Frage von Mirabella8, 1.267

Darf ich zur Grundsicherung hinzuverdienen?

Ich erhalte nur 360 € Altersrente und musste leider Grundsicherung beantragen. Darf ich zur Grundsicherung hinzuverdienen, und wenn ja wie hoch wäre der mtl. Betrag den ioch hinzuverdienen darf, ohne das er mir wieder abgezogen wird?

Antwort
von hubkon, 1.050

Hallo Mirabella8,

Sie schreiben:

Darf ich zur Grundsicherung hinzuverdienen?Ich erhalte nur 360 € Altersrente und musste leider Grundsicherung beantragen<

Antwort:

Link:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__82.html

§ 82 Begriff des Einkommens

(1) Zum Einkommen gehören alle Einkünfte in Geld oder Geldeswert mit Ausnahme der Leistungen nach diesem Buch, der Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz und nach den Gesetzen, die eine entsprechende Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes vorsehen und der Renten oder Beihilfen nach dem Bundesentschädigungsgesetz für Schaden an Leben sowie an Körper oder Gesundheit, bis zur Höhe der vergleichbaren Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz. Einkünfte aus Rückerstattungen, die auf Vorauszahlungen beruhen, die Leistungsberechtigte aus dem Regelsatz erbracht haben, sind kein Einkommen. Bei Minderjährigen ist das Kindergeld dem jeweiligen Kind als Einkommen zuzurechnen, soweit es bei diesem zur Deckung des notwendigen Lebensunterhaltes, mit Ausnahme der Bedarfe nach § 34, benötigt wird.

(2) Von dem Einkommen sind abzusetzen

1. auf das Einkommen entrichtete Steuern, 2. Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung, 3. Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen oder ähnlichen Einrichtungen, soweit diese Beiträge gesetzlich vorgeschrieben oder nach Grund und Höhe angemessen sind, sowie geförderte Altersvorsorgebeiträge nach § 82 des Einkommensteuergesetzes, soweit sie den Mindesteigenbeitrag nach § 86 des Einkommensteuergesetzes nicht überschreiten, 4. die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben, 5. das Arbeitsförderungsgeld und Erhöhungsbeträge des Arbeitsentgelts im Sinne von § 43 Satz 4 des Neunten Buches.

(3) Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28. Abweichend von Satz 1 ist bei einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen von dem Entgelt ein Achtel der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28 zuzüglich 25 vom Hundert des diesen Betrag übersteigenden Entgelts abzusetzen. Im Übrigen kann in begründeten Fällen ein anderer als in Satz 1 festgelegter Betrag vom Einkommen abgesetzt werden. Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, ist abweichend von den Sätzen 1 und 2 ein Betrag von bis zu 200 Euro monatlich nicht als Einkommen zu berücksichtigen.

An sichersten sind Sie gestellt, wenn Sie diese Frage direkt bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter anbringen, wo Sie Ihren Antrag auf Grundsicherung eingereicht haben.

Wer ist zuständig?

Zuständig ist der Sozialhilfeträger Ihres Wohnortes. Er entscheidet, ob Grundsicherung zuerkannt oder abgelehnt wird, aber auch über einen eventuellen Widerspruch.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Julia23, 785

allo

Alle Details sind hier bei der DRV beschrieben:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re...

Es wird im Allgemeines JEDES Einkommen für die Grundsicherung im Alter berücksichtigt und angerechnet, wobei bei Erwerbseinkommen

70% auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden

und damit 30% beim Grundsicherungsempfänger "hängen" bleiben

Bei 100€ Erwerbseinkommen wird also die Grundsicherung im Alter um 100€ x 70% = 70€ gekürzt, dass heißt 100€ -70€ = 30€ mehr im Monat hat der Grundsicherungs-Empfänger

Antwort
von Primus, 689

Als sogenannter Freibetrag werden 100 Euro nicht an die Sozialleistung angerechnet. Dieser Betrag bleibt Dir also zusätzlich ohne Abzüge.

Kommentar von Primus ,

PS. Bei der Regel - Altersrente gibt es keine Hinzuverdienstgrenze mehr und Du darfst soviel verdienen wie Du möchtest, um von der Grundsicherung weg zu kommen.

