Frage von WilliRu, 5

DAX Stand zu hoch für neue Käufe, suche Anlage mit doppeltem Boden -Tips?

Der DAX ist derzeit ja echt ne heiße Sache-wo die Reise wohl noch hinführt? Ich bin also auf der Sache nach einem Investment mit Auffangnetz- evt. in Form eines Garantiefonds. Habt Ihr Empfehlungen dahingehend? Oder wie handhabt Ihr gerade die Investition am Aktienmarkt, no risk no fun -oder abwarten, bis es wieder "günstiger" wird am dt. Aktienmarkt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GAFIB, 3

Nein, der Dax-Stand ist noch nicht zu hoch. Der primär beachtete Dax-Stand von derzeit 9.300 Punkten ist ein sog. Performance-Index, der sämtliche Dividenden immer automatisch mit einberechnet. Realistischer zur Bewertung ist der sog. Kursindex, und der liegt noch ca. 22% unter seinem Hoch vom Frühjahr 2000.

Dazu kommen zwei weitere wichtige Faktoren:

-> Den Dax-Unternehmen geht es heute operativ deutlich besser als im Jahre 2000, u.a. wegen besserer globaler Aufstellung.

-> Das Niedrigzinsumfeld hat die wichtigste Anlagealternative, nämlich Anleihen/Zinspapiere unattraktiv gemacht, so dass als "Rendite-Ausweg" primär die Aktienanlage bleibt, die bereits ca. 3-4% an Dividendenerträgen abliefert.

Einige weitere Daten finden sich in den Tipp-Ergänzungen des Links:

http://www.finanzfrage.net/tipp/sinnvoll-anlegen-im-niedrigzinsumfeld

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 3

Zunächst zum Garantiefonds: lies mal meinen Beitrag hier: http://www.finanzfrage.net/frage/garantiefonds-der-union-investment-mit-garantie...

Garantiefonds sind also keine sinnvolle Option. Meines Erachtens sind Garantiefonds generell unsinnig und bringen nur den Emittenten etwas.

Betrachtet man die inflationsbereinigten Indices (DAX, Stoxx Europe 600, ...), so stellt man fest, daß diese mitnichten Höchststände erreicht haben. Die Bewertungen sind daher im historischen Vergleich eher günstig, was die Gewinnerwartungen anbelangt.

Die Wirtschaftsdaten zeigen auf erhöhtes Verbrauchervertrauen und auch die PMI steigen langsam wieder. Der für die USA bedeutsame Häusermarkt belebt sich wieder. Die Binnennachfrage in Emerging Markets wird stimuliert und führt zu einer stärker und finanzkräftiger werdenden Mittelschicht.

Aus dieser Sicht sehe ich kein Problem, auch auf diesem Stand noch einzusteigen. Man wird immer ein Rückschlagpotential haben, aber das wäre ggf. eine weitere Nachkaufgelegenheit. Während Europa sicher noch Nachholpotential hat, wäre ich angesichts der Debt Ceiling Themen in USA etwas vorsichtiger. Für Emerging Markets und vor allem Emerging Markets ex BRIC bin ich positiv gestimmt.

Der Vorteil von guten Fonds liegt doch darin, daß sie weniger als der Gesamtmarkt fallen und mehr als dieser steigen sollen. Wer das nicht nur durch Stock-Picking betrieben, sondern als Kernstrategie verankert sehen möchte, kann ja auch einen Long/Short-Fonds nehmen, z.B. den JPM Europe Equity Plus (früher Europe 130/30).

Der andere Weg führt zu Dividendenwerten, die durch Ausschüttungen einen laufenden Ertrag für Anleger produzieren.

Ich habe für mich daher in Hochs wie in Tiefs die gleiche Basisstrategie einer guten Diversifikation, eines laufenden Rebalancing und daher des Nachkaufens in Tiefs. Wenn ich mal Zeit habe und die Marktlage paßt, dann verwende ich ein verschiedene Optionsstrategien, um zusätzliche Erträge zu generieren. Mehr als 0,5-1,0% p.a. an zusätzlicher Performance erreicht das jedoch nicht für das Portfolio.

Das Problem mit vielen Anlegern ist, daß sie zu zögerlich sind. Was passiert denn, wenn man bei einem DAX von 9.350 Punkten einsteigt? Man partizipiert schon mal. Geht es weiter nach oben, kann man weiter aufstocken und z.B. per Trailing Stop auch Absicherungen einbauen, um die Verlustzone zu meiden. Geht es nach unten, kann man nachkaufen. Diese Strategie funktioniert deshalb, da der DAX wie auch andere Aktienindices ja im Prinzip mit der Inflation nach oben schwimmt und damit einen langfristigen Aufwärtstrend aufweist. Befindet sich ein Index also im Vergleich zu anderen noch tiefer, wird der Aufwärtsdrang noch größer sein.

Zinserhöhungen werden bestimmten Branchen schaden, z.B. REITs (Abstand zum risikolosen Zins sinkt), Retail (Sparbereitschaft erhöht sich, Konsum geht zurück) und investitionsintensiven Sektoren (höhere Finanzierungskosten). Versicherungen, Technologie, Industrials werden profitieren. Bei Banken ist das Bild gemischt. Man kann daher auch auf diese Entwicklung spekulieren und gezielt in bestimmte Bereiche investieren.

