Frage von Logan, 24

Darf eine Verbraucherzentrale eigentlich in Wertpapieren beraten?

In einer Antwort von heute wurde dem Fragesteller geraten zur Verbraucherzentrale zu gehen um unabhängige Beratung zu erhalten.

Daraufhin kam bei mir (erstmals,!) die Frage hoch, ob eine Verbraucherzentrale überhaupt das Recht hat in Wertpapieren entgeltlich Beratung anzubieten...

Doch eigentlich nicht, oder seht Ihr das ander?

Danke für Eure Antworten

L

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 17

Verbraucherzentralen dürfen nicht eine Vermögensberatung anbieten. Hierfür wären einschlägige Zulassungen der entsprechenden Mitarbeiter bzw. der gesamten Institution erforderlich.

Das ist aber auch nicht nötig, denn man kann durchaus mit entsprechend qualifizierten Experten eine Prüfung von Vermögensanlagen, Vermögensanlagekonzepten oder Verträgen hierzu anbieten. Meines Erachtens ist genau dies auch die Dienstleistung der Verbraucherzentralen, die dafür ebenso Juristen und Bankfachleute einsetzen wie dies z.B. eine Haus&Grund bei der Beratung für Hauseigentümer tut.

Daher ist es unsinnig, zu einer Verbraucherzentrale gehen zu wollen und das Gebäude mit einer Liste empfohlener Fonds zu verlassen, die man dann kaufen soll. Man kann sehr wohl jedoch eine vorhandene Vermögensanlage oder ein Konzept hierfür überprüfen lassen.

Kommentar von Logan ,

Danke, mal wieder, für die treffende ubd durchdachte Antwort!

"man kann sehr wohl,..." Das ist für mich der Punkt bei dem es kritisch wird. Die VZ NRW bietet so etwas an.... Wenn man davon ausgeht, dass dabei auch Empfehlungen zur Vorgehensweise für gehaltene Einzeltitel erfolgen, stecken sie voll drinnen.... Aber wo kein Richter, da kein Henker.....

Danke an alle für die Antworten!

Kommentar von gandalf94305 ,

Wenn Du Dich hierauf beziehst:

http://www.vz-nrw.de/geldanlageberatung

dann ist das in der Tat grenzwertig, denn im Titel wird gesagt

Wir stellen Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Altersvorsorge vor und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen ein Gesamtkonzept für Ihre private Vorsorge.

Es steht aber auch im Text

Wenn Sie von Ihrer Bank oder Sparkasse bereits Angebote erhalten haben, können Sie diese gerne zum Beratungsgespräch mitbringen. Unsere Berater bewerten die Angebote dann anhand der Kriterien Risiko, Rendite, Liquidität und Kosten bzw. Kostentransparenz.

wobei das "Wenn" stört :-) Andererseits weißt Du ja nicht, ob nicht die entsprechenden Berater dort tatsächlich über eine entsprechende Zulassung verfügen.

§1 Abs. 1a Nr. 1a KWG reguliert Anlageberater. Nämlich "[...] Finanzdienstleistungen sind [...] die Abgabe von persönlichen Empfehlungen an Kunden oder deren Vertreter, die sich auf Geschäfte mit bestimmten Finanzinstrumenten beziehen, sofern die Empfehlung auf eine Prüfung der persönlichen Umstände des Anlegers gestützt oder als für ihn geeignet dargestellt wird und nicht ausschließlich über Informationsverbreitungskanäle oder für die Öffentlichkeit bekannt gegeben wird (Anlageberatung), [...]". Das erfordert eine Zulassung.

Eine Verbraucherzentrale kann ich bei der Bafin in der Liste der zugelassenen Finanzdienstleister jedenfalls nicht entdecken.

Kommentar von gandalf94305 ,

Die Verbraucherzentrale NRW hat natürlich Berater wie Dr. Annabel Oelmann und ihr Team, die mit hoher Wahrscheinlichkeit über entsprechende Qualifikationen und Zulassungen verfügen ;-)

Kommentar von Logan ,

Da die entsprechenden Zulassungen Unternehmensbezogen und nicht Personenbezogen sind, wird es schwierig für sie.....

Wenn jemandem langweilig wäre, wäre es ja mal lustig die VZ wegen illegaler Anlageberatung anzuteigen...

Kommentar von Logan ,

Statt anteigen gäbe es noch die Möglichkeit sie anzuzeigen..... Wobei anteigen im Advent natürlich naheliegender ist.....

Kommentar von Logan ,

Und Der Lebenslauf von Frau Dr. O. reicht nicht zum bestehen der Geeignetheitsprüfung für eine 32er Zulassung.....

Nächster punkt an dem es eigentlich knallen müsste.....

Antwort
von Typderfinanzen, 15

M.W. auch nicht, der Mitarbeiter würde die hierfür notwendigen Qualifikationen sowie eine entsprechende Meldung bei der BaFin benötigen

Antwort
von Hanseat, 11

Was heißt "in Wertpapieren entgeltlich beraten" ?

Die VZ darf natürlich keine Finanzanlageberatung gem. § 34f gewO durchführen und auch keine gleichgeartete Honorarberatung.

Sie wird aber (leider !) allgemein beraten und z.B. Vor-und Nachteile bestimmter Wertpapiere erklären und aufzeigen, und ggf. auch einen allgemeinen Rat geben.

Die genannte Antwort ist trotzdem Schwachsinn, die VZs haben weder die Sachkenntnis noch die Qualifikation sich hier mehr als nur oberflächlich zu äußern.

Ich gebe zu, ich bin ein absoluter Gegner der entgeltlichen Beratung von VZs, und wenn es nach mir ginge, würde das sofort verboten. Aber in Deutschland kommen die VZs ja leider gleich nach Kaiser Franz. Wenn die VZs wenigstens für die "Beratung" haften müssten. !

Kommentar von Kevin1905 ,
Die genannte Antwort ist trotzdem Schwachsinn, die VZs haben weder die Sachkenntnis noch die Qualifikation sich hier mehr als nur oberflächlich zu äußern.

Noch eine Haftung für Vermögensschäden...

Kommentar von Logan ,

Interessanterweise hat die VZ NRW eine Vermögensschadenshaftpflich laut Impressum, fragt sich nur wofür.....

Kommentar von Amicus ,

Siehe meinen Beitrag unten. Die Verbraucherzentralen prüfen z.B. auch Versicherungsverträge für die Verbraucher, ohne die Genehmigung gem. § 34d GewO zu haben. Die Finanzerxperten dort sind qualifiziert (mit Studium) - qualifizierter als manche Finanzberater und kennen zudem noch die "Haken" im Kleingedruckten aus Erfahrung. Die Genehmigungen gem. §§ 34c, 34d, 34f GewO sind für die Beratung in Verbindung mit einer Vermittlung von Kapitalanlagen/Versicherungen. Die Verbraucherzentrale vermittelt nicht. Sie zeichnet sich durch Unabhängigkeit und Objektivität für einen geringfügigen Obulus aus und hat kein Eigeninteresse wie der Finanzberater, der von der Provision seinen Lebensunterhalt bestreiten muß.

Es ist zudem nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet die Verbraucherzentralen gegen das Gesetz verstoßen.

Kommentar von Logan ,
Antwort
von Amicus, 7

Die Finanzexperten der Verbraucherzentrale können Sie sehr wohl beraten. Sie werden eine unabhängige und objektive Einschätzung der Chancen-/Risikobewertung abgeben und Sie dahingehend beraten, ob eine bestimmte Kapitalanlage unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation (z.B. Familie, Beruf, Einkünfte etc) für Sie sinnvoll und geeignet ist. Die letztendliche Entscheidung liegt allerdings bei Ihnen.

Der Forist, der schrieb, die Verbraucherzentrale dürfe das nicht ohne eine Genehmigung gemäß § 34f GewO irrt. Die Erlaubnis ist für die VERMITTLUNG (=Abschluß) der Kapitalanlage, die die Verbraucherzentrale jedoch gar nicht vornimmt. Der Vermittler (= Anlageberater) benötigt diese Genehmigung für Beratung plus Vermittlung und muss dafür einen Sachkundenachweis und eine Haftpflichtversicherung nachweisen und erhält diese Erlaubnis von der für seinen Wohnort zuständigen Handelskammer.

Gerade die Verbraucherzentrale ist für obige Fragen prädestiniert, da sie kein Eigeninteresse daran hat, ob Sie sich letztendlich für die Kapitalanlage entscheiden. Sie verdient nicht an Ihnen (außer einer geringfügigen Gebühr für den Zeitaufwand). Der Berater hingegen erhält eine Vermittlerprovision, die seine Existenz begründet. Er verdient damit seinen Lebensunterhalt und hat somit ein Eigeninteresse daran, Ihnen die Kapitalanlage zu vermitteln, für die er die höchste Provision erhält.

Es kann Sie auch jeder Freund "beraten", der etwas von Finanzen versteht und dem Sie vertrauen. Dieser benötigt für die obigen Fragen auch keine staatliche Genehmigung.

Kommentar von Logan ,

Anlageberatung benötigt keine Vermittlung..... Ausserdem geht es um den 32er undd nicht den 34er im Rahmen der Bereichsausnahme.

34f darf nicht in Wertpapieren beraten ausserhalb der Bereichsausnahme....

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