Kommentar von Mirabella8 ,

Das ist mir bekannt - aber infolge euiner Erkrankung ist das derzeit leider nicht möglich

Kommentar von Primus ,

Dann bleibt es wohl vorerst bei den zusätzlichen 100 €

Ich wünsche Dir gute Besserung.

Kommentar von Julia23 ,

die RENTE wird nicht gekürzt, aber auf die Grundsicherung im Alter (Die Aufstockung Deiner Rente) wird Erwerbseinkommen zu 70% angerechnet, siehe meine Antwort

Kommentar von Julia23 ,

Diese 100€ Freibetrag gibt es nur bei ALG2=Hartz4 und nicht bei Grundsicherung im Alter. Siehe http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re....

Kommentar von Primus ,

Julia: Ich habe auch nicht geschrieben, dass die Rente gekürzt wird.

Außerdem ist Deine Aussage so nicht korrekt, denn mittlerweile sind Grundsicherungsempfänger im Alter - genau wie Erwerbsgeminderte den ALG II -Empfängern gleichgestellt und dürfen über einen Freibetrag von 100 € verfügen.

Siehe auch: http://www.wann-in-rente.de/grundsicherung/

Außerdem funktioniert Dein Link nicht ;-)

Kommentar von Julia23 ,

In Deinem Link steht, dass die Regelsätze angepasst wurden. Aber ich finde auch hier nirgends, dass es einen 100€ Freibetrag für Erwerbseinkommen bei Grundsicherung im Alter gibt. Diesen gibt es meines Wissens und nach unseren Links wirklich nur bei ALG2=Hartz4

Und hier nochmal mein Link (in der Hoffnung, dass der nun funktioniert):

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re...

Zum Einkommen zählen demnach Erwerbseinkommen, wobei 30% davon, maximal 50% x 391 = 195,5 NICHT angerechnet werden.

Kommentar von Primus ,

Und ich habe noch folgendes gefunden:

Egal ob Sie eine Grundsicherung erhalten, weil Ihr eigenes Einkommen nicht ausreicht, oder ob Sie über gar keinen Verdienst verfügen und einen Job annehmen wollen, die Berechnung ist in beiden Fällen die gleiche. Sie können Geld hinzuverdienen, das Ihnen nicht oder nur zum Teil angerechnet wird.

■ Als sogenannter Freibetrag werden 100 Euro nicht an die Sozialleistung angerechnet. Dieser Betrag bleibt Ihnen also zusätzlich ohne Abzüge.

http://www.helpster.de/zur-grundsicherung-hinzuverdienen-das-sollten-sie-beachte...

Wir kommen noch auf einen Nenner ;-))

Kommentar von Julia23 ,

Auch hier beziehen sich die 100€ Freibetrag nur auf Grundsicherung nach SGB II (=ALG2=Hartz4) und nicht auf Grundsicherung nach SGB XII (Grundsicherung im Alter). Auch die 20%, die dort genannt werden, gibt es nur bei ALG2=Hartz4

Die Grundsicherung im Alter nach SGB XII funktioniert anders, was dieser Artikel bei wiki ganz gut wiedergibt: http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsicherung_im_Alter_und_bei_Erwerbsminderung

"... Ferner ist ein Anteil von 30 % des bereinigten Einkommens aus selbstständiger und nichtselbstständiger Tätigkeit abzusetzen" - weder 20% noch 100€ Freibetrag sind hier zu finden, weil es die nur bei ALG2=Hartz4 gibt.

Und auch im Gesetz steht nur was von 30% und nichts von 100€ Freibeinetrag: dejure.org/gesetze/SGB_XII/82.html

Kommentar von Julia23 ,

Hier eine Info-Broschüre der DRV zum Thema:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232620/publica...

Auch hier heißt es - wie auch auf deren webseite und bei wiki und im Gesetz: "30 Prozent des Einkommens, das Sie eventuell aus einer nichtselbständigen Tätigkeit erhalten, werden ebenfalls abgezogen (höchstens jedoch 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1)."

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten