Frage von PEivestition, 435

Beteiligung bei Start-up (GmbH). Was für Privatanleger?

ich habe die Möglichkeit, in ein sog. Start-up zu investieren. Es handelt sich um eine GmbH, die im Internet aktiv ist. Die Firma schreibt Verluste (ist üblich). Mein Anteil wäre bei max. 1% - je nach Bewertung der Firma. Es geht um einen Betrag, der ca. 15% meines freien Vermögens ausmacht.

Ich bin mir über die Gefahren nicht ganz im Klaren. Wie könnte ich die abschätzen oder abschätzen lassen?

Was haltet ihr von so einer Beteiligung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 371

Ich habe eine Beteiligung an einem Fonds, der in US-Startups im Tech-Sektor im Raum New York City investiert. Dieser Fonds hält derzeit PE an ca. 60 Startups. Die meisten dümpeln vor sich hin, nur zwei scheinen wirklich Geld zu machen und sich zu entwickeln, Beteiligungen an zwei anderen wurden sehr profitabel verkauft. In der Zeit, die ich diese Beteiligung habe, sind bereits knapp 20 Unternehmen aus dem Topf aufgrund Insolvenz bzw. Geschäftsaufgabe veschwunden.

Unter dem Strich ist dieses Investment sehr volatil und liefert in sehr unregelmäßigen Abständen mal einen Return :-) Dieser ist jedoch deutlich. Im Mittel waren es jetzt gut 15% pro Jahr. Das Risiko ist jedoch auch hoch und man kann das nur durch sehr gute Auswahl von Startup-Kandidaten erreichen. Letztendlich wird diese Auswahl durch Beteiligung der Investoren als "Business Angels" erreicht, da diese in ihren jeweiligen Bereichen anerkannte Experten sind. Das ist IMHO der einzige Weg, um ein sinnvolles Qualitätsscreening zu erreichen. Analysten traue ich nicht. Banken schon gar nicht.

Wenn Du also in ein einzelnes Unternehmen von dieser Sorte investierst, hast Du eine deutliche Wahrscheinlichkeit, daß dieses Investment hinfällig ist, wenn das Geschäftsmodell des Startups nicht trägt. Mehr als 5% meines Vermögens würde ich nie empfehlen, in ein solches Modell investieren, ich persönlich würde sogar nicht mehr als 2% in ein einzelnes Unternehmen stecken. Das Risiko ist einfach zu deutlich. Man muß hier schon ein qualifizierter Experte in dem Geschäft dieses Startups und dem angestrebten Markt sein oder sollte einen solchen hinzuziehen.

Kommentar von PEivestition ,

die Quoten erstaunen mich. 20 von 60 pleite, dennoch ein Return von 15%.

Ich denke, ohne den Fondseffekt, also bei einem Einzelinvestment, muss ich mir das nochmal sehr genau überlegen. Die Risiken scheinen schon aus den statisitschen Werten hoch.

Dh.

Kommentar von gandalf94305 ,

Es waren 80, davon sind 20 verschwunden. Also ca. 25% Verschwindibusrate.

Die Frage hier ist, in welcher Phase die PE-Finanzierung einsteigt. Das ist in USA typischerweise früher als in Deutschland. Daher ist auch die Fehlschlagrate höher. Wenn man jedoch in 20 Startups jeweils 500 kUSD steckt, sind das gerade mal 10 Mio USD. Wenn eins davon auch nur gut läuft, kann es in 4-5 Jahren für deutlich mehr als 10 Mio USD verkauft werden. Facebook ist neun Jahre alt und schau' Dir die Bewertung an.

Aus meiner Sicht kann man eigentlich nur mit einem solchen PE-Fonds bzw. über eine PE-Gesellschaft diversifiziert investieren und das Risiko durch die Zahl an Beteiligungen überschaubar halten.

Abgesehen davon gehe ich davon aus, daß die Return-Rate in den nächsten Jahren deutlich ansteigt, da unter den verbleibenden Beteiligungen ein paar sind, die viel Potential haben. PE ist kein Geschäft mit schnellen Returns. Man muß hier schon ein paar Jahre abwarten.

Antwort
von SBerater, 322

solche Beteiligungen können spannend sein, weil man hier Gesellschafter üben kann :)

Die Risiken bei Start-ups sind hoch. Nur ein geringer Anteil geht durch die Decke und man kann damit eine hohe Rendite erwirtschaften. Die meisten Firmen jedoch dümpeln so vor sich hin oder verschwinden auch wieder.

