Frage von puhmaa,

Betriebsveräußerung an die eigene GbR möglich?

Hallo,

ich führe einen Einzelhandel im Kleingewerbe, welchen ich aber aufgrund des Hausbaues in den letzten Monaten nicht ausgeübt habe. In diesem habe ich einen Verlustvortrag von 11.000 Euro. Der vorhandene Warenbestand deckt diesen.

Zum 1.1.2013 habe ich mit einem Freund eine GbR gegründet. Darf ich der GbR den Betrieb mit seinem Warenbestand zu einem geringen Preis veräußern oder schenken?

Ich habe vor das Kleingewerbe rückwirkend zum 31.12.12 abzumelden.

Danke für Eure Hilfe!

Andi

Antwort
von EnnoBecker,

Darf ich der GbR den Betrieb mit seinem Warenbestand zu einem geringen Preis veräußern oder schenken?

Darfst du. Denn es ist nicht verboten.

Die Frage muss aber lauten: Welche steuerlichen Konsequenzen resultieren und gibt es Alternativen?

Zu einem geringen Preis veräußern und verschenken ist dabei sogar fast dasselbe. In Höhe der Hälfte dessen, wofür du keinen Gegenwert erhältst, hast du deinem Freund eine Schenkung zugewendet. Das löst Schenkungsteuer bei deinem Freund aus. Die Hälfte, weil ich davon ausgehe, dass ihr 50:50 beteiligt seid. Ansonsten halt eine andere Quote.

So wie ich das sehe, solltest du deinen Betrieb in die GbR einlegen und dafür entsprechende Gesellschaftsrechte bekommen. Das heißt, dass dein Kapitalkonto entsprechend steigt. Da die GbR bereits exitsiert, entfällt zwar der § 24 UmwStG, aber der § 6 (5) EStG ist hier genauso gut: Die Übertragung erfolgt zu Buchwerten.

Als Alternative böte sich an, deinen Betrieb fortan als Sonderbetriebsvermögen der GbR zu führen.

Bei dem VV von 11.000 muss man unterschieden, ob das der Gewerbeverlust ist oder der VV zur Einkommensteuer. Der Gewerbeverlust ginge bei einer Schenkung zur Hälfte unter. Bei der Einlage auch und beim SonderBV nicht. An dieser Stelle bin ich aber nicht ganz sicher und würde eine weitere Meinung begrüßen.

Der einkommensteuerliche VV wird in allen Fällen vorgetragen.

Die Zeitschiene passt nicht. Eine Betriebsaufgabe zum 31. Dezember 2012 führt zur Zwnagsentnahme und damit zur Aufgabebesteuerung.

Geschickt wäre eine vorhergehende Beratung durch einen Steuerberater mit einem Fahrplan zum Umbau gewesen.

Was die Gewerbeabmeldung betrifft - da kann ich nichts zu sagen, und es ist mir auch herzlich egal.

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