Frage von rudirudi, 8

DATEV-Auswertungen - werden die von Banken zur Kreditvergabe herangezogen?

Brauchen Selbständige DATEV-Auswertungen wenn es um Kreditprüfungen geht. Werden die von Banken herangezogen oder benötigen die Banken eher dir Bilanzen?

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von EnnoBecker, 7

Man muss sich vor Augen halten, dass auch DATEV nur ein Werkzeug ist. Und ein Werkzeug kann nur so gut sein wie der, der es benutzt. Deshalb muss es nicht zwingend DATEV sein.

Ich hatte vor Jahren hier ein paar Vorträge gehalten darüber, was eine aussagekräftige BWA von einer SchnelleMachenFix-BWA und Wald-und-Wiesen-BWA unterscheidet und was man tun muss, um eine aussagekräftige BWA zu erzeugen.

Außerdem war in einigen Kreditinstituten und habe den Leuten gezeigt, was man wie aus einer BWA, SuSa & Co. rauslesen kann. Deswegen weiß ich, dass die BWAs (und mitunter auch die Jahresabschlüsse) oftmals nur wegen § 18 KWG angefordert werden, im Übrigen aber abgeheftet werden.

In meiner Banker-Zeit musste ich auch Kreditprüfungen vornehmen ( zu jener Zeit hatte ich aber selber keine Ahnung von BWA und anderen Auswertungen).

Ein Urteil über die Bonität stützt sich meiner Ansicht nach mehr auf subjektive als auf objektive Tatsachen.

Antwort
von wfwbinder, 5

Viel wichtiger als die Frage, ob die Buchhaltung mit Datev, SAP, Lexware, oder einem sonstigen System bearbeitet wird, ist die Frage für die Bank, dass regelmäßig eine Buchhaltung erstellt wird.

DEnn nach der Methode "ich mache ja nur eine E-Ü-Rechnung, also kann ich die Belege sammeln und im Folgejahr zusammenzählen" wird eine Bank als das empfinden was es ist, ein Blindflug des Unternehmens.

Keine Kostenkontrolle, Unternehmensführung nur nach Kassenlage, keine Übersicht über die mittelfristige Liquidität. Ganz schlechte Voraussetzungen für eine Kreditgewährung.

Wichtig ist zu zeigen, dass manin der Vergangenheit vernünftig gewirtschaftet hat, eine logische Planung für die Zukunft, an der man dann auch die tatsächlichen Ergebnisse messen und vergleichen kann.

Antwort
von freiSein, 6

die Frage ist doch, ob ein Selbständiger, der auch ein Einzelunternehmer ist, auch Datevauswertungen hat, geschweige denn eine Bilanz. Ein Einzelunternehmer hat eine EÜR, die man auch mit anderen Systemen erzeugen kann.

Wenn so eine Auswertung vorliegt, dann kann die herangezogen werden bei der Prüfung. Möglich sind auch die Steuererklärungen aus den letzten Jahren und eine aktuelle Aufstellung der Zahlen für das Geschäft eines Selbständigen.

Datev & Co sind vergangenheitsbezogen. Eine Bank wird aber auch die Zukunft interessieren wie auch die privaten Ausgaben. Die können selbst bei sehr hohen Gewinnen den finanziellen Spielraum einschränken. Das ist auch eine Info, die eine Bank interessiert: was kommt rein, was geht raus, was bleibt übrig, was ist in der Zukunft realistisch.

Wenn man als Firma/ Kapitalgesellschaft einen Kredit will, dann ist das Vorgehen sicherlich ein wenig anders. Dann kommt es zu einem Ratingprozess, der auf den Zahlen aus der Vergangenheit, der Gegenwart beruht. Und dann spielt auch die Zukunft hier eine Rolle.

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig ist, dass die entscheidende Frage bei einer potentiellen Darlehensausreichung lautet: Kriege ich mein Geld und auch die Zinsen wieder?

Die Kristallkugeln sind bekanntlich alle "gerade beim TÜV" und wie man Vorschauen zur Ertragslage und zur Liquidität erstellt, wissen wir ja.

Trotzdem sind Jahrsabschlüsse und BWAs ganz gute Indikatoren, wenn man nämlich sorgfältig angefertigte Auswertungen hat und auch Ahnung davon, was man daraus zu machen hat.

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