Frage von RMHV2 02.03.2012

Bis zu welchen Alter lohnt es sich noch mit der Riester-Rente anzufangen?

  • Hilfreichste Antwort von Awando 03.03.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Es ist wieder einmal erschreckend die Antworten zu lesen.

    Grundsätzlich: Riester wurde eingeführt um damals gesetzlich gewollte Lücken der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen. So steht es auch im Alterseinkünftegesetz. Ergo ist Riester keine zusätzliche Altersvorsorge, sondern ein Ersatz von Kürzungen.

    Sinnvoll ? Zwingend ist immer eine persönliche Analyse. Einkommen, familiäre Situation, Ziele, Wünsche usw. sind alles Faktoren die eine Rolle spielen. Im Ergebnis ist Riester dann evtl. eine sinnvolle Variante. Muss aber nicht.

    Die Aussage bzgl. der Rendite ist absolut blödsinnig. Mit einem hohen Förderanteil kann die Rendite mit der hinterlegten Sicherheit so hoch sein, dass diese nur mit extrem spekulativen Anlageformen zu schlagen ist. Es kann aber auch absolut umgekehrt sein. Dafür ja die Analyse.

    Welches Produkt Wenn man keine Ahnung von der Thematik hat, landet man bei Fondssparern und Banksparplänen. Einfach weil diese im ersten Moment günstig aussehen, letztendlich aber sehr teuer werden.

    So kann man zwischen 2 Produkten unterscheiden. Fondssparpläne und Banksparpläne müssen ebenso wie Versicherungslösungen eine lebenslange Auszahlung garantieren. Dies können diese Produkte aber naturgemäß nicht ! Ergo schließt man einen Vertrag ab, bei welchem erst zu Rentenbeginn Geld in eine Versicherung gezahlt wird, welche dann ab in der Regel Alter 85 zahlt.

    Und jetzt der Spassfaktor: Welche Versicherung das ist und was die Kostet ist die tolle Wette, welche man abschließt. Ein Blindpool, kann man sagen.

    Im Ergebnis hat man vor 10 Jahren damit diese Sparpläne so berechnet: Ca. 10% vom Guthaben werden weggenommen und man hat einen Rechnungszins von 3,5% zugrunde gelegt. Tja, und diejenigen die damals die lt. u.a. Finanztest, die günstigsten Produkte hatten, bekommen nun 20-25% abgezogen und einen Rechnungszins von 1,75%. Denn garantiert ist bei den Sparplänen in der Regeln nichts.

    Wenn ich jetzt dem Kunden sagen würde: Du hast ein Guthaben von 100.000 Euro und davon nehme ich dir 25.000 Euro weg, für eine Versicherung, welche ab 85 gilt, dann hätte ich wohl keinen Kunden.

    Versicherungsverträge rechnen jedoch diese Risiken heute mit ein und erscheinen daher im ersten Moment teurer. Und auch hier gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede.

    Die derzeitige, leider wieder pauschalisierende, Medienkritik bezieht sich vor allem auf die in der Vergangenheit meist empfohlenen Bank.- u. Fondssparpläne. Hier haben sich Verbraucherzentralen wohl selber ein Ei gelegt und suchen jetzt die Schuld bei anderen.

    Im Ergebnis also kann und ist Riester für viele Sinnvoll, für manche unschlagbar, für einige untragbar.

    Es muss auf jeden Fall immer eine umfangreiche Beratung Grundlage sein !

  • Antwort von Rentenfrau 31.03.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Lieber RMHV2, das Rentenalter liegt für Leute Deines (auch meines) Alters bei 67 Jahren, Du hast also noch fast 20 Jahre Erwerbstätigkeit vor Dir, ehe der Ruhestand kommt und laß Dir sagen, ich bin mir nicht sicher, ob es für Jüngere tatsächlich beim Renteneintrittsalter 67 J bleibt. Und die knapp 20 Jahre könntest und solltest Du wirklich für Altersvorsorge nutzen, wobei es schon so ist, wie awando schreibt, Riester würde eingeführt, um Kürzungen bei der Rente auszugleichen, denn das Rentenniveau wurde abgesenkt. Für Dich allen würdest Du eine Riesterzulage von 154 Euro im Jahr bekommen, wenn Du 4 % Deines Bruttoeinkommens vom Vorjahr (minus Zulage) in eine Riesterrente zahlst, für Kinder gibts weitere Zulagen (185 Euro pro Kind und Jahr). Du müßtest aber in der RentenV pflichtversichert sein, bzw. der Ehepartner sollte es sein und riestern. Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten die Rente auszubauen, Rürup-Rente, Immobilien, andere Anlagen - informiere Dich gut und ruhig bei mehreren Beratern.

  • Antwort von vorsorgeblogger 02.03.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Das ist ein Schlag: Mich als "etwas in die Tage gekommen" zu bezeichnen! Nun gut, ich bin kein Arbeitnehmer ...

    48 ist definitiv nicht zu alt um mit der Riester Rente zu beginnen - so man denn an sie glaubt. Richtig ist auch, dass der Vorteil mit zunehmem Alter sogar noch steigt. Theoretisch ist die letzte Zahlung vor der Rente sogar die profitabelste.

    Ob es wirklich eine Riester Rente sein muss, darüber kann man vortrefflich streiten. Ich persönlich - und bitte, das ist meine ganz private Meinung - ziehe andere Formen der Vorsorge vor, welche mehr Rendite und vorallem mehr Flexibilität ermöglichen. Wichtig ist einfach, dass Du tatsächlich etwas tust und das in einem ernsthaften Verhältnis zu Deinem Einkommen. Wenn Du bereit bist in bedeutendem Umfang Geld fürs Alter zur Seite zu legen, ist nahezu jede Anlage die nicht von der DVAG kommt geeignet, Deine finanzielle Situation im Alter noch spürbar zu verbessern.

  • Antwort von LittleArrow 02.03.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Es ist noch viel zu früh!

    Hier ist der maximale Mitnehmereffekt für Riester-Banksparpläne:

    Denke mal vom Ende her und von der zulässigen, förderunschädlichen Sofortauszahlung von 100 % (einschl. Zuschüssen) nach Beendigung der Erwerbstätigkeit im ersten vollen Rentnerjahr, wenn erstens der persönliche Grenzsteuersatz erheblich gegenüber der Berufsphase gesunken ist und zweitens der sog. monatliche Mini-Rentenwert von ca. € 26,25 nicht überschritten wird.

  • Antwort von Livetec 02.03.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    48? Dann hast du ja noch mindestens noch 20 Jahre bis zur Rente, wieso soll das zu spät sein?

    Wenn du einen GUTEN Riester-Vertrag wählst, kann sich das, abhängig von deiner persönlichen Situation, schon lohnen. Aber lauf nun nicht zum nächsten DVAG-Typen und lass dich ver- äh beraten sondern lies dich in Ruhe in das Thema ein und dann lass dich von einem seriösen und unabhängigen Makler beraten.

    Ansonsten bleibt für Kenner der Materie natürlich immer das selbständige investieren, das spart viel Geld, muss man aber auch können.

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