischen Fonds vielleicht zu verkaufen. Lieber jammert man über 90% Kursverlust einer Deutschen Telekom Aktie, als daß man nach den ersten 20% Verlust radikal verkauft und auf ein anderes Pferdchen setzt.

Es fehlt die Kultur, sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Weiterhin gibt es eine Angst vor diesem böse-kapitalistischen und übel-spekulativen Geschehen mit Wertpapieren, wo man sich doch von der Teuflischkeit dieser Instrumente bei jedem Crash und in jeder Krise sogar über die Bild-Zeitung vergewissern kann. Wer spricht über die Kursverdoppelungen und mehr, die man nach Krisen und Crashes beobachten kann?

Mit Emotionen hat Geldanlage jedoch nichts zu tun. Es geht um Risikomanagement. Man muß das Risiko, nicht in Wertpapieren investiert zu sein, auch betrachten. Die Zeit der Spareinlagen ist vorbei und wird nicht so schnell wiederkommen, wenn die Kapitalmarktzinsen global niedrig bleiben. Rational betrachtet ist eine Anlage in Aktien mit einer Beimischung von Anleihen auf 10-15+ Jahre das Mittel der Wahl für eine Vermögensanlage. Man muß sich nur trauen... und auch trauen, Beratung anzunehmen, um die geeigneten Produkte dafür zu finden.

Risiken sind auch Chancen. Man muß sie nutzen.

Antwort
von Finanzschlumpf,

Ich denke, es liegt schlicht und ergreifend am Risiko.

Klar, der optisch niedrige Zins macht es leicht, aber dass die Börse ein Selbstläufer ist , ist natürlich auch ein ausgesprochen gefährlicher Trugschluss.

Kann man - auch auf 10 Jahre - denn sicher ausschließen, dass es z.B. ein Nullnummer wird ?

Und immer beachten : Inflation gibt es bei beiden Anlageformen , auch wenn manche sich da Irren und was anderes behaupten.

Antwort
von Privatier59,

Sorry, das klingt mir etwas danach als ob jemand ohne große Sachkenntnis der Not der Situation gehorchend etwas widerwillig neues Terrain betreten will. Im Prinzip ist ja dagegen nichts einzuwenden: Jeder hat mal angefanden und -wie sagt Laotse- "Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt".

Wenn man sich erst ins Thema einarbeiten muß, würde ich nicht gerade die Mischung 50:50 bei Anleihen und Aktien wählen: Wirklich sichere Anleihen bringen kaum mehr als Tagesgeld. Dann kann man das Geld auch gleich dort belassen. Dem Neueinsteiger würde ich statt Aktien lieber Aktienfonds empfehlen und da die Anlagequote langsam steigern. Angesichts der unsicheren Märkte könnte einem sonst der Geschmack auf die Aktie schnell vergehen.

Antwort
von althaus,

Ich frage mich nur, warum interessiert man sich für Aktien, wenn sie am höchsten stehen. Die Frage hätte vor 4 Jahren kommen müssen, als der Dax unter 5.000 Punkte stand und es BASF für 20 Euro gab. Heute notieren die Aktien um ein vielfaches höher. Wer in Aktien investieren möchte, dann nur im Rahmen eines Sparplanes. Als Einmalanlage würde ich es im Moment nicht empfehlen. Zu sehr hat man das Risiko sein Geld erst in ein paar Jahren wieder zusehen wenn es jetzt nochmal richtig runter geht. Dann gehörst Du auch zu denen die nie wieder Aktien kaufen wollen. Zu viele deustche haben sich in den letzten Jahren die Finger verbrannt, so daß sie Aktien nie wieder kaufen wollen. Anleihen sollte man momentan überhaupt nicht haben. Die Rendite ist zu niedrig und das kursrisiko zu hoch. Also meine Empfehlung Null Anleihen und 10% in Aktien tendenz Erhöhung des Aktienbestandes mit einem Sparplan und ein paar Fonds.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Null v.H. Anleihen, 10 v. H. Aktien ? Ja meine Güte, was mach ich dann mit den anderen 90 % ?? Etwa Gold ? Aber da gilt doch das gleiche wie bei Aktien - da komme ich Jahre zu spät... :-)

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