Frage von Mikkey, 177

Betriebliche AV Auszahlung verschieben?

Ich hatte bei meinem vorigen Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung abgeschlossen. Nasch AG-Wechsel ist sie beitragsfrei gestellt.

Rentenbeginn bzw. Auszahlung fallen mit dem Erreichen der Regelaltersrente zusammen. Das wird in ein paar Jahren am 1. Dezember sein. Ich werde auf jeden Fall die Kapitalauszahlung wählen.

Die Kapitalauszahlung ist m.W. steuerpflichtig und die anfallenden Steuern wären wegen des in dem Jahr noch erhaltenem Gehalts relativ hoch.

Ich habe bei der betroffenen Versicherung angefragt, ob die Auszahlung (bzw. Rentenbeginn) um zwei Monate in das Folgejahr verschoben werden kann. Dies wurde mir zugesagt, der entsprechende Änderungsantrag liegt noch nicht unterschrieben vor mir.

Nun meine Frage: Wäre dies in irgendeiner Weise schädlich? Kann ich mir irgendwelche Probleme anderer Art einhandeln?

Ich weiß, dass die gesetzlichen Regelungen in einigen Jahren andere sein können, deshalb einfach unter der Annahme antworten, dass sie dann noch dieselben seien.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GAFIB, 177

Nach einem Aspekt hatte ich noch gesucht. Es läge nämlich eine "schädliche Verwendung" als bAV vor, wenn der Antrag auf Kapitalauszahlung früher als 12 Monate vor dem Ausscheiden gestellt würde mit der Folge nachträglicher Aberkennung der Steuerfreiheit während der Beitragszahlung.

vgl. BMF-Schreiben, Nr. 177 unterer Abschnitt.

http://www.bav-recht.de/index.php?option=com_content&view=article&id=11&...

... Erfolgt die Ausübung des Wahlrechtes innerhalb des letzten Jahres vor dem altersbedingten Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, so ist es aus Vereinfachungsgründen nicht zu beanstanden, wenn die Beitragsleistungen weiterhin nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei belassen werden....

Eine etwas spätere Auszahlung hingegen ist unkritisch, es muss aber mindestens das 60. Lebensjahr vollendet sein.

Kommentar von Mikkey ,

Ok, das wäre kein Problem, da das Kapitalwahlrecht ohnehin (wie üblich) erst im letzten Jahr vor Auszahlung/Rentenbeginn ausgeübt werden kann.

Vielen Dank für Deinen Einsatz

Kommentar von GAFIB ,

(:-) Gern doch - am liebsten sind mir immer die kniffligen Fragen...

Antwort
von Niklaus, 150

Wenn du den betrieblichen Altersvorsorgevertrag vor 2005 abgeschlossen hast und nicht zu § 3 Nr. 63 EStG. optiert hast, ist die Kapitalauszahlung komplett steuerfrei. Du musst dann lediglich Krankenversicherung zahlen. Anteilig aber nur für den Teil des Betrages, der über den AG bezahlt wurde. Für die Zeit der privaten Fortführung ist kein KV-Beitrag fällig. Sollte dein Vertrag ab 2005 abgeschlossen worden sein, ist er natürlich steuerpflichtig.

Eine Rente ist immer steuerpflichtig. Aber es gilt die Besteuerung nach Ertragsanteil.

Kommentar von Mikkey ,

Der Vertrag ist im Dez. 2005 abgeschlossen worden, KV ist kein Thema, bin in der PKV.

Kommentar von Niklaus ,

Betriebliche Altersvorsorgeverträge, die in 2005 abgeschlossen wurden, werden in der Regel nur als Rente ausgezahlt. Eine Kapitalauszahlung ist nicht vorgesehen, nur wenn der Betrag für eine monatliche Rente aus wirtschaftlichen Gründen zu klein ist, wird der Vertrag mit einer Abfindung abgegolten. Was dann nach Abzug der Steuern noch übrigbleibt ist fraglich.

