Frage von Beluga2104, 252

Darf meine Bank ohne meine Einwilligung ein Privatkonto auf Geschäftskonto umstellen?

Folgender Sachverhalt: Ich bin Kleinunternehmer und und nutzte mein bisheriges Privatkonto seit Jahren auch unbehelligt als Geschäftskonto. Nun hat die Bank mein Privatkonto auf Geschäftskonto umgestellt, ohne dies vorher schriftlich anzukündigen oder mir eine Übergangsfrist zu setzen. Im Klartext: Mein bisheriges Privatkonto ist jetzt ein Geschäftskonto, auf der jede Überweisung gebührenpflichtig wird, selbst wenn es eine private Finanzangelegenheit ist. Ich bekam nicht einmal die Chance ein neues Konto einzurichten, so dass ich privat und geschäftlich sauber trennen könnte (Es braucht schließlich auch Zeit, bis man seine Kunden über das neue Konto informiert hat).
Laut AGBs verpflichtet sich die Bank Rahmenvereinbarungsänderungen "schriftlich" anzukündigen und behält sich bei Widerspruch eine zweimonatige Kündigungsfrist vor. Damit könnte ich leben, aber von heute auf morgen einseitig Rahmenvereinbarungen zu ändern, um Gebühren kassieren, ist doch rechtswidrig? Hinzu kommt, dass Daueraufträge, Lastschriftverfahren nicht mehr ausgeführt werden, solange ich das ehemalige Privat- und jetzt "Geschäfts"-Konto nicht mit einem neuen Code aktiviere. Umkehrschluß: Aktiviere ich das Konto mit dem neuen Code, kommt dass doch einer stillschweigenden Zustimmung zu den neuen Konditionen gleich, oder nicht? In meinen Augen grenzt das bereits an Nötigung. Liege ich falsch, wenn ich ich der Meinung bin, dass meine Bank mein Konto bis zum Kündigungszeitpunkt (egal ob nun meiner- oder bankseits gekündigt wird) als Privatkonto weiter zu führen hat?

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von expermondo, 5

Hallo Beluga2104,

Schau mal bitte hier:
Recht Bank

Antwort
von dollarschein, 252

Grundsätzlich ist das nicht zulässig, weil ja ein Geschäftskonto mehr kostet... aber wenn du das Privatkonto seit Jahren inoffiziell als Geschäftskonto verwendest und Geld sparen wolltest, dann ist die Aktion der Bank schon gerechtfertigt.

Antwort
von wfwbinder, 193

Entschuldige bitte, warum beschwerst Du Dich.

Lt. eigener Aussage machst Du das seit Jahren. Also genug Chance die SAche sauber zu trennen. Mal mit einem Mitarbeiter dort über die günstigste Tarifgestaltung zu sprechen, ein Existenzgründerpaket zu nutzen mit Freibuchungen, oder was die Bank so bietet.

Es ist zwar kein guter Stil es völlig ohne Ankündigung zu machen, aber Du hat auch ein Privatkonto ohne Ankündigung als Geschäftskonto genutzt.

Das mit dem Code ist aber schon etwas seltsam.

Welche Bank ist e denn? Schon mal Vorort mit einem Berater gesprochen, oder ist es eine reine Online Bank?

Kommentar von Beluga2104 ,

Das Konto wurde seit Jahren mit Wissen der Bank als Geschäftskonto genutzt. Viele Banken akzeptieren, dass Kleinunternehmer ihr Privatkonto auch als Geschäftskonto nutzen, weil ein Geschäftskonto in diesen Bereichen mehr Aufwand und Kosten verursachen, als Nutzen. Es geht ja nicht um die Frage, ob meine Bank ein Umstellungsrecht hat. Das hat sie als Wirtschaftsunternehmen, die Frage ist nur, in welcher Form die Umstellung abzulaufen hat. In ihren eigenen AGBs stellt die Bank das schließlich ganz anders dar. Abgesehen davon sieht nicht einmal der Gesetzgeber eine notwendige Trennung zwischen Privat- und Geschäftskonten vor. Allein die Banken sehen darin ein Geschäftsmodell, gegen das grundsätzlich nichts einzuwenden ist, wenn es dem nicht "ungefragt" übergestülpt wird.

Kommentar von wfwbinder ,

Also, wenn es der Bank bekannt war, ändert das schon den Sachverhalt. Aber in welcher Form bekannt? Einfach dadurch, das monatlich ein par Zahlungs eingänge zusätzlich waren? Oder dadurch das einem Bankmitarbeiter gesagt wurde, "ich mache jetzt einen kleinen eBay handel als angemeldetes Gewerbe (oder vergleichbar) da kommen so 2-4 Zahlungen pro Monat. Ist das ein Problem?" und der sagte: "Wenn es in dem Umfang ist, kein Problem."

