Frage von Jen89, 117

Darf unser ehem. Vermieter die Mietkaution zum Streichen der Wohnung verwenden, auch wenn der Nachmieter mit dem Zustand der Wohnung einverstanden war?

Hallo, mein Freund und ich haben am Tag vor der Wohnungsübergabe unsere alte Wohnung gestrichen. Leider hat die Farbe nicht gut gedeckt und die Wände wirkten sehr fleckig. Das wurde als Mangel im Übergabeprotokoll auch so vermerkt. Allerdings meinte unser Nachmieter, dass das so in Ordnung sei. Im Protokoll wurde also auch vermerkt: "Der Nachmieter übernimmt die Wohnung wie gesehen."

Heute haben wir unsere Mietkaution zurück bekommen, zumindest einen Bruchteil davon. Ein Großteil wurde für das Streichen der Wohnung durch einen Maler abgezogen. Davon wurden wir aber nicht in Kenntnis gesetzt, sonst hätten wir die Wohnung eigenhändig nochmal übergestrichen (genug Zeit wäre noch gewesen).

Darf das der Vermieter, in unserem Fall eine Wohnungsverwaltung, das?

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Antwort
von Jen89, 43

Hallo,

erst einmal vielen herzlichen Dank für eure Kommentare.
Es hat sich jetzt folgendes aus der ganzen Situation ergeben:

Wir haben mit unserem Nachmieter telefoniert und erfahren, dass in der Wohnung gar kein Maler drin war. Auf Nachfrage bei der Wohnungsverwaltung, warum uns dann knapp 1100,00€  für das Malern der Wohnung in Rechnung gestellt wurden, erklärte man es uns so:

Wenn man eine unrenovierte Wohnung bekommt, dann kann man sie natürlich auch unrenoviert wieder abgeben. Bekommt man aber eine renovierte Wohnung, dann muss man sie auch im renovierten Zustand zurückgeben, wenn das so im Mietvertrag geregelt ist.

Jetzt hatte unser Nachmieter ja gesagt, dass er mit dem Zustand der Wohung trotzdem so einverstanden ist und sie so übernimmt (die Wohnung galt durch das mangelhafte Streichen als unrenoviert). Jetzt steht natürlich in seinem Mietvertrag drin, dass er eine unrenovierte Wohnung bekommen hat und könnte sie demnach unrenoviert zurückgeben.

Mein Freund und ich müssen aber immernoch dafür einstehen, dass die Wohnung irgendwann wieder in den renovierten Zustand gebracht wird, da wir sie nunmal renoviert bekommen haben. Entsprechend wurde der o.g. Betrag einbehalten, um damit spätere Malerarbeiten decken zu können. (Was davon übrig bleibt, bekommen wir natürlich zurück).

Wir konnten aber mit unserem Nachmieter eine Renovierungsübernahme abklären. Das heißt, dass wir und unser Nachmieter ein Protokoll unterschrieben, in dem sich der Nachmieter bereit erklärte an unsere Stelle zu treten. Wenn er irgendwann auszieht, übernimmt er die zu leistende Renovierung der Wohnung. Nun bekommen wir auch unsere volle Mietkaution zurück.

Alles in allem war es ganz schön umständlich, aber es ist doch alles gut ausgegangen.

Antwort
von LittleArrow, 63

Ob hier eine wirksame Schönheitsreparaturklausel im MV vereinbart wurde, weiß ich nicht.

Hinsichtlich der unbefriedigenden Anstricharbeiten meine ich, dass der Vermieter (bzw. seine Hausverwaltung) eine Nachbesserungsfrist hätte setzen müssen.

Antwort
von althaus, 72

Ich würde sagen, er darf das nicht. Was viele Vermieter nicht wissen ist, daß der Mieter bei Auszug weder streichen noch renovieren muss. Selbst habe ich einen Mieter, dem habe ich die Wohnung ohne Tapeten übergeben. Er hat natürlich tapeziert. Vereinbart habe ich, daß er bei Auszug die Tapeten wieder entfernen muss. Das hat er auch getan, aber er hätte es nicht machen müssen, wenn er nicht gewollt hätte. Meine Vereinbarung war schon zu Beginn an ungültig. An Deiner Stelle würde ich die Restkaution fordern. 

Kommentar von Gaenseliesel ,
Antwort
von Juli1991, 23

Nein, darf er nicht! 

Erstens: je nachdem, wie schlecht das Ergebnis des Streichens geworden ist, darf er das gar nicht beanstanden. Die Wohnung muss laut Mietrecht NICHT professionell gestrichen werden, der Mieter darf das in Eigenregie machen. Das führt nun mal nicht zu einem professionellen Ergebnis. Das muss der Vermieter aber hinnehmen. Ich würde dir auch die Quelle posten, aber bei Links wird man hier so schnell abgestraft. 

Des Weiteren seid ihr im Recht, weil bei der Wohnungsübergabe nichts anderen vermerkt wurde. Ihr habt ja schriftlich, dass die Wohnung, wie sie ist, abgenommen wurde. 

Und überhaupt steht das Ganze rechtlich auf sehr wackeligen Beinen. Je nach Zustand der Wohnung ist es fraglich, ob ihr überhaupt hättet streichen müssen. Das muss man nämlich nicht mehr nach festen Fristen (also grundsätzlich beim Auszug, oder nach einer bestimmten Jahresfrist).

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