Frage von steveng, 37

Bereitstellungszinsen & Sollzinsen

Hallo,

ich lasse zur Zeit ein Haus bauen und für den Kredit zur Finanzierung sind seid geraumer Zeit Sollzinsen für den bereits ausgezahlten Betrag sowie Bereitstellungszinsen für den noch zur Verfügung stehenden Betrag zu zahlen. Nun ist es bei der monatlichen Abrechnung so, dass am Ende des Monats Bereitstellungszinsen für den gesamten folgenden Monat berechnet werden und die Sollzinsen für den ausgezahlten Betrag. Im Extremfall würde es folgendermaßen laufen am 31.8 zahle ich für den folgenden Monat(September) Bereitstellungszinsen für den Betrag x. Am nächsten Tag lasse ich den Betrag x auszahlen und am Ende September zahle ich für den vollen Monat September Sollzinsen. Also wurde der Betrag x im Septermber mit Bereitstellungszinsen UND Sollzinsen verzinst. Bei der Berechnung der Zinsen werden die im vorraus bezahlten Bereitsstellungszinsen IMMER für den GANZEN nächsten Monat berechnet und die Sollzinsen tagesweise, wodurch Auszahlungen am Anfang des Monats sehr ungünstig sind. Ist so eine doppelte Verzinsung üblich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies die Regel ist, da dadurch die Bauzeitrate teuerer ist als die Rate wenn das Haus fertig gestellt und der gesamte Betrag ausgezahlt ist.

Mfg

Steve

Antwort
von LittleArrow, 30

Ich habe Dein Problem verstanden.

Nun lies mal bitte in Deinem Kreditvertrag nach, was dort zur Berechnung der Bereitstellungszinsen geschrieben ist und zitiere dies hier. Da könnte ich nur mutmaßen.

Natürlich ist das keine "doppelte" Verzinsung im Sinne von zweifach, da hier Äpfel (die Kreditzinsen) mit Birnen (die Bereitstellungszinsen) mit unterschiedlichen Prozentsätzen verglichen würden. Es ist auch fraglich, ob die Bereitstellungszinsen nicht mit Nachverrechnung kalkuliert werden sollten bzw. müßten. Was steht in Deinem Vertrag?

Eine Ursache Deines Problems ist - bei der von mir vermuteten Vertragsformulierung - der gewählte Auszahlungstermin zum Monatsende, den Du einfach drei Tage eher legen solltest.

Der BGH hat sich vor langer Zeit mit den Bereitstellungszinsen befasst, aber ich habe leider keinen Zugriff auf die entsprechende Entscheidung, dass Bereitstellungszinsen (zumindest) für die Zeit ab Kreditvertragsabschluss bis zur Darlehnsauszahlung zulässig sind (BGH Az. III ZR 207/83 vom 21.02.1985), weil es am Kreditnehmer liegt, wann er die Kreditauszahlung abruft. Ob eine bereits im voraus berechnete Bereitstellungsgebühr zeitanteilig zurückerstattet werden muss, kann ich mangels Urteilstext nicht erkennen.

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