Frage von TangoMortale 03.02.2010

Daten-CD und Steuerhinterzieher (II. Teil): wie viele Jahre relevant für das Finanzamt?

  • Hilfreichste Antwort von wfwbinder 03.02.2010
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    hinterzogenen Steuern verjähren erst nach 10 Jahren, da es aber auch noch mit dem Beginn der Verjährung nicht gleich am Ende des Veranlagungseitraumes beginnt, kann es schon noch zu nachforderungen für ca. 13 jahre kommen.

  • Antwort von Bernd2009 04.02.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Es gilt die steuerliche Verjährungsfrist von zehn Jahren und der schwarze Peter liegt bei Ihnen, nur leichtfertiges Handeln nachweisen zu müssen, wenn Ihre Steuersünden nach Ablauf von fünf Jahren aufgeflogen sind. Es gibt eine steuerliche und eine strafrechtliche Verjährungsfrist Die steuerrechtliche Verjährungsfrist für Steuerhinterziehung beträgt zehn Jahre. Eine leichtfertige Steuerverkürzung verjährt dagegen schon nach fünf Jahren (§ 169 Abs.2 S. 2 AO). Solange noch keine steuerliche Verjährung (sog. Festsetzungsverjährung) eingetreten ist, kann das Finanzamt von Ihnen die verkürzten Steuern nachfordern. Die steuerliche Verjährungsfrist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres zu laufen, in dem Sie Ihre Steuererklärung oder Steueranmeldung eingereicht haben (§ 170 Abs. 2 Nr. 1 AO). Haben Sie nichts eingereicht, beginnt die Frist mit Ablauf des dritten Kalenderjahres, das auf das Steuerentstehungsjahr folgt.

    Von den steuerrechtlichen Verjährungsfristen ist die strafrechtliche Verjährungsfrist (sog. Verfolgungsverjährung) zu unterscheiden. Diese beträgt sowohl für Steuerhinterziehung als auch für leichtfertige Steuerverkürzung fünf Jahre (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB, § 384 AO). Nach Ablauf dieser Frist droht Ihnen keine Geldstrafe bzw. Geldbuße mehr. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beginnt bei Abgabe einer unrichtigen Steuererklärung mit dem Zeitpunkt der Bekanntgabe des unrichtigen Steuerbescheides (§ 78a StGB). Bei einer Steueranmeldung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung beginnt die Verjährung mit dem Eingang der unrichtigen Steueranmeldung (z.B. Umsatzsteuer-Voranmeldung oder -Jahreserklärung) beim Finanzamt.

    Ist Ihr Steuervergehen bereits straf- und steuerrechtlich verjährt, sind Sie aus dem Schneider. Sind Ihre Steuersünden nur strafrechtlich, aber noch nicht steuerlich verjährt und kommt Ihnen das Finanzamt vor Eintritt der steuerlichen Verjährung von selbst auf die Schliche, brauchen Sie zwar keine Strafverfolgung mehr zu fürchten, müssen aber die hinterzogenen Steuern nachzahlen inklusive 6 Prozent Hinterziehungszinsen pro Jahr. (§§ 235, 238 AO).

    Ist Ihre Steuerhinterziehung strafrechtlich noch nicht verjährt, können Sie durch eine Selbstanzeige beim Finanzamt die strafrechtlichen Folgen (Geldstrafe oder Verurteilung) vermeiden (§ 371 AO). Eine Selbstanzeige ist nicht mehr möglich, wenn der Steuerfahnder bereits vor der Tür steht. Vor einer solchen Anzeige sollten Sie sich aber von einem Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht beraten lassen. Das ist vor allem bei Schwarzgeldbildung mit Hinterziehung betrieblicher Steuern unerlässlich.

  • Antwort von qtbasket 03.02.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Bei der Straftat Steuerhinterziehung muss die Steuerfahndung alle Steuerbescheide der letzten 10 Jahre prüfen, also ab dem Jahr 2000.

  • Antwort von Schiko 09.02.2013

    Für den rückliegenden Zeitraum von zehn Jahren, erst dann greift die Verjährung. Natürlich kommen auch noch 0,5% Zins je Monat hinzu.

    MfG.

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