Irgendetwas gibt es immer... und sei es nur der Blick auf viele profitable Unternehmen in den Emerging Markets, die mit hohen Wachstumsraten expandieren.

Daher: das Auffangnetz ist unnötig. Es kostet nur Geld. Man kann damit Zusatzrenditen erreichen, aber das ist nicht für jeden der richtige Weg.

Antwort
von vortex, 3
  • Ich kenne keinen Garantiefonds den ich empfehlen wuerde... Vor allem ist es schlecht, wenn bei fallenden Maerkten in Renten umgeschichtet wird ohne dass man man noch von einem anschliessendem Aufschwung profitieren koennte.
  • Man kann viel diskutieren, niemand weiss ob der Aktienmarkt naechstes Jahr steigt oder faellt.
  • Es gilt IMMER: Je mehr Rendite desto mehr Risiko. Ein Auffangnetz ist niemals kostenlos sondern immer mit geringerer Rendite verbunden.
  • Ich wuerde mich nicht am DAX orientieren, das sind nur 30 deutsche Aktien. Ein internationaler Aktienfond oder ein ETF auf einen breiten internationalen Index wie MSCI World sind der richtige Ansatz.
  • Auch wenn Dir garantierter Kapitalerhalt sehr wichtig ist und dies das erste Mal ist, dass Du Dich in den Aktienbereich wagst, wuerde ich keinen Garantiefond sondern eine Kombination aus festverzinslicher Anlage und einem Aktienfond empfehlen. Je geringer der Aktienfondanteil, desto geringer das Risiko aber auch die Rendite. Theoretisch koenntest Du den Aktienanteil so gering waehlen, dass die Zinsen der festverzinslichen Anlage die maximalen Verluste des Aktienfonds auf eine bestimmte Laufzeit auffangen. Da dies nur einen geringen Anteil an Aktien zulaesst und ggf. zu einer Rendite unterhalb der Inflation fuehrt, duerfte auch dem defensiven Anleger ein etwas hoeherer Aktienanteil zu empfehlen sein. Letztlich haengt aber der Aktienanteil von Deinen Sparzielen, Anlagedauer und Risikobereitschaft ab.
  • Ein Sparplan auf einen Aktien-ETF oder einen aktiv gemanagten Fond statt einer Einmalanlage kann die Angst nehmen, alles zum falschen Zeitpunkt zu investieren.
Antwort
von Rat2010, 3

Ich empfehle dir wie Privatier59 meinen Beitrag dort anzuschauen. Da gehe ich auch darauf ein, ob der DAX hoch steht oder nicht. Das eigentliche Risiko ist in der nächsten Zeit, nicht zu investieren. Ein Ausbruch gegen 10.000 Punkte (das sind gerade mal sieben Prozent) kann jederzeit und auch ziemlich schnell passieren und natürlich sind Aktien auch dann noch im Vergleich zu günstig.

Trotzdem legen fast alle mit angezogener Handbremse an. Es gibt einiges von Flossbach, Loys, den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und einige mehr, mit denen du sicher wesentlich mehr Rendite erzielst als mit einem Garantiefonds. Aktives Management sichert nicht 100 % ab aber man kann mit dem Risiko leben.

Antwort
von Finanzschlumpf, 3

Der DAX ist saumäßig hoch.

Viele langfristige Indikatoren stehen auf Höchstständen im überkauften Bereich. Der Aufschwung läuft schon ziemlich lange. Das Ding ist reif zum Abschuss. ( Mein Idealziel war 9,550 für gestern ). 9363 heute, kein Volltreffer, aber für mich steht der Gesamtmarkt definitiv zum Ausverkauf.

Garantie kostet Geld. Und wenn dann noch der Markt dagegen läuft, bleibt nicht viel übrig.

Warum keine "normale" Anlage ?

Kommentar von Rat2010 ,

Was ist eine "normale" Anlage?

Hast du den DAX verstanden? Schau dir mal den EuroStoxx an. Findest du den auch saumäßig hoch?

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Vielleicht was festverzinsliches ? Wir haben ja keine Ahnung, wie lange angelegt werden soll.

Inwiefern "verstehen" ? Klar, dass unter Ausrechnung bzw. Einrechnung der Dividenden wir noch gar keinen Höchstand haben ist eine Sache, dass aber z.B. der 13 Monats RSI auf dem Niveau von Mai 2011 steht eine andere.

Letztendlich ist es mir aber egal was andere machen, heulen soll dann aber niemand.

Kommentar von gandalf94305 ,

Die Dividenden sind gar nicht das Problem. Man sollte eher einen inflationsbereinigten Index anschauen.

Kommentar von Rat2010 ,

In den letzten Jahren dürfte der Dividendeneinfluss über der Inflation liegen aber natürlich ist auch das von Bedeutung, wenn man den DAX 2000 mit dem DAX 2013 vergleicht.

Kommentar von gandalf94305 ,

Wer will denn in den Eurostoxx 50 investieren? Oops!