Damit solltest du das Geschäft der Firma verstehen, um deren Geschäftsmodell einschschätzen zu können.

Wenn das Management jung ist, werden viele Fehler gemacht. Diese gehen auf Kosten der Investoren.

Die Gefahren sind hoch, wenn nicht gar sehr hoch. Lass dir die Zahlen geben und gehe zu einem Steuerberater, der sich die Zahlen ansieht. Wenn du Fragen hast, dann lass dir alle beantworten und verlange Einsicht in alle Unterlagen, die dich interessieren.

Letztendlich kommt es für mich auf die Expertise an, die du bieten kannst, ob du der Firma helfen kannst oder ob du nur dein Unternehmertum testen willst. Wenn du weder Führungserfahrung hast, noch unternehmerisch tätig bist, noch Investments dieser Art bewerten kannst, solltest du nur Geld investieren, das du nicht benötigst und ggf. auch zu 100% verlieren kannst. Sonst lass die Finger davon.

Kommentar von GAFIB ,

DH! Ich fürchte nur, der Steuerberater wird nicht wirklich helfen können. Bei Start-ups geht es um die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Ob das "fliegt", kann nur die (meist relativ kurze) Zeit von ca. 1 Jahr erweisen.

Sinnvoll wäre vielleicht eine Kalkulation, wielange das Start-up realistisch benötigt, um seine Tragfähigkeit zu zeigen. Eine Finanzierung muss diese Phase darstellen können, sonst wäre es eh vergebene Liebesmüh.

Kommentar von SBerater ,

der Steuerberater wird das Modell nicht bewerten können. Das ist richtig. Aber er kann Zahlen lesen und die gröbsten Verwerfungen entdecken.

Was ist, wenn die Firma schon insolvent ist und keiner weiss es? Ein StB sollte das sehen.

Vermutlich geht es hier nicht um eine Neugründung, sondern eine bereits aktive Firma. Das gilt es zu klären.

Wenn es eine komplette Neugründung ist, dann hilft der StB nicht.

Kommentar von gandalf94305 ,

Das von den meisten Tech-Startups (und vielleicht auch solchen aus anderen Sektoren, da kenne ich mich aber nicht aus) ist nicht die Technologie oder die Sinnhaftigkeit des Geschäftsmodells, sondern das Vertriebsmodell. Die meisten konzentrieren sich auf den Kerninhalt des Geschäfts und vernachlässigen Marketing, Vertrieb und Partnermanagement. Ein mittelmäßiges Startup mit einem guten Vertrieb und einer abgestimmten Imagekampagne kann deutlich besser performen als ein technisch perfektes mit einem unterirdischen Vertrieb.

Antwort
von wfwbinder, 276

Das kann Dir keiner sagen, weil man folgendes wissen müßte:

  1. Wissen die genau was sie tun?

  2. HAben die die notwendigen Kenntnisse?

  3. Schätzen die ihre Marktchancen realistisch ein?

  4. Wann gehen die in Gewinnphase?

  5. Wie sind die Chance? Also was kommt für die Einlage in den nächsten 5 Jahren zurück?

  6. Was wäre, wenn Du das Geld verlierst?

  7. Ich würde mal den eigenen steuerberater fragen

  8. die Prüfung des Beteiligugnsvertrages ist auch anzuraten.

Kommentar von PEivestition ,

sie sind gut im Verkauf und in der Markteinschätzung. Aber sie haben operative Schwächen. Vorteil, den ich sehe: B2B, nicht B2C.

Leider kenne ich den Markt zu wenig. Und ich habe schon herausgefunden (über einen WP/ StB), dass die Zahlen angespannt sind. Die benötigen bald eine grosse Finanzspritze, weil Wachstum Geld kostet.

Die Entwicklung der Zahlen ist vielversprechend, aber bis zur positiven 0 laufen noch Kosten auf, die einen grösseren Investor benötigen.

Ich hadere noch.

Antwort
von billy, 227

Anhand der dürftigen Fakten keine zielführende Antwort möglich!!!

Kommentar von PEivestition ,

für eine generelle Einschätzung über die Risiken bei Start-ups sehe ich nicht zwingend weitere Informationen.

Ich konnte diese Frage an sog. Business Angels stellen. Die haben mich über die Risiken und die Vorteile ein wenig aufgeklärt.

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