Keine FRage, die Art wie diese Sache abgelaufen ist, ist brutal. Aber wie schon mal gefragt, gab es dazu nun danach eine Gespräch? eMail Verkehr?

Kommentar von RatsucherZYX ,

Jetzt verlabern wir uns, weil die Argumentation verändert wird. Der Bank, bzw. jemand bei der Bank, soll es bekannt gewesen sein. Dann soll er hingehen und mit dem die Sache besprechen. Aber, das wird wohl nicht mehr gehen, weil der verstorben oder in Pension ist. Na, und so geht das dann weiter.

Der Fragesteller weiß, wie das bei anderen Banken ist, was der Gesetzgeber will oder auch nicht will.

Hilft ihm die Antwort, wenn ich sage, die hätten dir vorher einen netten Brief schreiben sollen?

Dafür hier der ganze Aufwand !?! .

Antwort
von RatsucherZYX, 207

Du hast auch nicht angekündigt, dass du dein Privatkonto als Geschäftskonto benutzen willst, geschweige denn üner die langjährige Nutzung informiert.

In den Bedingungen steht aber, dass Privatkonten nicht als G-Konten genutzt werden können.

Damit steht es 1:1 zwischen euch.

Richte jetzt ein 2. Konto für deine privaten Anliegen ein, die kannst du sicherlich schneller und sicherer trennen.

Antwort
von imager761, 173

Ich bin Kleinunternehmer und und nutzte mein bisheriges Privatkonto seit Jahren auch unbehelligt als Geschäftskonto.

Eine Duldung kann man widerrufen.

Nun hat die Bank mein Privatkonto auf Geschäftskonto umgestellt, ohne dies vorher schriftlich anzukündigen oder mir eine Übergangsfrist zu setzen.

Auch fristlos und mit sofortiger Wirkung.

Ich bekam nicht einmal die Chance ein neues Konto einzurichten, so dass ich privat und geschäftlich sauber trennen könnte

Doch, bereits vor Jahren mit Beginn deiner Geschäftstätigkeit.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wer allein aus fiskalischer Sicht auf getrennte Konten verzichtet, muss wissen, was er sich antut.

Und die AGB seiner Bank lesen bevor er sich beschwert, dass sie angewendet werden.

G imager761

Antwort
von Privatier59, 148

Mich würde interessieren, welche Bank das ist. Kannst Du da mal was zu sagen. Dann könnte man nämlich via Inernet auch mal in die bankeigenen AGB schauen.

Zu Deinem Fall kann man ohne Kenntnis der Bank-AGB wenig sagen. Ohne Berücksichtigung von AGB würde ich das für eine fristlose Kündigung des Privatgirokontos und das Angebot zur Weiterführung als Geschäftskonto halten.

Mit dem Vorwurf der "Nötigung" solltest Du vorsichtig sein. Letztendlich bist Du derjenige gewesen, der sich hier falsch verhalten hat. Du hast Dein Privatkonto sehenden Auges als Geschäftskonto genutzt und das aus dem höchst eigennützigen Grund, Gebühren zu sparen. Statt sich auf lange Diskussionen mit der Bank einzulassen würde ich mich kontenmäßig neu orientieren. Da die meisten Banken schon ein Auge darauf haben, welche Art von Zahlungen über ein Konto läuft, solltest Du aber gleich die Variante Geschäftsgiriokonto wählen um unerfreuliche Wiederholungen zu vermeiden.

Antwort
von volksbanker, 141

Das Vorgehen der Bank ist sicherlich nicht einwandfrei - dein eigenes Verhalten jedoch umso weniger. Du hast jahrelang das Konto - entgegen der AGBs und entgegen der Vereinbarung bei der Eröffnung - falsch geführt und dir viele Euro an Gebühren gespart. Sei froh, dass es so lange offensichtlich keinem aufgefallen ist. Ab jetzt zahlst du eben für jede Buchung. Hättest du von Anfang an mit offenen Karten gespielt könntest du Kulanz erwarten - z.B. ein Entgegenkommen bei den Konditionen. Der Zug ist jetzt jedoch abgefahren.

Vor allem kannst du froh sein, dass die Bank dir das Konto nicht komplett kündigt.

Antwort
von vulkanismus, 122

Umgekehrt wird aber auch ein Schuh daraus. Plötzlich ist die Bank der Buhmann. Aber selbst das Privatkonto jahrelang missbrauchen !!

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