Frage von Panka, 257

Bezahle ich Schenkungssteuer bei Überlassung mit Niessbrauchrecht und wann fängt die Haltefrist an und welcher Wert wird herangezogen?

ich habe vor 5 Jahren die elterliche Wohnung überlassen bekommen, gleichzeitig bestand ein Nießbrauchrecht für den Überlasser (Mutter) , in der Zeit habe ich also keine Erträge oder steuerliche Vorteile gehabt sondern nur Kosten. Im Zeitpunkt der Schenkung 2011 war der Wert gutachterlich 230.000, jetzt 2016 beträgt er ggf. 495.000. Wie und wann fängt die Frist an und welche Werte zählen? Der damalige Wert von 230.000 war im Rahmen eines Freibetrages 10 Jahreszeitraums. Darüberhinaus war die Wohnung über viele Jahre mein Zweitwohnsitz. ich bitte um fachkundigen Beistand! Besten Dank PANKA

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Antwort
von wfwbinder, 207

Meinst Du die 400.000,- Euro Grenze von Schenkungen innerhalb von 10 Jahren pro Elternteil?

Unter dem Gesichtspunkt könntest Du z.Zt. 170.000,- geschenkt bekommen, denn es zählt natürlich immer der Wert zur Zeit der Schenkung.

Waren bei den 230.000,- der Wert des Nießbrauchs schon abgezogen? Wenn nein geht das noch runter.

Kommentar von Panka ,

Genau, die 400k meine ich, diese waren mit Schenkung der Wohnung in 2011 quasi wieder erreicht. Da ich die Wohnung aber jetzt verkaufen kann und ggf. 500k erziele, frage ich mich, ob ich eben jetzt eine Schenkungs-/Erbschaftssteuer bzw. Spekulationssteuer zu zahlen habe...

Aspekt Wertabzug durch Niessbrauchrecht habe ich n der Tat nicht bedacht, guter Hinweis! Vielen Dank.

Kommentar von wfwbinder ,

1. Beruhigung, Du brauchst keine Spekulationssteuer zu zahlen, die gibt es nicht.

2. Beruhigung, Du brauchst vermutlich auch keine Einkommensteuer für einen Gewinn aus einem privatenveräußerungsgeschäft zu zahlen (§ 23 EStG), weil Deine Mutter das Haus, was Sie Dir geschenkt hat, nicht erst in 2006, oder später gekauft hat. Der 10 Jahreszeitraum gilt nicht ab Schenkung, oder Erbschaft, sondern ab kauf durch den Vorbesitzer.

Kommentar von Panka ,

Besten Dank für diese Ausführungen. Ich war irritiert durch ein OLG (?)Urteil, nach dem nach Schenkung eines Grundstücks mit Altbestand durch die Eltern eine deutliche Werterhöhung durch Abriss des Gebäudes entstand und das Gericht die Steurpflicht bestätigte.

Kommentar von wfwbinder ,

Du hast nichts davon geschrieben, dass an dem Haus umfangreiche Bauarbeiten vorgenommen wurden. Davon steht in Deiner Frage nichts drin, sondern nur von einem geänderten Wert.

Wenn Du Baumaßnahmen hattest, die umfangreich waren, müsste man es neu beurteilen, wenn man die Bauarbeiten kennt.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Und wenn schon - der Wertzuwachs würde ja nicht die Schenkung berühren. 

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, aber ggf. die Einkommensteuer, wenn @Panka eventuell ein neues Gebäude geschaffen hat und wodurch dann beim Verkauf § 23 EStG ins Spiel kommt.

Kommentar von Panka ,

Sorry, Missverständnis erzeugt!  ich habe die Wohnung baulich ncht verändert. Die Wohnung hat sich allerdings im Wert im Zeitpunkt der Schenkung von 230k 2011 auf 495k in 2016 erhöht.

Im Zeitpunkt der Schenkung war  durch vorherige Geldübertragung und diesen Wohnugnswert der Freibetrag von 400k erreicht (abzgl Niessbrauchrecht wie ich erfahren habe). Das FA hat sich nie darum gekümmert...

Was mir Sorge bereitet sind die Fragen:

1. Wenn ich die Wohnung 2016 verkaufe und natürlich auch im Zeitpunkt des Verkaufs erst das Nießbrauchsrecht erlischt, wann ist der Erbzeitpunkt also Wertstellung festzulegen, 2011 oder 2016.

2. Wenn ich die Wertstellung 2011 mit 230k wäre, muss ich dann die Haltefrist von 10 jahren beachten, um den Gewinn nicht zu versteuern, oder zählt wie oben auch angegeben, die Haltefrist des Überlassers??

Schwieriges Thema....

Danke für Ihre Kommentare !!!

Kommentar von wfwbinder ,

1. Erbzeitpunkt gibt es nicht, sondern Schenkungszeitpunkt. Der war entscheidend. Wert der Erbschaft  = Wert des Hauses - Nießbrauch.

2. Die Schenkung war kein Erwerb im Sinn des § 23 EStG, sondern die 10 Jahresfrist zählt ab dem Kauf durch den, der verschenkt hat.

3. Du musst ja aus dem Verkaufspreis den Nießbraucher entschädigen. Das ist aber zu werten, wie die Ablösung einer Grundschuld.

4. Wenn Du dem Nießbraucher nichts zahlst, wäre es eine Schenkung des Restwerts des Nießbrauchs.

Antwort
von Mikkey, 175

Wenn die 230.000 plus dem "Rahmen" unterhalb von 400.000 liegen, fällt keine Schenkungsteuer an.

Um was für eine Haltefrist geht es? Welcher Wert wird wofür herangezogen.

Kommentar von Panka ,

Danke Mikkey - Also, der Wert der Wohnung damals war so hoch, dass die Schenkungen vor Überlassung und der damalige Wert der Wohnung ca. 400.000 ergaben.

Kommentar von EnnoWarMal ,

"elterliche Wohnung" klingt aber so, als würde die Wohnung vorher beiden Elterteilen gehört haben.

Wenn das der Fall ist, sind wir bei 800.000,

Kommentar von Panka ,

...die Wohnung gehörte meiner Mutter alleine, ich habe darin nur meinen Zweitwohnsitz gehabt.

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