Kommentar von GAFIB ,

@Niklaus: Man kann sehr wohl auch ein Kapitalwahlrecht einschließen, und das hat Mikkey ja auch gemacht.

@ Mikkey: Nur die Erträge bei einer Kapitalzahlung sind voll steuerpflichtig mit dem persönlichen Steuersatz. Ausnahme: Nach 12 Jahren Laufzeit und ab Alter 60 Jahre sind die Erträge nur zur Hälfte zu versteuern mit dem persönlichen Steuersatz.

http://www.finanztip.de/tip/finanzen/steuer-auf-altersvorsorge.htm

Kommentar von Mikkey ,

Zu Kapitalwahlrecht: Richtig, ohne dieses hätte ich mich zu dem Vertrag nicht breitschlagen lassen.

Nur die Erträge

... und das gilt auch bei Gehaltsumwandlung? Da wurden ja keine Steuern auf die Beiträge gezahlt.

Kommentar von GAFIB ,

@Mikkey: Sorry, jetzt war ich steuerlich bei einer normalen RV. Richtig, voll steuerpflichtig als ehemalige Direktversicherung. Ggf. ist aber die Fünftelreglung anwendbar, das sollen jetzt nochmals die Steuerexperten kommentieren.

http://www.steuertipps.de/lexikon/d/direktversicherung

Kommentar von GAFIB ,

@Mikkey: Hab´s gefunden, hatte mich auch nochmals interessiert: Keine Fünftelregelung bei Kapitalauszahlung einer Direktversicherung. Weiter unten im Link.

http://www.bav-entgeltumwandlung.de/betriebliche-altersvorsorge-bav/bav-direktve...

Kommentar von GAFIB ,

Eine Kapitalauszahlung ist nicht vorgesehen, nur wenn der Betrag für eine monatliche Rente aus wirtschaftlichen Gründen zu klein ist

@Niklaus: Das hast Du wohl verwechselt mit der Situation bei einer Übertragung von Kleinstrenten auf einen anderen Arbeitgeber. Da hättest Du dann Recht mit der Aussage.

http://www.gesetze-im-internet.de/betravg/__3.html

Kommentar von Niklaus ,

Von einer Kleinstrente gehe ich nach der kurzen Laufzeit der DV aus. Das hat dann nichts mit Übertragung zu tun.

Natürlich ist auch bei einer DV ein Kapitalwahlrecht vorhanden. Aber das konterkariert ja den ursprünglich vorgesehen einer DV. Selbstverständlich ist auch die Kapitalzahlung voll zu versteuern. Allerdings kann die Steuer nicht so hoch sein, da die Versicherung in der kurzen Laufzeit kaum großartige Gewinne gemacht hat.

Antwort
von mig112, 128

Niklaus hat dir schon die korrekten Hinweise gegeben.

Nachdem du geschätzt nur magere 5 Jahre eingezahlt hast, sollte auch die Kapital-Auszahlung mehr als überschaubar sein; selbst wenn es der Höchstbetrag gewesen wäre.

Ist das den Aufstand wert?

Kommentar von blnsteglitz ,

Aufstand ????

Er stellt eine ganz normale Frage - das ist doch kein Aufstand.........

Kommentar von mig112 ,

Aufstand ... Aufwand.... leg' doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage - sollte nur 'n Gedankenanstoß sein. Deswegen doch mein Verweis auf Niklaus' Antwort.

Kommentar von Mikkey ,

Rechnen sechs setzen: 2013 - 2005 sind?

Hier werden serienweise Fragen zum Freistellungsauftrag gestellt. Um wieviel Geld geht es dabei? Ich helfe mal, es sind 2 (zwei) Euro und das auch nur dann, wenn man in der Lage ist, 200 Euro in der Zeit zwischen Kapitalertrag und Steuererstattung entsprechend anzulegen.

Lesen ebenfalls sechs - ich hatte nach möglichen schädlichen Auswirkungen gefragt. Da mag es sehr wohl noch welche geben, auf die Niklaus nicht gekommen ist,.

Kommentar von Niklaus ,

Auf was bin ich nicht gekommen?

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