Frage von Maiande,

Besteuerung der Witwenrente mit 50 % bzw. Festbetrag.

Hallo, ich bin total verwirrt. Auf der einen Seite lese ich, dass die Witwenrente mit 50 % besteuert wird, auf der anderen Seite mit dem Betrag, der - wie in meinem Fall - im Jahr 2005 angesetzt wurde (50%).

Als Beispiel: Mein Mann ist im Dezember 2004 verstorben und durch die höheren Bezüge der ersten 3 Monate, war die Rente für 2005 natürlich höher, als im Jahr 2006. Mein Steuerprogramm fragt immer nach den Renteneinkünften von 2005 und setzt dann von dem Betrag die 50% ab. Das Finanzamt teilte mir jedoch telefonisch mit, dass immer 50% von der aktuellen Jahresrente massgeblich sind.

Was stimmt denn nun?? Und müsste ich beim Festbetrag nicht die erhöhten Zahlungen runterrechnen?

Antwort von EnnoBecker,
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Ich gehe mal davon aus, dass du zum Todeszeitpunkt deines Mannes 45 Jahre alt oder älter warst.  
 

Im Sterbevierteljahr erhält die Witwe die Rente, die sich aus dem Rentenstammrecht des Verstorbenen herleitet. Danach beträgt die Witwenrente 60% davon.
 
Da dein Mann 2004 verstorben ist, gilt für ich (=dich) ein Renteneinstiegssatz von 50%. Das heißt, 50% der Rente von 2005 wird besteuert. Dies ist aber ein fester Betrag, jede planmäßige Rentenerhöhung in den späteren Jahren muss voll versteuert werden. Der unversteuerte Teil bleibt fest.
 
Die Rückführung von der Rente aus dem Sterbevierteljahr ist aber keine planmäßige Rentenerhöhung im Sinne des Einkommensteuerrechts. Deshalb muss der steuerfreie Teil der Rente runtergerechnet werden auf einen Betrag, der ohne diese erhöhte Witwenrente entstanden wäre.
 
Deine Vermutung (letzter Satz) ist also richtig. Die telefonische Auskunft des Finanzamtes ist falsch, weil das Finanzamt den Rentenanpassungsbetrag unterschlagen hat.
 
Für Witwen und Witwer, deren verstorbener Ehegatte nach 2005 Rentner geworden war: Die Witwenrente beruht auf dem Rentenstammrecht des Verstorbenen, der steuerfreie Teil der Rente wird also "mitvererbt". Man kann das auf dem Rentenbescheid sehen: Es steht die Sozialversicherungsnummer des Verstorbenen drauf.

Antwort von Maiande,
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Denke die Antworten werden mir weiterhelfen……

Um es nochmals zu verdeutlichen: Dez. 2004 verstarb mein Mann und ich war zu dem Zeitpunkt tatsächlich gerade mal 45 Jahre. Wenn ich die Rente vom Sterbevierteljahr runter rechne und auf einen Betrag als Beispiel 6.000,-- Euro habe, muss ich den Betrag von 3.000,00 Euro versteuern (steuerfrei 3.000=50 %).

Im Jahr 2006 habe ich durch meinen Job etwas weniger Rente bekommen, sagen wir mal 5.800,--. So wie ich es bisher verstanden haben, müssten dann davon der Betrag aus 2005 abgezogen werden, nämlich die 3.000,-- und ich müsste nur 2.800,-- versteuern, da es sich um einen Festbetrag aus 2005 handelt. Das Finanzamt berechnet aber 50 % von 5.800,-- (2.900,--). Ist das nun falsch oder richtig?

Antwort von Lissa,
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Der Steuersatz bezieht sich auf das Jahr des erstmaligen Rentenbeginns, der Rentenbetrag aber nur auf die aktuell gezahlte Rente.

Man kann ja auch zwischen Voll- und Teilrente wechseln oder durch Hinzuverdienst bzw Einkommensanrechnung weniger Rente bekommen.

Am besten lässt du dir von der Rentenversicherung eine Rentenbezugsbescheinigung für das Finanzamt zusenden.

Da findest du dann die Zahlen, die in den Steuerantrag einzutragen sind.

https://sec.deutsche-rentenversicherung.de/internet/deutsche-rentenversicherung/...

Antwort von Rentenfrau,
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Die Steuern richten sich - meines Wissens - nach dem Jahr in dem die Rente bewilligt wurde. Wenn Du die Witwenrente seit 2005 hast, dürften es die 50 % sein, das heißt, daß nur 50 % Deiner Hinterbliebenenrente steuerpflichtig sind.

Antwort von TopJob,

Ich denke mal, deine Frage wurde beantwortet. Falls nicht, ergänze sie doch einfach nocht etwas.

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