Frage von althaus, 106

Bis zu welcher Einkommensgröße hat man Anspruch auf Grundsicherung?

Mein Bruder bekommt eine EU-Rente von nur 800€ monatlich. Davon kann er nicht leben. Hat er Anspruch auf Grundsicherung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von cyracus, 40

Ergänzend zur Antwort von wfwbinder:

Hier hast Du noch einen Grundsicherungsrechner:

http://www.geldsparen.de/sozialhilfe-rechner/

Wichtig zu wissen ist auch, wie hoch im Wohngebiet Deines Bruders die Kosten für die Unterbringung (KdU) = Miete oder Kosten bei Wohneigentum sein darf. Google dazu mit

Richtlinien harald thome

Wenn der Wohnort Deines Bruders dort nicht aufgelistet ist, nimm einen in der Nähe. - Falls die Wohnung Deines Bruders etwas zu groß oder etwas zu teuer ist, gibt es vermutlich keine Probleme. Denn ein Umzug würde das Amt teuer zu stehen kommen, weil es die Umzugskosten und eventuelle Renovierkosten übernehmen muss.

Ist die Wohnung sehr viel größer und sehr viel teurer, dann werden die KdU-Kosten auf jeden Fall 6 Monate lang voll übernommen.

Dein Bruder sollte zum Vergleich auch errechnen, ob er vielleicht mit Wohngeld plus seiner Rente klarkäme, dazu dieser

Wohngeldrechner

http://www.geldsparen.de/wohngeld-rechner/

Falls Dein Bruder Wohneigentum besitzt, den er bewohnt, könnte dieser

Lastenzuschussrechner

http://www.geldsparen.de/lastenzuschuss-rechner/

interessant sein. Wohngeld ist Sozialhilfe / Grundsicherung immer vorzuziehen, wenn es reicht.

Hier eine gute Seite für den Fall, dass Dein Bruder Wohneigentum bewohnt:

Haus und Eigentumswohung bei Hartz IV

Eigenheim - Haus - Eigentumswohnung

http://www.kinder-armut.de/hartz-4-iv-alg-2-sgb-ii/haus-eigentumswohnung-eigenhe...

Gesetze und einige Berechnungen sind im Vergleich zu Hartz IV zwar unterschiedlich, im Falle Wohngröße / Miethöhe / Wohneigentum aber gleich.

.

Bitte leite diese Hinweise von mir, die ich arbeitslosen und anderen
Grundsicherungsbeziehern reingebe, an Deinen Bruder weiter - Ihr werdet leicht erkennen, was auf seine Situation zutrifft:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem
mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen.
(Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben
rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen,
in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere
Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses
Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift
bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet
werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch,
eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie
eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene
Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden,
was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die
Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache
zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterla...

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche
Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei
Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.


Kommentar von cyracus ,

Danke fürs Sternchen - ҉ •✿⊱ (¯`'•.¸(¯`'•.¸ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ¸.•'´¯)¸.•'´¯) ⊰✿• ҉

Antwort
von wfwbinder, 37

Dann gebe am besten die Daten Deines Bruders hier ein:

http://www.versicherungsbote.de/rechner.grundsicherung.html

denn pauschla kann man das nicht sagen, weil ja von Ort zu Ort die akzeptierte Miete usw.

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