Frage von erikbruun, 8

Bringen kostengünstige Fonds mehr Rendite?

Stimmt die Aussage, dass kostengünstige Fonds mehr Rendite bringen? Welche Erfahrung habt Ihr gemacht? Werden Kaufkosten in der Performancedarstellung bei Fonds berücksichtigt?

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 5

Es gibt immer wieder Publikationen, die die Kosten von Fonds betrachten und feststellen, daß günstigere Fonds besser performen. Oft kommen diese Argumente dann mit subtilen Hinweisen auf ETFs.

Beispielsweise Morningstar hier: http://www.morningstar.de/de/news/125782/billige-fonds-sind-die-besseren-investm...

Man muß dabei jedoch nach verschiedenen Kostenarten differenzieren.

  • Ausgabeaufschläge (einmalige Anschaffungskosten): inzwischen gibt es einige Anbieter, die für Selbstentscheider Ausgabeaufschläge deutlich, zum Teil auf Null rabattieren. Ausgabeaufschläge sind bei Beratungsmodell eine Methode der Vergütung der Beratungsleistung, d.h. bei entsprechend guter Beratung (und nicht nur einem blinden Verkauf der eigenen Produkte) angemessen. Ausgabeaufschläge sind einmalig und verlieren sich bei langfristigen Anlagen als Kostenfaktor schnell.

  • Management- und Performancegebühren: die Managementgebühren sollen ein Maß für den Aufwand des Fondsmanagements für die Erreichung einer sinnvollen Rendite bei akzeptabler Volatilität sein. Performancegebühren sollen bei deutlicher Übererreichung der Ziele nochmals einen Bonus darstellen. Leider nutzen manche Fonds die Performancegebühren jedoch auch, um in steigenden Marktphasen zusätzlich Gewinne abzuschöpfen, während Anleger in Zeiten fallender Kurse dennoch hohe Managementgebühren zahlen müssen.

  • Transaktionskosten im Fonds (Umschlagskosten): diese Kosten werden meist nicht oder nur kleingedruckt im Jahresbericht ausgewiesen. Gerade bei sehr aktiven Fonds, die auch entsprechend hohe Managementgebühren aufweisen, schlagen diese Kosten jedoch schnell auf die Rendite des Fonds. Während manche Fonds ihren Bestand in 3-7 Jahren umschlagen, gibt es andere mit einer Umschlagsfrequenz von unter einem Jahr. Auch replizierende ETFs machen hier keine Ausnahme, da Indexanpassungen und Rebalancing zu deutlichen Transaktionen führen können. Swapbasierte ETFs davon in geringerem Maße betroffen, da sie zwar nicht ständig ihre Swaps neu handeln, jedoch das Portfolio an Ersatzpositionen (Anleihen, Aktien) verändern.

Die Untersuchungen von Morningstar et al. gehen von Durchschnittsperformance und den Gebühren der jeweiligen Fonds aus. Da 70-80% der Fonds eines Anlagesegments ihre Vergleichsindices nicht schlagen, ist es nicht weiter verwunderlich, daß die gefundenen Ergebnisse festgestellt wurden.

Natürlich sind günstigere Fonds besser - vor allem in schlechteren Marktphasen - da die als Basis anfallenden Gebühren bei einer geringen, erreichbaren Anlagerendite diese leicht auffressen und ins Minus ziehen können. Letztendlich zählt jedoch die Performance nicht des Durchschnitts aller Fonds in einem Segment, sondern die individuelle Performance eines Fonds.

Daher ist nach wie vor die Auswahl der richtigen (geeigneten) Fonds ein wesentliches Schlüsselkriterium für den Erfolg - unabhängig von der Kostenstruktur der Fonds, da diese nämlich in der realen Performance ja schon berücksichtigt ist. Weitere Schlüsselkriterien wären aus meiner Sicht eine fundierte Allokation einzelner Anlagesegmente und die laufende Beobachtung von Positionen, um gezielt und wohlüberlegt Umschichtungen, Aufstockungen oder Reduktionen von Positionen vorzunehmen.

Ein Fonds, der 2% Managementgebühren verlangt und im Mittel 8% Rendite p.a. liefert, ist mir lieber als ein Fonds, der nur 0,2% Managementgebühren p.a. kosten, aber dafür nur im Mittel 2% Rendite p.a. liefert oder sogar ins Minus dreht, da er Marktrisiken 1:1 mit einer festen Strategie abbildet.

Performancedarstellungen von Fonds werden auf Basis der Preise angegeben, d.h. hier sind natürlich alle Ausschüttungen, Gebühren, Splits etc., die Einfluß auf Kurse haben können, bereits berücksichtigt. Einzig Ausgabeaufschläge findest Du hier nicht abgebildet, da es sich um kaufeinmalige Aufwendungen handelt. Die nach BVI-Methode ausgewiesenen TER beinhalten jedoch diese auch, sowie die Managementgebühren. Nicht ausgewiesen werden im TER die Transaktionskosten innerhalb des Fonds selbst.

