Frage von Gromit, 569

Bisher pflegende Ehefrau muss Ehemann im Pflegeheim unterbringen

Eine Bekannte, 70, steht vor einem riesigen Dilemma. Seit vielen Jahren pflegt sie ihren an Parkinson erkrankten Mann, seit einiger Zeit muss sie zusätzlich die Hilfe einer Diakoniestation in Anspruch nehmen, die 2 mal am Tag kommt. Aber sie ist körperlich und seelisch dazu nicht mehr in der Lage. Nach Abzug der Miete verblieb dem Ehepaar bislang ca. 1200 €, der Ehemann ist in Pflegestufe 3 eingestuft. Nun hat man der Ehefrau eröffnet, dass sie ca. 1000 € pro Monat zuzahlen müsse, somit blieben ihr nur noch ca. 200 €. Das Ehepaar hat als einzige finanzielle Rücklage eine Lebensversicherung über 20000 €, die aber erst in 15 Monaten fällig wird. Muss die LV wirklich - riesigem Verlust - verkauft werden? Gibt es irgendwelche Hilfen, die dem Ehepaar zustehen?

Antwort
von blnsteglitz, 533

Ja - die LV muss verkauft werden- das Sozialamt wird dies einfordern.

Es gibt ein Schonvermögen von zur Zeit 3.214,00 was unantastbar ist - alles andere an "Vermögen" muss zur Deckung der Heimkosten eingesetzt werden.

Es gibt eine Möglichkeit: Sie kann versuchen mit dem Sozialhilfeträger zu "handeln" - und die ungedeckten Heimkosten auf Darlehensbasis beantragen. Das soll heißen: Klartext reden und belegen, wie hoch die Verluste sind bei vorzeitiger Kündigung.

Das Sozialamt kann im Rahmen einer Einzelfallentscheidung in Vorleistung gehen- muss aber nicht.

Kommentar von Juergen010 ,

Ich hab in der Richtung auch mal ein bischen recheriert.

Alles was ich an einschlägigen LSG- und BSG-Urteilen zur Verwertung von Lebensversicherungen bisher gefunden und gelesen habe, bestätigt, dass die Verwertung - auch unter sehr großen Verlusten, in einem Fall sogar rd. 35% - als zumutbar und zulässig angesehen wurde.

Rein rechtlich scheint es also nahezu aussichtslos der Forderung der Sozialbehörde entgegentreten zu wollen.

Kommentar von blnsteglitz ,

ich hatte mal so einen Fall- da ging es um 6 Monate (so in der Richtung) und wir haben dem Sachbearbeiter klar machen können, dass es für seinen Arbeitgeber doch viel günstiger wäre - weil der Heimbewohner für weitere ? Monate Selbstzahler wäre. (Ich weiß nicht mehr genau wieviel Monate es waren) Und dieser Sachbearbeiter hat dann eben die Einzelfallentscheidung getroffen....

Wenn du auf einen Fuzzi in der Behörde triffst der keine Lust hat sein Hirn zu benutzen muss die LV tatsächlich - mit großem Verlust- bereits jetzt veräußert werden.

:-(((

Antwort
von billy, 478

Hat das Ehepaar keine Kinder ?

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