Frage von generaldufour, 212

Gibt es beim Darlehensvertrag ein Kündigungsrecht der Bank?

Meine Mutter möchte das Haus in dem unsere Kinder, meine Frau und ich wohnen, unseren Kindern schenken.

Wegen der mangelnden Bonität von mir und meiner Frau sowie der Minderjährigkeit unserer Kinder können wir den grundbuchbesicherten Darlehensvertrag nicht übernehmen.

Meine Mutter ist jedoch bereit, den Darlehensvertrag fortzuführen. Inwieweit hat die Bank das Recht, den Vertrag dennoch vorzeitig zu kündigen? Falls ja: Inwieweit wäre dann sogar eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen?

Ergänzend: Die Bonität meiner Mutter verschlechtert sich durch die Schenkung allenfalls in geringem Maße, da weitere Immobilien vorhanden sind, die aber nicht als Sicherheiten dienen sollen.

Das zu verschenkende Haus dient auch weiterhin als Sicherheit für den in Rede stehenden Darlehensvertrag und ist durch das Darlehn nur zu etwa 40 Prozent beliehen.

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Antwort
von Interhyp, Business Partner, 206

Hallo generaldufour,

es ist richtig, dass die Bank einer Änderung der Darlehensnehmer in einem bestehenden Darlehensvertag innerhalb der Sollzinsbindung von 10 Jahren nicht zustimmen muss.

Bei einer Änderung der Eigentumsverhältnisse ist das Darlehen sowie die Grundschuld als Absicherung an der Immobilie nicht betroffen, so dass Euch hierdurch keine Nachteile entstehen sollten. Aber bitte prüfe diesbezüglich, ggf. auch durch rechtliche Unterstützung, den Darlehensvertrag Deiner Mutter.

Im Übrigen empfehle ich Euch ein Gespräch mit Eurer Bank zu führen, um keine unerwarteten Nachteile oder Schwierigkeiten zu haben.

Viele Grüße

Christina
Interhyp AG

Antwort
von Clopin, 121

Solange die Raten weiterhin gezahlt werden, darf die Bank nicht kündigen. Allerdings behält die Bank ihre Grundpfandrechte an dem Haus - das müssen die Beschecnkten wissen - wenn die Großmutter nicht mehr zahlt, darf die Bank das Haus verkaufen. Dann müssen die Kids raus. Es sieht in diesem Fall zwar nicht so aus, aber die Kinder sollten darüber informiert sein.

Wenn eine Bank kündigt, darf sie eine Vorfälligkeitsengtschädigung fordern - in diesem Fall von der Großmutter. Hier ein paar Infos dazu, die Bank darf nicht einfach so kündigen: http://www.widerrufkreditvertrag.de/kredit-darlehen-kuendigen/

Clopin

Antwort
von ellaluise, 133

Ich will/kann zwar deine Frage nicht beantworten, möchte aber noch etwas zu bedenken geben.

Die Großmutter will das Haus an die Enkel schenken, soweit so gut.

Man bedenke aber bitte, wenn diese Enkelkinder, eure Kinder, Bafög beantragen wollen/müssen ist der Immobilienbesitz Vermögen und steht ggf. einer Bafög-Zahlung entgegen.

Wenn diese Kinder ihre Ausbildung abgeschlossen haben, alles egal.

Antwort
von Franzl0503, 148

Generaldufour:

Die Bank hat m. E. keinen Grund zur Ablehnung. Denn was ändert sich an den Banksicherheiten durch die beabsichtigte gemischte Schenkung an die Enkelkinder?

1. Die persönliche Schuldhaft der bonitätsstarken Großmutter bleibt unverändert bestehen; sie bleibt weiterhin Zahlerin.

2. Die dingliche Sicherheit in Form des Grundpfandrechts ist unverändert nach wie vor gegeben.

3.Die z. Zt.noch minderjährigen Enkelkinder werden - vorbehaltlich der Genehmigung des Familiengerichts - neue Eigentümer.

Antwort
von Giszmo, 105

Die Bank kann ein Darlehen nur dann kündigen, wenn die Raten nicht pünktlich gezahlt werden (oder man ohne vorherige Zustimmung der Bank das Haus abreißt, was aber ja wohl nicht vorgesehen ist). Es wird also nichts passieren. Ggf. wird sie mal nachfragen, was Ihr da macht, alleine das kann ich mir in der heutigen Zeit aber auch schon nicht mehr vorstellen.

Antwort
von Privatier59, 121

Aus Sicht der Bank ist die Sache einfach: Ein auf dem Haus lastendes Grundpfandrecht wird nicht eher frei gegeben bis das Darlehen getilgt ist. Insofern besteht für eine Kündigung des Darlehens kein Anlaß. 

Was Ihr machen solltest ist, Euch vor der Schenkung umfassende Steuerberatung einzuholen. Es handelt sich ja dann um 2 Schenkungen, die des Hauses mit der Belastung und die durch die Tilgung des Darlehens. Das löst Schenkungsteuer aus, wobei die Freibeträge vermutlich nicht ausreichen, die Zahlungspflicht zu vermeiden. Das ist ein heikles Detail im Hinblick auf den Umstand, daß das Vormundschaftsgericht die Schenkung genehmigen muß.

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