Frage von eddy74,

Bescheinigung über Einkünfte aus V + V für Anlagemodell nach § 15 b EStG für Vorjahre nachreichen

Hallo, ich sitze gerade über der Steuererklärung für 2012 und habe nun per Post Bescheinigungen über neg. Einkünfte aus V+V von einem geschlossenen Immofonds für 2010 und 2011 erhalten. Kann ich diese einfach mit einem formlosen Begleitschreiben an das Finanzamt nachreichen, oder kann ich die irgendwo (wo?) in der Steuererklärung für 2012 erfassen? Danke!!

Antwort
von Meandor,

Was mich stört ist das "15b" in der Überschrift. Einkünfte die nach Anwendung des § 15b EStG festgestellt werden, werden in der Regel überhaupt nicht angesetzt. Vermutlich weis das Finanzamt von den Zetteln, aber setzt sie nicht an.

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber es stellt die Verluste fest.

Kommentar von Meandor ,

Aber nicht im ESt-Bescheid. Dort werden die Einkünfte höchstens mit 0 Euro ausgewiesen. Die Feststellung des Verlustanteils erfolgt ja im Grundlagenbescheid.

Ich kenne leider keinen Fall indem es jemals positive Einkünfte gegeben hat, wenn es ein 15b Fall war, von daher mangelt es mir an praktischen Erfahrungen damit.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Feststellung des Verlustanteils erfolgt ja im Grundlagenbescheid.

Das Problem seit 2010 ist aber gerade das Verhältnis zwischen EStB und Verlustfeststellungsbescheid. Früher war der EStB kein Grundlagenbescheid. Jetzt ist er angeblich auch keiner, wirkt hinsichtlich der Festsetzung aber als ein solcher.

Kommentar von Meandor ,

Hmm, ich hab den Verdacht wir arbeiten auf zwei verschiedenen Baustellen.

Ich ging davon aus, dass der Fragesteller Post von seinem Immofonds hat. Darin sind Mitteilungen über seinen Verlustanteil aus der Mitunternehmerschaft und der Hinweis, dass die Einkünfte unter § 15b EStG fallen.

Die 15b Feststellung hat das FA des Immofonds getroffen und zwar im dortigen Feststellungsbescheid. Dieser ist ja Grundlagebescheid für den EStB des Fragestellers. Da es aber 15b Einkünfte sind, wird das Finanzamt diese im EStB nicht ansetzen.

Sollte das Feststellungs-FA irgendwann auf den Trichter kommen, dass es kein 15b ist, dann ändert das Wohnsitz-FA die EStB nach 175.

Kommentar von EnnoBecker ,

Nein, keine zwei Baustellen, aber ich weiß, wo es hakt.

Der F-BEscheid ist Grundlagenbescheid sowohl für den EStB als auch für den VV-Bescheid. Aber der VV-Bescheid kann nur geändert oder erlassen werden, wenn der EStB auch noch geändert werden kann.

ODER wenn er nur deshalb nicht geändert wird, weil - wie hier - eine Änderung des EStB wegen 15b nicht in Frage kommt.

Im Ergebnis wird hier also der ESTB nicht geändert wegen 15b. Aber er würde geändert werden, wäre es nicht 15b. Und deshalb kann der VV-Bescheid erlassen werden.

Ich fürchte, der Fragesteller ist bereits ausgestiegen. Ich fand den 10d früher auch einfacher. Da war es ein eigenständiges Verfahren und der Drops war gelutscht.

Kommentar von Meandor ,

Okay, jetzt hab ich Deine Gedankengänge verstanden.

Da die Einkünfte nach Anwendung des 15b aber 0 Euro betragen (spekuliere ich einfach mal), dürften wir keinen negativen Gesamtbetrag der Einkünfte erhalten, also gibt es auch keinen VV-Bescheid. Wir brauchen aber auch (meines Erachtens) keinen VV-Bescheid.

Kommt irgendwann die Feststellung, dass es kein 15b ist, dann wird der EStB nach 175 geändert, wir bekommen den negativen Gesamtbetrag und der wird zurück, bzw. vorgetragen. Ich weis jetzt auswendig nicht, wie es beim 10d mit Festsetzungsverjährung aussieht und es zu spät um nachzuschauen.

Oder hab ich einen Fehler in meiner Denke?

Kommentar von EnnoBecker ,

dann wird der EStB nach 175 geändert

Das wäre eine Korrektur nach 173 zugunsten und ohne Verschulden und beträfe den F-Bescheid. Infolgedessen würden sowohl EStB also auch VVB nach 175 geändert, ja.

10d hat eine eigene FV als lex specialis zu 171, die aber hier nicht einschlägig ist und überdies zu kompliziert zum hinschreiben :-)

@Fragesteller, hörst du uns überhaupt noch zu?

Antwort
von EnnoBecker,

Weia.

U/nd die 2010er und 2011er Bescheide sind schon dicht, was?

Das musst du als erstes prüfen.

Wenn das der Fall ist, würde ich eine Änderung nach § 173 (1) Nr. 2 Satz 1 AO beantragen. Dabei ist wichtig, dass du dem Finanzamt mitteilst, warum dich kein grobes Verschulden trifft. Denn sonst guckst du mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

http://www.buzer.de/s1.htm?a=173&g=ao

Hat jemand eine andere Idee? 175?

Kommentar von eddy74 ,

VIELEN DANK!!!!

Kommentar von blackleather ,

Hat jemand eine andere Idee? 175?

Exakt. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO (Der ist übrigens in meiner RAO-Ausgabe von 1931 weder in dieser noch in ähnlicher Form enthalten, aber das nur nebenbei.)

Jedenfalls kommen die Schreiben von der Fondsgesellschaft ohnehin nur zu Informationszwecken; das FA würde ihnen keinerlei Bedeutung beimessen, sondern sich ausschließlich auf die gesonderte Feststellung verlassen. Und über die gibt's ja einen Feststellungsbescheid, und aufgrund dessen kriegst du einen Bescheid über deinen vortragsfähigen Verlust.

Also, don't panic!

Kommentar von EnnoBecker ,

Jep, da war ich auf der falschen Fährte. Ich hatte den dahintersteckenden F-Bescheid gar nicht wahrgenommen.

Also, der Fragesteller muss hier gar nichts veranlassen. Das macht das FA von Amts wegen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten