Frage von imrstr, 42

Darf man eine Gebühr für Barzahlungen nehmen?

Grundlage ist folgende. Ich biete mobile IT Dienstlseitungen an und nehme auch Karte. Allerdings zahlen viele Kunden immer noch lieber Bar. Nun muss ich aber jedesmal wenn ich Bargeld auf mein Geschäftskonto Einzahlen will mindestens 5.-EUR zahlen.

Daher habe ich überlegt ob man Barzahlung evtl. entsprechend mit dieser Gebühr belasten kann also die Kosten durchreichen dürfte.

Jemand ne Idee ob das überhaupt gestattet wäre?

Antwort
von blackleather, 21

Grundsätzlich darfst du für alles, was von deinen Kunden bezahlt wird, Geld verlangen. Also auch für Barzahlung.

Sittenwidrig wäre das nicht (§ 138 Abs. 1 BGB).

Ich als dein Kunde würde nur die von dir gegebene Begründung, die Bank verlange auch Geld dafür, wenn du das Geld dort einzahlst, nicht akzeptieren. Was habe ich denn mit dem zu schaffen, was deine Bank von dir verlangt? Es ist doch auch nicht meine Schuld, wenn du das Geld auf dein Konto einzahlst; ich könnte ja auch zu dir sagen: Zahle doch selbst lieber bar oder leg es dir zu Hause bar unters Kopfkissen, statt es aufs Konto zu bringen. Wenn du mir mit einer Extragebühr für Barzahlung kämst, würde ich den Dienstleister wechseln.


Kommentar von EnnoWarMal ,

Wenn du mir mit einer Extragebühr für Barzahlung kämst, würde ich den Dienstleister wechseln.

Letztlich ist das, was der Kunde bezahlt, Gegenleistung für das, was er bekommt. Wenn ich eine Website bei jemandem in Auftrag gebe, bezahle ich dafür. Ich habe aber nicht in Auftrag gegeben, Geld einzuzahlen oder es zu lassen.

Natürlich muss der Auftraggeber seine Aufwendungen aus dem, was ich bezahle, tragen. Deshalb ist es gerechtfertigt, diese Aufwendungen mit einzupreisen.

Ob er die Preisbestandteile dann offenlegt oder nicht, hat keinen Einfluss auf den Charakter dessen, was ich bezahle: Sein Honorar.

Leute, die den Versand ihrer Ware ohne Umsatzsteuer berechnen, werden bei der nächsten USt-SoPr ziemlich umfallen.

Kommentar von blackleather ,

Natürlich muss der Auftraggeber seine Aufwendungen aus dem, was ich bezahle, tragen. Deshalb ist es gerechtfertigt, diese Aufwendungen mit einzupreisen.

Korrekt. Deswegen werde ich es auch akzeptieren, wenn er mir das stillschweigend mit unterjubelt. Aber ein offener Ausweis würde mich von ihm wegtreiben.

Deswegen stelle ich meinen Mandanten bspw. auch keine Portoauslagen in Rechnung. Dafür kann ich ja mit den Zehntelsätzen spielen und es sieht nach all inclusive aus.

Antwort
von EnnoWarMal, 32

Du kannst es nennen wie du magst, aber du kannst nur Honorar für deine "Dienstlseitungen" einnehmen. Was anderes kauft der Kunde ja nicht, oder?

Und selbstverständlich musst du solche Aufwendungen in dein Honorar mit einkalkulieren und einpreisen.

Kommentar von imrstr ,

Das annehmen von Bargeld und selber Einzahlen wäre ja auch eine Dienstleistung meinerseits ;) Der Kunde könnte ja auch Unbar zahlen.

Bei den meisten Anbietern ist es ja andersrum. Da wird meist eine Gebühr für Zahlung per Karte erhoben. 

Außer beim Bürgeramt  Düsseldorf glaube ich war das. Die nehmen 1 EUR bei Barzahlung.http://www.welt.de/wirtschaft/article155085099/Buergeramt-verlangt-jetzt-bei-Bar...

Kommentar von EnnoWarMal ,

Ich bin sicher, dass die vertraglich vereinbarte Leistung, die du deinen Kunden gegenüber erbringst, sicherlich nicht die Verwaltung von Geldbeträgen beinhaltet.

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