Antwort
von Hanseat, 3

Hallo, zu Ihrer 2. Frage - Nein ! Die Darstellungen (ob nun Preis oder Performance) beziehen sich i.d.R. auf den jeweiligen Rücknahmepreis. Ein eventueller Ausgabeaufschlag bleibt hier unberücksichtigt. zu Ihrer 1. Frage - ebenfalls Nein. Zumindest wenn Sie die Frage so pauschal stellen. Natürlich mindern die laufenden Kosten eines Fonds (z.B. Verwaltungsgebühr, Managementfee, Performancefee) die Rendite eines jeden Fonds, aber die Frage ließe sich nur mit "Ja" beantworten wenn man zweu identische Fonds vergleicht. Richtig ist aber m.E. dennoch dass es viele, teure (bedingt insbesondere durch Performance-Fees) Fonds gibt die eben keine Mehr-Rendite erwirtschaften um diese hohen Gebühren auszugleichen. M.E. sollte man bei Dachfonds (konstruktionsbedingt) und bei Fonds mit Performance-Fee sich genau die Gebührenstruktur angucken, bei Letzteren kommt es nämlich sehr darauf an wie diese "Erfolgsgebühr" gestrickt ist (z.B. was ist wenn es Verluste gibt, von was genau ist diese Gebühr abhängig usw.). VG,

Antwort
von Rat2010, 3

Kostengünstige gemanagte Fonds bringen auch nicht zwangsläufig immer wengier Rendite aber sie bringen auch ganz sicher nicht mehr Rendite.

Wenn man die Wertentwicklung von Fonds (die ja immer nach Kosten ist) verschiedener Anlagesegmante über egal welchem Zeitraum übereinanderlegt und die Kosten vergleicht, stellt man fest, dass es bei guten gemanagten Fonds keine unwichtigere Kennziffer gibt als die Kosten.

So meine mehr als 20-jährige Erfahrung mit gemanagten Fonds.

Bezeichnend ist z. B. dass deutsche Fonds bei den laufenden Kosten früher eher günstig, die Fonds (speziell die günsitgen) dafür im Vergleich zu ausländischen schlecht waren. Jetzt kosten deutsche Fonds auch nicht weniger Verwaltungsgebühr als andere. Sie sind aber auch öfter mal bei den besten dabei.

Gute Manager lassen sich auf Dauer nicht halten, wenn man sie schlecht bezahlt und Fluktuation im Management ist - so ein guter Manager geht - schlecht für den Fonds.

Anders ist es nur bei Fonds, die den selben Index abbilden müssen (also Indexfonds). Bei Ihnen kommt es auf die Kosten an.

Wie hoch deine Kaufkosten sind, kannst du dir - so du nicht auf DEKA oder Union beschränkt bist, was nicht empfehlenswert wäre - praktisch immer aussuchen. Jeder bekommt also auch die besten Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Die Kaufkosten können deshalb nicht bei der Vergangenheitsperformance berücksichtigt sein.

Antwort
von Niklaus, 2

Diese Frage bringt dich nicht zum richtigen Fonds. Es ist die gleiche Frage wie: Ist ein kostengünstiges Auto besser als ein teures. Oder. Ist der Sekt von Aldi besser als ein Moet.

Es gibt Fonds die teuer und gut sind, es gibt Fonds die bilig und gut sind. Es gibt aber auch Fonds die teuer und schlecht sind und billige Fonds die schlecht sind.

So wie du suchen leider viele Menschen in Deutschland ihre Kapitalanalgen oder Versicherungen. Streng nach dem Motto. Geiz ist g.e.i.l.

Damit will ich sagen nicht zuerst nach den Kosten fragen sondern nach der Rendite und dem Risiko. Wichtig ist auch der Anlagezeitraum, denn je nach Länge sind unterschiedlich Fonds gefragt. Je nach dem welches relative Risiko du über einen gewissen Zeitraum eingehen willst, kommt es zu unterschiedlichen Fonds. Die Frage nach den Kosten ist deshalb sekundär.

Bei Fonds gibt es mehrere Arten von Kosten.

  • Ausgabeaufschlag: Ausgabepreis des Fonds =Rücknahmepreis des Fonds + Ausgabeaufschlag
  • Verwaltungskosten.

Die Verwaltungskosten sind in der Rendite schon enthalten. Wenn also ein Fonds 8 % Rendite gemacht hat, dann gehen davon keine Kosten mehr ab. Das wissen leider nicht alle Fondsinteressierte allerdings auch nicht die Fondsprofis. Wobei ich mir dann die Frage stelle, ob das wirklich Profis sind.

Bei der Renditeberechnung wird der Ausgabeaufschlag nicht berücksichtigt. Bei guten Fonds, je nach Anlageklasse, hat man den Ausgabeaufschlag für eine Einmalanlage schon im ersten Jahre wieder verdient.

Antwort
von althaus, 2

Ich kaufe keinen Fonds nach den Kosten sondern nach deren Performance.

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