Wenn, dann eher den Stoxx Europe 600 oder einen Fonds, der sich nicht an solchen Indices orientiert, sondern einfach vernünftig arbeitet :-)

Kommentar von Rat2010 ,

Keiner! Es geht um Bewertung, nicht Anlage.

War nur ein Beispiel für einen Preisindex.

Antwort
von Niklaus, 3

Garantiefonds sind ein Produkt , das man nicht wirklich braucht.

Mit Garantiefonds macht man keine guten Erträge. Das ist Werbehumbug. Bei ausreichendem Anlagehorizont sind Sachwerte wie Aktienfonds zu bevorzugen.

Sagen wir mal du möchtest dein Geld in einen 10 Jahre laufend Garantiefonds anlegen. Da wird dir garantiert, dass du in 10 Jahren mindestens dein investiertes Kapitals zurück hast. Das wird dadurch realisiert, in dem man soviel in eine sichere Anlage anlegt, die aufgezinst in 10 Jahren dein Kapital ergibt. Wenn du z.B. 100.000 EUR anlegen würdest und eine Verzinsung von 2 % annimmst, so würden 82.034,33 EUR sicher angelegt und der Rest in Aktien. Das wird keine gute Gesamtrendite nach Ablauf der Anlagezeit geben. Deshalb halte ich Garantiefonds nicht für sinnvoll. Außerdem sind die sogenannten sicheren Anlagen nur Geldwerte und unterliegen der Inflation

Antwort
von SBerater, 3

wenn du 10 Personen fragst, dann wirst du 10 Meinungen hören, die nur eines gemein haben: sie sind aufteilbar in weiterer Anstieg, Querbewegung, fallende Kurse. Nur eines ist sicher: keiner weiss es!

Wenn du ne Anlage mit doppeltem Boden willst, dann empfehle ich einen Altbau. Diese haben teils noch doppelte Böden zwischen den Etagen.

Das was du suchst, gibt es nicht. Wer an der Börse aktiv ist, der muss mit Volatilität leben (können).

Ich kenne welche, die warten seit mind. 1 Jahr auf eine Korrektur. Vermutlich steigen sie dann bei einem Zwischenstopp der nächsten Baisse ein.

Von Garantiefonds halte ich .... NICHTS!

Wie ich es halte? Ich bleibe investiert. Ich reduziere langsam mein Depotvolumen. Persönlich glaube ich, dass es noch nach oben geht.

Antwort
von Bankerin, 2

wie wäre der Garantiefonds der Union Invest-Zeichnungsfrist noch bis 3.12. ich find den ganz gut, mehr hier: http://www.voba-online.de/privatkunden/boerse-wertpapiere/fonds0/garantiefonds.h...

Kommentar von Rat2010 ,

Garantiefonds sind in Niedrigzinszeiten wie diesen ... ähm indiskutabel. Die Garantie wird auch bei dem Produkt durch Zerobonds oder ähnliches sichergestellt. Wenn die Zinsen niedrig sind, sinkt durch die niedrigen Zinsen die Partizipation an der Wertentwicklung (in dem Fall des DAX) gegen null. Der Rest geht in die Kosten.

Kommentar von gandalf94305 ,

Da kann ich uneingeschränkt nur den Kopf schütteln. Nope! Kein Garantiefonds!

Antwort
von Privatier59, 2

Schau Dir mal meine Frage vom heutigen Tage an, "Cash oder Crash". Da wird der derzeitige Dax-Stand von einem Antworter als sehr niedrig bezeichnet. Wenn das stimmen sollte, wird es erst an St.Nimmerlein wieder billiger.

Kommentar von Rat2010 ,

Niedrig ist der Stand des DAX nicht. Die Unternehmen sind vergleichsweise günstig. Das ist etwas anderes!

Kommentar von Privatier59 ,

Höre ich da einen kleinen Rückzieher heraus?

Kommentar von Rat2010 ,

Kein Rückzieher. Was ich schreibe und du liest ist scheinbar zweiterlei.

Was hältst du davon, dch noch mal unvoreingenommen mit dem, was ich geschrieben habe, zu beschäftigen?

Der DAX, also der Performanceindex, den alle damit meinen, hat einen absoluten Stand. Der ist hoch nur wird er als Performanceindex systembedingt immer wieder Höchststände erreichen. Die Bewertung der im DAX zum Index zusammengefassten Aktien ist moderat. Vergleichsweise sogar sehr günstig. Was du dir bei dem Wort vergleichsweise für Gedanken machen solltest - siehe zweiter Absatz.

Kommentar von Privatier59 ,

Aha, erinnert mich an meinen Sparkassen-"Berater": Der Dax wird einen dynamischen Verlauf nehmen, in welche Richtung, darauf möchte ich mich zunächst noch nicht festlegen.

Kommentar von Rat2010 ,

Du hast es bei ihm auch nicht verstanden? Kein Problem. Für mich jedenfalls ;)

Kommentar von gandalf94305 ,

Alsoo klar eine Volatilitätsstrategie :-)

Kommentar von Privatier59 ,

Einen Fixpunkt gibt es immer: Die Provision!

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