Frage von Hollyleaf, 40

Buchhaltung bei Kleinunternehmerregelung?

Hallo! Ich habe eine Frage. Zusammen mit meinem Freund habe ich vor kurzem ein Kleinunternehmen gegründet (Onlinehandel). Nun tauchen bei der Buchführung einige Fragen auf. Und zwar bin ich davon ausgegangen, dass ich im Kassenbuch auch einen Kontenrahmen und die Steuer in % angeben muss. Nun liest man oft im Internet, dass das im Rahmen der Kleinunternehmerregelung (wie in unserem Fall) nicht zutrifft, Ich bräuchte ausschließlich Summen der Einnahmen und der Ausgaben dokumentieren und diese jeweils am Monatsende zusammenrechnen und in die EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung) eintragen. Aber das erscheint mir zu einfach.

Wer kennt sich damit aus? Was trifft denn nun zu? Wie soll ich mein Kassenbuch führen?

Würde mich sehr über Antworten freuen! lg, Mel

Antwort
von Mikkey, 32

Ich würde an Eurer Stelle ein ordentliches Buchhaltungsprogramm anschaffen (so etwas ist nicht teuer) und mich zumindest rudimentär über Buchhaltung informieren.

Die beim Einkauf gezahlte Steuer würde ich darin auch ganz normal miterfassen. So könnt Ihr auch mal überprüfen, ob die Kleinunternehmerregelung (noch) sinnvoll ist oder nicht. Im Fall, dass Ihr aus den Unsatzgrenzen herausfallt, braucht Ihr auch nichts zu ändern.

Die EÜR bekommt man dann auf Knopfdruck und das auch noch jederzeit, ebenso wie im o.g. Fall die USt-Voranmeldung.

Kommentar von Hollyleaf ,

Huhu!
Vielen Dank für deine Antwort.
Kennst du vielleicht "Wiso - Mein Büro"?
Dieses Programm hatte ich in der Testversion und ich habe über Tage hinweg versucht, mich irgendwie hineinzufuchsen, leider ohne Erfolg. Ich kann mir dieses umfängliche Wissen auf die schnelle leider nicht aneignen. Deshalb genießen wir die vereinfachte Buchhaltung der Kleinunternehmerregelung. Wenn es dann an's Große geht, werden wir alles einem Steuerberater übergeben.
Deshalb möchte ich eigentlich nur wissen, ob ich es denn, so wie ich es zur Zeit mache, richtig mache. 
Mein Kassenbuch hat die Spalten "Datum, Einnahmen, Ausgaben, Text, Rechnungsnummer, Monat und Kassenbestand". Kannst du mir sagen, ob das so reicht? 

Liebe Grüße

Kommentar von Mikkey ,

Das sollte reichen, abgesehen von den Konten verlangt ein Programm auch nicht mehr Angaben.

Ihr habt halt das Problem, dass Ihr keine wirkliche Übersicht über Eure Finanzen habt. Ihr müsst die Zahlung Eurer Rechnungen selbst überwachen, Einkäufe mit Nutzung von Skonto werden schwierig.

Mir sind die aktuellen Programme nicht bekannt, ich hatte damals eins für einen zweistelligen DM-Betrag gekauft. Das funktionierte nur bis 1999. Da brauchte ich es aber auch nicht mehr.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Deshalb genießen wir die vereinfachte Buchhaltung der Kleinunternehmerregelung.

Was soll denn da einfacher sein? Es kann doch lediglich auf die Aufzeichnung der Vorsteuerbeträge verzichtet werden, auch wenn das nicht sinnvoll ist, wie Mikkey schon ausgeführt hat.

Alles Übrige ist doch exakt dasselbe wie bei einem Regelunternehmer.

Antwort
von EnnoWarMal, 10

Was mir hier seltsam vorkommt:

Wie führt man denn eine Kasse, wenn man einen Onlinehandel betreibt? Geht das nicht alles über Bankkonten und PayPal?

Das ist keine banale Frage, denn wenn ihr tatsächlich Bargeschäfte macht, solltet ihr euch dringend über die Anforderungen an eine Kasse ab dem 1. Januar 2017 informieren.

Der Rat von Mikkey, die enthaltenen Steuern mitzuerfassen, ist besonders dann wertvoll, wenn eure GbR entweder aus Volumengründen oder wegen einer Option nicht mehr Kleinunternehmer seid und entsprechend Vorsteuer geltend machen wollt.

Ich bräuchte ausschließlich Summen der Einnahmen und der Ausgaben
dokumentieren und diese jeweils am Monatsende zusammenrechnen und in die EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung) eintragen.

Ganz so einfach ist es nicht, denn die Finanzverwaltung möchte schon eine Aufgliederung nach Kostenarten haben, um anhand dieser bestimmte vorgelegte Sachverhaltsbehauptungen verproben zu können. Es dürfte einleuchten, dass die eingekaufte Ware bei einem Händler anders zu beurteilen ist als die Aufwendungen für Strom, Räume, Beratung usw.

Die Kleinunternehmerregelung bezieht sich ausschließlich auf die Umsatzsteuer (auch wenn es hier und da Auswirkungen ins Ertragsteuerrecht nach sich ziegt wie beispielweise § 9b EStG).

Antwort
von wfwbinder, 13

Der Tipp von @Mikkey ist schon mal sehr gut.

Aber wenn ihr schon mit einem Programm Probleme habt, dann solltet Ihr zumindest mal eine kleine Startberatung holen.

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